Sonntag, 10. Juli 2022
Löbel, Renatus Gotthelf

31 (1767–99), ein möglicherweise wichtiger Kollege von mir, Lexikograf. Der Sohn eines sächsischen Finanz-beamten hatte zunächst Jura studiert und machte darin (1791 in Leipzig) seinen Doktor. Er warf sich jedoch zunehmend auf Schriftstellerei und Rhetorik. Ab 1796 war er Mitherausgeber und Redakteur eines Conversations-lexikons mit vorzüglicher Rücksicht auf die gegenwär-tigen Zeiten, das ihn ziemlich bekannt machte. Für ihn reichte es allerdings nur zu drei Bänden, weil er bereits 1799 unter die Erde kam, 31 Jahre alt. Das Werk wurde 1808 von Friedrich Arnold Brockhaus gekauft und stellte damit einen Vorläufer der heutigen Brockhaus Enzyklopädie dar.

Löbels Todesumstände? Seine Gesundheit? Gar seine sonstigen persönlichen Verhältnisse? Eine komplette Fehl-anzeige. Habe ich nichts übersehen, ist die Quellenlage zu Löbel äußerst betrüblich. Selbst in der Sächsischen Biografie wird man mit ein paar statistischen Angaben abgespeist. Stadt- und Staatsarchivare aus Leipzig machen sich immerhin die Mühe mir mitzuteilen, sie wüßten beziehungsweise fänden leider auch nicht mehr.
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