Mittwoch, 10. November 2021
A-48→Corona, Corona, Corona
Ende März 2020

Liebe S., was das Virus angeht, neige ich inzwischen zur Einschätzung, es werde mal wieder kräftig zum Elefanten aufgebauscht. Es handelt sich ja nicht um die erste Infektionswelle mit soundsovielen tausend Toten, wie du selber schon angedeutet hast. Diese Wellen sind leider normal. Aber die Aufbauschung scheint ebenfalls normal zu sein, ich erinnere lediglich an Vogel- und Schweine-grippe. Gestern stellte der skeptische Statistiker Gerd Bosbach fest, entgegen der damaligen Hysterie sei die »Schweinegrippe« von 2009 »schlussendlich milder als viele saisonale Grippen der Vorjahre« verlaufen, gleichwohl sei sie nie offiziell aufgearbeitet worden.* In der Tat! Ist auch nur eines von den führenden hohen Tieren, die damals Panik schürten und sich für die Gesundimp-fung der Pharmaindustrie ins Zeug legten, belangt oder auch nur gerügt worden? Meines Wissens nie und bis zum heutigen Tage nicht. Verbrechen im Staatsdienst sind erlaubt. Das war schon immer so.

Den Grund für die Aufbauschung sehe ich, mit einigen anderen kritischen Geistern, in dem Gespür unserer Eliten dafür, wieder einmal vor einer günstigen Gelegenheit zu stehen. Seit mindestens 20 Jahren ist schließlich nicht nur Außenseitern klar, daß dem Planeten eine durchschla-gende ökonomische und ökologische Krise droht. Daher die emsige ständige Militarisierung, die Verwandlung jedes UNO-Mitgliedes in einen Polizeistaat. Eine sogenannte Pandemie ist ein idealer Anlaß, Angst zu verbreiten, Gehorsam einzubläuen und Zwietracht unter den eingeschüchterten Wahlschafen zu säen. Kurz, man ist endlich in der Lage, Orwellsche Zustände herzustellen. Denn die drohende Krise beziehungsweise deren Abwehr kann keine rebellischen BürgerInnen gebrauchen. Unsere Eliten werden dann schon genug damit zu tun haben, ihre eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen; für massen-haften Aufmarsch von Wasserwerfern und Schützen-panzern möchten sie keine Kräfte vergeuden.

Ferner ist eine sogenannte Pandemie aber auch der ideale Anlaß, von den wirklichen Ursachen der drohenden Krise abzulenken. Profitwachstumsidiotie? Aufrüstung ohne Ende? Verwandlung der einst staatlichen Krankenhäuser in sprudelnde Ölplattformen? Obszöne Vergeudung überall? Abwälzung aller Lohn-, Lohnausfall- und Krisen-kosten von den »Unternehmern« auf die Kleinen Leute? Jahr für Jahr ein milliardenschweres »Rettungspaket« für die ZerstörerInnen dieses Planeten, die den Staat ohnehin schon wie eine Weihnachtsgans auszunehmen pflegen? Ach woher! Das Virus ist schuld. Kürzlich soll sogar EU-Obergeier Ursela von Leyen eingeräumt haben, wir befänden uns »mitten in einer der tiefsten, wenn nicht in der schwersten Wirtschaftskrise, die wir je erlebt« hätten.** Ich wäre nicht verblüfft, wenn jetzt alle »Leit-medien« zu der Klage übergingen, für den Niedergang des Gesundheitswesens, ja der Weltwirtschaft überhaupt seien die durch das Virus verursachten Ausfälle und Anstren-gungen verantwortlich. Ohne Virus hätten »wir« schön weiter in Saus und Braus gelebt.

Damit zur beliebten Zahlenwirtschaft. Wer ablenken oder aufbauschen will, muß lügen, und zu den wirksamsten Lügenmitteln zählen, seit Heraufkommen der Massenge-sellschaften, die Statistiken. Daß die Statistiken der Arbeitsämter beträchtlich gefälscht sind, zweifelt inzwischen kein skeptischer Kopf mehr an. Schon weniger Mißtrauen erregen die Statistiken über die jährlichen Opfer des Straßenverkehrs. Zwischen 1970 und 2017, liest man da***, haben wir in Deutschland einen unablässigen und starken Rückgang der Verkehrstoten zu verzeichnen, von 21.000 auf 3.000. Das gibt gute, beruhigende Zeitungsüberschriften. Bei den Verletzten soll der Rückgang allerdings schon deutlich weniger stark ausgefallen sein, von knapp 600.000 auf knapp 400.000. Das paßt nicht mehr so gut in die Zeitungsartikel. Denn viele dieser Verletzten sind einäugig oder einbeinig, rollstuhlfahrend oder Selbstmordkandidaten. Aber davon einmal abgesehen: woher wissen die Bundesamtsleute dies alles eigentlich? Und gibt es eine Möglichkeit für den Bürger, die Quellen und die Darstellung der Bundesamtsleute zu überprüfen?

Da sehe ich schwarz. Schon die ersten Glieder der Informationskette, die MelderInnen und ErfasserInnen von Verkehrsunfällen, sind nur Menschen. Sie haben ihre Interessen und Schwächen und machen zuweilen Fehler. Selbst Statistiker Bosbach zeigt, nun auf das gegenwärtige Elefanten-Virus bezogen, wieviel Unklarheit und Willkür beim Operieren mit Zahlen von Infizierten, Verstorbenen, Bedrohten am Werke ist. Viel komme auf die Kriterien an, und die seien oft unterschiedlich. Schon an der Frage, ob ein alter Mensch mit oder an Corona gestorben sei, scheiden sich bekanntlich die Geister. Ferner arbeiten die Schürer der Panik gern mit Hochrechnungen, nämlich durchaus ungesicherten Annahmen, ohne dies jedoch einzugestehen. Ähnliches gilt »natürlich« für die Temperaturmessungen und Alarmmeldungen der angeblichen KlimaschützerInnen und für tausend andere Bereiche. Hier ist höchster Argwohn angebracht. Im Grunde dürfte man ohne hieb- und stichfestes Material gar keine Artikel mehr schreiben. Aber wie sollte das gehen? Denn für uns sind das entscheidende »Material« stets die Zahlen.

* »Solchen Wissenschaftlern würde ich gerne Kamera oder Mikrofon entziehen«, https://www.nachdenkseiten.de/?p=59617, 26. März 2020
** Laut Simon Zeise, »Panik im Westen«, Junge Welt vom 17. März 2020
*** https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2018/Verkehrsunfaelle-2017/pressebroschuere-unfallentwicklung.pdf?__blob=publicationFile

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