Mittwoch, 8. Januar 2025
Holunder
Verfaßt 2023

Ich belästige Sie mit dem sächsischen Mediziner Martin Blochwitz (1602–29), weil er ein großer Holunderfreund war. Er kam aus wohlhabender Familie in Großenhain, machte seinen Doktor der Medizin in Basel und ließ sich 1628 in Oschatz, damals 3.500 EinwohnerInnen stark, als »Stadtphysikus« nieder, also gleichsam als Amtsarzt. Das Städtchen an der Döllnitz liegt auf halbem Wege zwischen Leipzig und Dresden. Nach Krüger-Mlaouhia war Blochwitz auf der Hohen Straße mit einem »Geschirr von fünf Pferden und drei Knechten« aus dem damaligen Hayn eingetroffen. Doch schon ein Jahr darauf sei er, 27jährig, gestorben, möglicherweise an der damals in Sachsen wütenden Pest, man weiß es nicht genau. Jedenfalls habe ihm da auch der geliebte, von ihm hochgepriesene Holunder nicht mehr geholfen.*
~~~ Blochwitz‘ Arbeit Anatomia Sambuci, zwei Jahre nach seinem Tod von seinem Bruder Johann herausgege-ben, gilt noch heute als wichtiges, erstaunlich gründliches Standardwerk über den Holunder. Es behandelt Botanik, Zubereitungsarten und Heilanwendungen des bekannten Busches, der bei uns Ende Juni an jeder Straßenecke blüht, weshalb man bequem seine Nase in ihn stecken kann, weil die weißen Doldenblüten recht lieblich duften. Mein Großvater Heinrich setzte aus den getrockneten Blüten Jahr für Jahr unermüdlich eine Art Limonade an, die wir »Holundersprutz« nannten, wobei er es zur Freude der Bettenhäuser Zahnärzte nicht an Zucker fehlen ließ. Blochwitz‘ Heilempfehlungen sollen, Wikipedia zufolge, auf so gut wie alles abzielen: Brust- und Gebärmutter-erkrankungen, Erfrierungen, Geschwulstleiden, Infektionskrankheiten, Lungen-, Magen-, Darm-, Milz- und Gallenerkrankungen, psychische Erkrankungen, Schlaganfall und Lähmungen, Steinleiden, Schwindsucht, unklares Fieber und Schmerzen, Vergiftungen, Verlet-zungen, Wurmbefall – und ja, sogar Zahnschmerzen.
~~~ Vor ungefähr 30 Jahren beging ich in einem Herbst beim Wandern aus Durst den Fehler, die kleinen, blau-schwarzen Beeren des Holunders in mich hineinzustopfen. Das ließ ich rasch sein, weil mir auf der Stelle schlecht wurde. Jetzt weiß ich, man sollte die Beeren nie roh essen, enthalten sie doch ein Gift. Davor warnt selbst mein Brockhaus, den ich damals allerdings noch nicht besaß. Dafür kannte ich Olbas bereits, aber ich hatte das Fläschchen dummerweise nicht dabei. Sonst wäre meine Leidenszeit von zwei Stunden auf zwei Minuten verkürzt worden. Ein paar Tropfen dieses Destillats aus Pfefferminz-, Cajeput- und Eukalyptusöl wirken fast immer Wunder – gerade so, wie Blochwitz zufolge der Holunder. Sie glauben es nicht? Ja, wenn Sie ungläubig sind, hilft ihnen überhaupt kein Medikament. Und noch weniger hilft Ihnen eine Atemschutzmaske – wie neuerdings sogar prominente Leute einräumen, die mit ihrem Coronawahn gewisse MahnerInnen noch 2021/22 in die Isolation und die Verzweiflung zu treiben wünschten.
~~~ Nebenbei soll Bruder Johann Blochwitz, Physikus in Großenhain, gleichfalls schon frühzeitig heimberufen worden sein: 1634 mit 29. Auch in seinem Fall wird die Pest verdächtigt. Die neue Pest waren just die Corona-gesundheitswächterInnen.

* Kathrin Krüger-Mlaouhia, https://www.saechsische.de/plus/warum-ein-neuer-holunder-blochwitz-heisst-2626673.html, (Dresden) 26. Juli 2013
°
°