Montag, 20. Juni 2022
O'Kelly, Seumas

um 38 (1880–1918), irischer patriotischer Journalist und Schriftsteller. Lassen Sie sich nie, auch von diesem Werk nicht [dem LdF], dazu verleiten, alle munitions- oder messerlose Gewaltausübung für nebensächlich zu erachten. Eher verhält es sich umgekehrt. Wie schon mehrmals angedeutet, können beispielsweise auch »Sanktionen« gegen aufmüpfige Staaten, strafende väterliche Blicke oder Wohnungslosigkeit töten, um an Brecht zu erinnern. Insofern lag die Sache bei O'Kelly noch einigermaßen handfest. Der Ire war zuletzt Chef der Sinn-Féin-Zeitung The Nationality in Dublin, wohl ein vielgelesenes Wochenblatt. Daneben war er für einige noch heute gelobten Dramen und Erzählungen gut. Als angetrunkene britisch gestimmte BürgerInnen am 14. November 1918 die Redaktion stürmten und damit begannen, Fensterscheiben einzuschlagen und Tische umzuwerfen, suchte sie O'Kelly mit seinem Spazierstock zu vertreiben. Dabei sei er zu Boden gegangen, wo er aufstöhnend seine Brust umklammerte – offensichtlich Herzinfarkt. Nach drei Tagen im Jervis Street Hospital war er tot.* Von polizeilichen Ermittlungen ist nirgends zu lesen.

Die angeführte Ausschmückung der Todesumstände findet sich nicht im Dictionary of Irish Biography, aber sie widerspricht diesem auch nicht. Hier wird noch zweierlei eingeräumt: O'Kellys Geburtsjahr sei umstritten, und um 1911 habe der rastlos tätige Schriftsteller einen schweren Anfall von »rheumatischem Fieber« erlitten, der ihm ein chronisches Herzleiden beschert habe. Der lesenswerte Lexikonartikel** stellt auch die Jugend und das Werk O'Kellys vor.

* »Death oft Seumas O'Kelly«, kildare.ie, 14. November 2018: https://www.kildare.ie/ehistory/index.php/death-of-seumas-okelly-100-years-ago-today/
** Autor: Patrick Maume, Oktober 2009: https://www.dib.ie/biography/okelly-seumas-a6841

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