Sonntag, 23. September 2018
Forrest Timothy Hayes
Geschrieben 2015


Der 51jährige Google-Manager ging im November 2013 auf seiner Yacht Escape im Hafen von Santa Cruz, Kalifornien, qualvoll an einer „allergischen Reaktion“ aufgrund einer Heroin-Einspritzung zugrunde. Allerdings setzte er sich die Überdosis nicht selbst. Dringend tatverdächtig ist vielmehr die 26 Jahre alte Alix Tichelman, gegen die im Sommer 2014 vor dem Bezirksgericht in Santa Cruz verhandelt wird. Es handelt sich bei der üppig tätowierten Frau, die bislang von einem „Unfall“ spricht, um ein sogenanntes Callgirl, mit dem der verheiratete Vater von fünf Kindern nicht zum ersten Mal zusammen war. Laut Polizeiangaben hatte er der Edelhure für jedes Treffen „Tausende von Dollars“ gezahlt. Davon abgesehen, sei sie nicht seine einzige Gespielin gewesen. Hayes lebte, sofern er zu Hause war, in einer Vier-Millionen-Dollar-Villa mit Meerblick und fuhr Porsche. Angesichts dieser Geldquelle ist das Mordmotiv, das Tichelmann geleitet haben könnte, noch unklar, aber davon abgesehen, wird sie von verschiedenen Zeugen als „eiskalt“ und „ausgesprochen hinterhältig“ beschrieben. Zu allem Überfluß argwöhnt die Polizei, zwei Monate vor Hayes Tod habe sie auch schon ihren 53 Jahre alten Ex-Freund Dean Riopelle um die Ecke gebracht, einen Nachtclubbesitzer aus Milton, Georgia. Dafür gibt es aber bislang keine Beweise, wie Die Welt betont.* Anders dagegen im Fall Hayes. Seine Yacht wies die heutzutage unverzichtbare Überwachungskamera auf, die offensichtlich auch weder von ihm noch von Tichelmann abgeschaltet oder zerstört worden war. Sie zeigte den Ermittlern deutlich, wie die schwarzmähnige Besucherin Hayes die Heroinspritze setzt. Freilich beweist das noch lange keine mörderische Absicht. In diesen Kreisen, die hoffentlich nur in einem vernachlässigbaren Ausmaß von meinen Internet-Recherchen zehren, ist starker Drogenkonsum bekanntlich gang und gäbe.

* Artikel von Michael Remke, New York, am 17. Juli 2014
°
°