Montag, 22. Februar 2016
Lexikon der Unfallopfer L

Lafayette, The Great (Sigmund Neuberger) (1872–1911), Magier >Šitović, Lovro


Lamberg, Paula von (1887–1927), Leistungssportlerin >Ausserleitner, Paul


La Mettrie, Julien Offray de (1709–51), französischer Mediziner und Schriftsteller, trotz oder wegen seiner mechanistischen Auffassungen der „Aufklärung“ zugerechnet. Kurz nach Veröffentlichung seines bekanntesten Werkes Der Mensch eine Maschine (1748) ging er wegen vieler Anfeindungen nach Berlin. Dort sei der Leibarzt und Vorleser des sogenannten „großen“ Friedrich (mit 41 Jahren) „an einer ganzen Trüffelpastete“ verendet, behauptet Egon Friedell* – wobei das „sogenannt“ von mir stammt, verehrte Friedell doch „Größe“. Wahrscheinlich stützt sich der Wiener Gelehrte mit seiner Todesnachricht auf nicht mehr als eine verbreitete Legende. Nach dieser war die Pastete, die den Skeptiker und „Hofnarren“ im November 1751 im Gefolge eines Festgelages in die Hölle schickte, mal verdorben, mal vergiftet. La Mettrie hatte sich nämlich in der Tat auch am „aufgeklärten“ preußischen Königshof unbeliebt gemacht – wohl durch seine allzufreche Gottlosigkeit und ferner durch Gedanken in seinen Schriften Über das Glück und Die Kunst, Wollust zu empfinden, die schon der Freud'schen Psychoanalye nahekamen. Wie sich versteht, fanden sich auch Schmäher, die behaupteten, La Mettrie sei keineswegs an der getrüffelten Fasanenpastete, vielmehr an der Roßkur verendet, die er sich nach ihrem Verschlingen verordnet habe. Das soll genau acht Aderlässe eingeschlossen haben, Bernhard von Poten** hat sie gezählt.

Genau vier Jahre später, Anfang November 1755, schlug Gott, der Vielgelästerte, mit dem berühmten Erdbeben von Lissabon erheblich wirksamer zu. Im Verein mit Flutwellen und Großbränden forderte es mindestens 50.000 Tote, wie meist geschätzt wird. Ein paar von den Toten gehörten der Elite an. Von der portugiesischen Hauptstadt waren über 80 Prozent zerstört, entsprechend hoch die Zahl der Obdachlosen. Vermutlich nahm auch das Heer der Hungernden noch einmal kräftig zu.

* Kulturgeschichte der Neuzeit, einbändige Sonderausgabe München 1974, S. 664
** Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 566



Lamorisse, Albert (1922–70), Filmemacher >Jennings, Humphrey


Lampe, Friedo (1899–1945), Schriftsteller >Bauschke, Erhard


Lányi, Jenö (1902–40), Kunsthistoriker >Granados, Enrique


La Pérouse, Jean-François de (1741–88), Seefahrer >Eggert Ólafsson


Larcône, Sunsiaré de (1935–62), Schriftstellerin >Lee, Belinda


Laroche, Raymonde de (1882?–1919), Pilotin >Quimby, Harriet


Larriva González, Guadalupe (1956–2007), linke Lehrerin und Politikerin in Ecuador. Am 15. Januar 2007 als sogenannte „Verteidigungsministerin“ ins Kabinett des neuen Präsidenten Rafael Correa berufen, hatte Larriva (50) noch gut eine Woche zu leben. Bei einem Nachtflug am 24. Januar saß sie mit ihrer 17jährigen Tochter Claudia Ávila Larriva, die vielleicht rauhe Luft schnuppern sollte, in einem Militärhubschrauber, der unweit des Luftwaffenstützpunktes der Pazifikküstenstadt Manta mit einem weiteren Hubschrauber ihrer Streitkräfte kollidierte. Beide Maschinen stürzten ab und rissen alle sieben Personen an Bord, teils Armeeoffiziere, in den Tod. Eine angeblich international besetzte und unabhängige Untersuchungskommission soll in ihrem Bericht sowohl Technisches Versagen wie Sabotage ausgeschlossen und auf Pilotenfehler erkannt haben. Der fragliche Luftwaffenstützpunkt war damals noch zum Teil an die USA verpachtet, doch zwei Tage vor dem Absturz hatte Larriva angekündigt, der Pachtvertrag (von 1999 auf 10 Jahre) werde nicht verlängert. Tatsächlich mußten die Yankees 2009 abziehen.

Der bekannte, als besonders „dynamisch“, zudem „rechts“ und „schwul“ geltende österreichische Politiker Jörg Haider (1950–2008) prallte nach der amtlichen Darstellung, die sich in der deutschen Wikipedia geradezu vorbildlich niedergeschlagen hat, in einer nebeligen Oktobernacht des Jahres 2008 am Stadtrand von Klagenfurt mit seiner VW Phaeton-Dienstlimousine, 1,8 Promille Alkohol im Blut und rund 140 km/h Geschwindigkeit (die Hälfte war erlaubt) vor einen Betonpfeiler. Er hatte sich nach Barbesuchen auf der Heimfahrt ins Bärental befunden. Nach Abschluß der Untersuchungen sprach der Staatsanwalt von einem „Fahrfehler“, da der 58jährige Haider gesund und sein Wagen in Ordnung gewesen sei. Umstände, Dokumente und Zeugenaussagen, auf die, wieder einmal, „VerschwörungstheoretikerInnen“ hinwiesen*, sind allerdings geeignet, Zweifel am Klischee-Bild vom betrunkenen oder wildgewordenen Lebemann, der sich mutwillig totfährt, zu wecken. So entpuppten sich der Nebel als Fata Morgana und der „Betonpfeiler“ als kaum handhohes Ziermäuerchen eines Vorgartens, während das Wrack des schwarzen Phaetons, der quer zur Fahrtrichtung auf der Straße zum Stillstand gekommen war, im Dach über dem Lenkrad ein merkwürdiges, ungefähr handtellergroßes Loch aufwies – sofern das betreffende Foto nicht frisiert worden ist. Jedenfalls wäre ein Anschlag auf den schillernden Barbesucher und seine luxeriöse Festung auf Rädern nicht sonderlich verblüffend, weil es wichtige NutznießerInnen gab. Schließlich stand der Kärntner Landeshauptmann Haider nach jüngsten Wahlerfolgen auf dem Sprung zurück in die Bundespolitik, womöglich gar ins Außenministeramt – für Nato-Kreise sicherlich eine Greuelvorstellung, da er sich als unverblümter Kritiker des Irakkrieges und der israelischen Besatzungspolitik „unmöglich“ gemacht hatte.

Nach damaliger Meldung des Berliner Kuriers zeigte sich Ministerpräsident Silvio Berlusconi Anfang August 2008 „tief bestürzt“. Mit Andrea Pininfarina (1957–2008) habe Italien „eine bedeutende Persönlichkeit verloren“. Der 51 Jahre alte Turiner „Star-Autodesigner“ (Ferrari, Alfa Romeo, Maserati, Rolls-Royce, Jaguar und so weiter) sei auf seiner morgendlichen Fahrt zur Arbeit unweit des Firmenhauptsitzes in Cambiano von einem 78jährigen Rentner gerammt worden und dadurch auf der Stelle umgekommen. Beide Verkehrsteilnehmer fuhren gewissermaßen fremd. Während der Rentner einen roten Ford Focus steuerte, hatte sich der Designer auf einen silberfarbigen Vespa-Motorroller geschwungen. Angeblich war der Rentner schuld. Er habe den flotten Roller mit dem glänzenden Star drauf beim Einbiegen in die Via Torino „übersehen“ oder ihm „die Vorfahrt genommen“, hieß es in anderen Blättern. Ja, man sollte den Rentnern wirklich die Pappe abnehmen, nicht den Rennautobauern.

Besser als die Süddeutsche Zeitung konnte man es nicht sagen: „Segway-Unternehmer rast mit Segway in den Tod.“ Man muß nur einrechnen, „Rasen“ ist relativ. Gemeint** war Jimi Heselden (1948–2010), der nach Riesenerfolgen mit zum Barrikadenbau geeigneten, nämlich vor allem militärisch genutzten Plastikfaltsäcken*** eine Firma gekauft hatte, die elektrisch betriebene einachsige „Steh-Roller“ oder „Scooter“ baute, die sich bereits, ähnlich wie einst die Vespa, unter modebewußten Städtern durchzusetzen begannen. Nun sei der 62jährige Schwerreiche unweit seines Hauses in Nordengland mit seinem Selbstgebauten (Spitze normalerweise 20 km/h, sofern man sich an der Lenkstange schräg gegen den Wind stemmt) über eine Klippe geholpert und in den Fluß Wharfe gestürzt, wie Zeugen beobachtet hätten. Dabei kam er zu Tode. Die Polizei gehe von einem Unfall aus. Dem schloß sich, anderen Quellen zufolge, später auch Coroner David Hinchliff an. Wahrscheinlich habe Heselden auf einem Fußpfad längs der Klippen einem Mann Platz machen wollen, der seinen Hund spazieren führte. Vom Spiegel hatte man freilich schon früher zusätzlich erfahren****, der höfliche, wenn auch stets sonnenbebrillte Mister Heselden, dessen Firmenimperium mit Sitz in Leeds Hesco hieß, habe bei seiner Todesfahrt den Prototypen eines neuen geländegängigen Segways getestet. Wie man sieht, war es ein Volltreffer. Vor allem für seine Erben: die Sunday Times hatte ihn in ihrer Liste der vermögendsten Briten eben erst auf Rang 390 gesetzt.

* Webseite Arbeiterfotografie 2008/09
** 29. September 2010
*** Die Presse, 23. April 2010
-**** 27. September 2010



Laughlin, Billy (1932–48), Schauspieler >Eugens, Arthur Fritz


Lawrence, T. E. (1888–1935), Wüstenheld >Gardel, Carlos


Lee, Belinda (1935–61), britischer Filmstar, grünäugig, blond und „bombshell“, wie ich (bei IMDb) von Gary Brumburgh erfahre. Lee war zuletzt in Hollywood tätig beziehungsweise nicht tätig, hatte sie sich doch im März 1961 entschlossen, mit zwei Filmproduzenten, von denen der eine ihr neuster Liebhaber war, per Auto mal eben nach Las Vegas, Nevada, zu stürmen. Auf der Rückfahrt nach Los Angeles verlor der Fahrer der drei KünstlerInnen, mal wieder, „die Kontrolle“ über seinen Wagen, der sich daraufhin überschlug. Laut Spiegel (13/1961) war bei Tempo 160 ein Reifen geplatzt. Angeblich wurde lediglich die bombige 25jährige Schauspielerin auf die Straße geschleudert und dadurch getötet. Sie bekam eine merkwürdige Grabstätte* in Rom, wo sie 1958 ohnehin schon einen Selbstmordversuch (Schlaftabletten) im Rahmen einer außerehelichen Affäre mit einem frommen italienischen Prinzen veranstaltet hatte. Im folgenden Jahr hatte sie in einer zweiten Verfilmung des Aufsehen erregenden Mordfalles die „Edelhure“ Rosemarie Nitribitt aus Frankfurt/Main gegeben, Regie Rudolf Jugert.

Der jüdische polnische Filmregisseur Andrzej Munk (1921–61) hatte als junger Mann den Warschauer Aufstand überlebt, an dem er sich beteiligt hatte. Ebenso ging das KZ Auschwitz an ihm vorbei, in dem er allerdings 1961 Szenen seines jüngsten Spielfilmes Die Passagierin drehte. Am 20. September, inzwischen 39, ereilte ihn in einer längeren Drehpause, die er für Besuche in Warschau und Lodz nutzte, bei Łowicz der schnöde Autounfall. Er starb nach wenigen Stunden im Krankenhaus. Wie mehrere Quellen erwähnen, war Munk mit seinem Kleinwagen, einem Fiat 600, frontal mit einem Lastwagen zusammengeprallt. Aber sie sagen nicht, warum. Der Film mit den Auschwitz-Szenen wurde von einem Freund fertiggestellt.

Bei dem Astronomen der Sternwarte in Hamburg-Bergedorf Georg Heinrich Thiessen (1914–61) war die Partnerin des Frontalzusammenstoßes (3. Juli) eine städtische Straßenbahn. Thiessen starb mit 47. Seine Gattin, vermutlich Beifahrerin in seinem Wagen, wurde „nur“ schwer verletzt. Da Thiessen, der als fleißig galt, bereits im Januar 1945 an die genannte Sternwarte berufen worden war, darf man wohl annehmen, er sei, in beiden Regimen, kein Antifaschist gewesen. Die Sternwarte behielt ihn und machte ihn vom Assistenten zum Observator und sogar „Rat“. 1953 wurde er auch noch Professor. Der Mondkrater Thiessen mißt im Durchmesser 66,88 Kilometer, das wissen diese WissenschaftlerInnen ganz genau. Nur wie es zum Faschismus und zu dem Zusammenstoß mit der Straßenbahn kam, haben sie nie herausbekommen.**

Der französische, royalistisch gestimmte Schriftsteller Roger Nimier (1925–62), der 1950 viel Wirbel mit seinem Werk Der Blaue Husar veranstaltet hatte, liebte Autos offenbar mehr als Pferde und bot sie entsprechend oft in seinen Werken auf. Ein Roman aus seiner Feder endet sogar mit einem Autounfall. Als er mit 36 Jahren selbst daran glaubte, war er verheiratet und hatte zwei Kinder – wenn auch nicht mit der blonden Sunsiaré de Larcône (1935–62), einer angeblich betörenden Blume der Vogesen, die in Paris gerade ihr erstes Buch veröffentlicht hatte, einen Roman. Sie soll in der betreffenden Septembernacht Nimiers Beifahrerin in dessen Aston Martin gewesen sein. Soweit ich verstanden habe, raste der Wagen unweit von Paris, in oder bei La Celle-Saint-Cloud, gegen die Brüstung einer Autobahnbrücke, stürzte womöglich auch in die Tiefe. Einige Quellen munkeln freilich, die 27jährige Vogesenblume habe am Steuer gesessen. Andere behaupten, es sei gar kein Unfall gewesen, vielmehr Selbstmord. Von wem auch immer.

* Grünhaariger Faltenwurf
** O. Heckmann, Nachruf von 1962



Lee, Brandon (1965–93), Schauspieler >Torschin, Wiktor W.


Lee, Steve (1963–2010), Rockmusiker >Mumford, Don


Lehmann, Arthur-H. (1909–56), Schriftsteller >Bischof, Werner


Leichsenring, Uwe (1967–2006), Politiker >Al Chalifa, Feisal


Leiva, Susy (1933–66), Tangosängerin >Sosa, Julio


Lema, Tony (1934–66), US-Profigolfer. Für die deutsche Wikipedia endete Lemas Leben, mit 32, „jäh und tragisch“, nachdem es doch so vielversprechend angehoben hatte. Als Jüngling Kämpfer in Korea, betätigte sich Lema anschließend in der Heimat als Golflehrer und stieg ab 1962 sogar fast raketenartig in die Weltspitze seines Betuchten-Sportes auf. Sein tragisches Schicksal schlug Ende Juli 1966 bei Chicago auf einem Golfplatz zu, der günstiger- und bösartigerweise unweit des Lansing Municipal Airports lag. Auf diesem Golfplatz fand Lemas nächstes Turnier statt. So hatte er am Ort seines vorausgegangenen Auftritts, in Akron, Ohio, eine kleine Privatmaschine angeheuert, doch leider ging dieser Beechcraft Bonanza just beim Überfliegen der nahe des Flughafens gelegenen Wettkampfstätte der Treibstoff aus – Absturz und Feuersbrunst, und zwar am 17., dem vorletzten Loch des Platzes, wie der zuweilen gutinformierte Spiegel wußte (35/1966). Damit hatte sich Lemas Antritt beim gebuchten Turnier des Lansing Country Clubs erübrigt. Auch seine Gattin Betty (30) und zwei Piloten bissen bei dem „crash“ ins Green. Das Wochenblatt verzichtete übrigens auf die von Wikipedia gesichtete Tragik und hielt seinen LeserInnen stattdessen die einträglichen Geschäfte der ProfigolferInnen vor Augen.

Der Guru der indischen „Elementarteilchen-Physik“ und damit auch des indischen Atomwaffenprogramms Homi Jehangir Bhabha (1909–66) saß am 24. Januar 1966 in einer herkömmlich angetriebenen Linienflugmaschine, die ihn zu einer internationalen Atomenergiekonferenz in Wien bringen sollte. Sie kam aus Bombay mit Ziel London und hätte planmäßig einen Zwischenstop in Genf abgehalten. Vorher prallte sie jedoch knapp unterhalb von dessen Gipfel mit mindestens 500 km/h gegen den Mont Blanc – mit rund 4.800 Meter höchster Berg der Alpen – und zerschellte. Daraus resultierten 117 Tote, das waren sämtliche Insassen. Die französische Untersuchungskommission sprach später von einem Mißverständnis zwischen den Piloten der Boeing 707 und den Genfer Lotsen. Allerdings wurde der Flugschreiber nie gefunden. Bhabha, der Guru, war mit 56 von der Welt gegangen. 1950 war an fast der selben Stelle eine aus Bombay kommende Lockheed verunglückt: 48 Tote. Macht also schon 165 – was kratzen sie einen Mont Blanc!

Dem 45 Jahre alten Geschäftsmann Harald Quandt (1921–67), Frucht eines verschlagenen Industriellen und „Wehrwirtschaftsführers“ sowie der späteren Frau Goebbels, stand im folgenden Jahr etwas weiter südlich ebenfalls ein Berg im Wege, gegen den er, bei einem Nachtflug, in nur rund 1.000 Meter Höhe geprallt sein soll. Einen „crash“ auf dem Züricher Flughafen hatte er zwei Jahre früher noch überlebt, wie man in einer lesenswerten Darstellung des stern-Autors Stefan Schmitz erfährt.* Dieses Mal findet Quandt im Verein mit seiner aktuellen Geliebten und vier weiteren Menschen an Bord einer privaten Beechcraft King Air (am 22. September 1967) seinen Tod in der Natur. Die lieben Leute wollten nach Nizza, wo eine liebe Freundin, so der Spiegel (41/1967), eine Bademodenschau vorbereitet hatte; der Berg stand unweit der Côte d'Azur bei Cuneo, Norditalien. Das Wrack und die sechs Leichen seien von einem Schäfer gefunden worden, schreibt Schmitz. Nach anderen Quellen gilt der Unfall als ungeklärt. Möglicherweise war die gesamte Bordelektronik ausgefallen, damit auch das Funkgerät.

Vor jenem Züricher Unfall hatte Quandt auch schon den von seinem Erzeuger kräftig geförderten Zweiten Weltkrieg überlebt. Blond wie Mutter Magda, dazu groß und germanisch, war der Junge Wehrmachts-Flieger geworden und als Fallschirmjäger auf Kreta und in Afrika gelandet. Glücklich dem feindlichen Feuer und der Gefangenschaft entronnen, mausert er sich in der Demokratie vom Oberleutnant zu einem Rüstungsindustriellen und Playboy, den fast jedes Kind kennt. Der Berliner Boxer Bubi Scholz und Frankfurts bekannte „Edelhure“ Rosemarie Nitribitt kennen ihn auch. Der Krieg hat Quandt „die Jugend gestohlen“, da hat er Nachholbedarf. Mit Gattin Inge (1928–78) und Kindern bewohnt er in Bad Homburg (am Taunus) eine Villa, in deren Keller allein Quandts Modelleisenbahn 80 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Zur Betreuung dieser Anlage hat er einen bezahlten Fachmann. Die Villa weist 52 Telefonapparate auf, „über die sich auch die Musikbox steuern lässt“, so Schmitz. Als er Nizza verfehlt, sitzt Quandt in rund 25 Aufsichtsräten und Vorständen. Schmitz weiter: „Das breit gestreute Vermögen der fünf Töchter Harald Quandts schätzte das Manager Magazin im März 2002 auf 2,5 Milliarden Euro. Herberts Witwe Johanna [die vom Bruder], die in den fünfziger Jahren als Sekretärin bei der Afa anfing, wäre Deutschlands reichste Frau – besäße ihre Tochter Susanne Klatten nicht noch mehr. Allein fast acht Milliarden Euro sind die BMW-Anteile wert, die sie gemeinsam mit Bruder Stefan hält.“

Man ist versucht, sich einen afghanischen oder palästinensischen Jungen vorzustellen, dem die Eltern mit Hilfe deutsch-schwäbischer Feuerwaffen erschossen wurden, dem aber noch das halbeingestürzte Lehmhäuschen geblieben ist. Vielleicht würde er sich freuen, wenn ihm jemand Haralds verwaiste Modelleisenbahnanlage schenkte – aber wo wollte er dieses Ungetüm aufstellen? Er müßte mit Nachbarskindern ein Gemeinschaftshaus errichten, kein schlechter Anfang.

Gunnar Källén (1926–68), zuletzt Professor in Lund, war sowohl ein Berufs- wie ein Todesartenkollege des Inders Bhabha. Am Genfer Forschungszentrum CERN war der schwedische Physiker schon in jungen Jahren häufiger Gast. Allerdings ist es erst nach seinem Ableben zum berüchtigten Riesenspielzeug der Teilchenspezialisten der Welt gekommen, dem ringförmigen „Beschleuniger“ LEP, später LHC genannt, Tunnelumfang 27 Kilometer. Als Källén Mitte Oktober 1968 in seiner eigenen und eigenhändig gesteuerten Piper Cherokee Arrow von Malmö aus just zu einer Konferenz in Genf unterwegs war, mißglückte ihm bei Hannover, wo er eine Zwischenlandung eingeplant hatte, nach einem Maschinenschaden eine Notlandung im freien Feld. Dabei starb er, 42 Jahre alt. Nach gedruckter Auskunft seines Sohnes Erland Källén** hatte er noch seine Frau Gunnel und die Frau eines Kollegen an Bord, die nicht starben. Der Sohn, Professor der Meteorologie, falls mir keine Verwechslung unterlaufen ist, überlebte also dank seiner Nichtanwesenheit ebenfalls, sodaß er (2014) eingangs seines Buchbeitrages betonen kann, er teile die väterliche „fascination“ fürs Fliegen.

* stern, 19. August 2002
** in: Cecilia Jarlskog (Hrsg): Portrait of Gunnar Källén: A Physics Shooting Star and Poet of Early Quantum Field Theory, Cham (Verlag Springer) 2014, S. 135–40



Lenz, Peter James (1997–2010), Motorradrennfahrer >Abe, Norifumi


Leutze, Emanuel (1816–68), Maler >Dankberg, Friedrich


Lewi, Jerzy (1949–72), auch Jurek geschrieben, polnischer Schachspieler. Fotos zeigen einen kleinen, schlanken, dunkelhaarigen jungen Mann, der Fremden wahrscheinlich bestenfalls durch seine dicke, schwarz eingefaßte Brille auffiel. Dieser unscheinbare Jüngling zählte zu den größten einheimischen Talenten des „königlichen Spiels“. Für alles andere war er offenbar weniger begabt. Zu allem Unglück war er auch noch „Jude“: auch unter Parteichef Gomułka durchaus ein Makel im angeblich sozialistischen Land. Lewi wuchs weitgehend vaterlos auf. Seine Mutter, eine Kellnerin oder Büfettfrau, wanderte 1968 nach Israel aus. Als junges Schach-As war Lewi jedoch bevorzugt. Sein Club hatte gute Kontakte nach Schweden. Als Lewi 1969, mit 20 Jahren, polnischer Meister geworden war und zu einem Turnier nach Athen reisen durfte, nutzte er die Gelegenheit zur Flucht. Er ließ sich in Schweden nieder, wo er Mathematik zu studieren gedachte und für den Malmö Allmänna Schackklub spielte. Drei Jahre darauf, inzwischen 23, kam er in oder bei Lund, wo er lebte, in einer Herbstnacht als Fußgänger unter ein Auto. Nach dem Schachautor Tomasz Lissowski* hatte sich der junge Emigrant alles andere als wohlgefühlt. Statt Mathematik zu büffeln, griff er nach Alkoholika, vielleicht auch anderen Drogen, und versenkte sich, neben den Schachstudien, in philosophische Bücher. Die Außenwelt verblaßte bis zur Unkenntlichkeit. Lewi sei immer verschlossener geworden und dabei auch oft, den Sinn des Lebens begrübelnd, durch nächtliche Straßen gelaufen. Da überfahren zu werden, lag also gleichsam nahe – ob „versehentlich“ oder nicht. Was die schwedischen Behörden dazu meinten, wird nirgends erwähnt.

Der mazedonisch-bulgarische „Schachgroßmeister“ und Autor, insbesondere von Kinderbüchern, Mile Markowski (1939–75) endete im April 1975 mit 35 Jahren, wohl in Sofia, durch einen Autounfall, über den nichts zu erfahren ist. Er hinterließ Gattin Alexandra und zwei Kinder. Eins dieser Kinder, in der Informatik-Branche tätig, habe ich angeschrieben: vergeblich.

Der Altorientalist Kaspar K. Riemschneider (1934–76) hatte sich 1971 aus der DDR abgesetzt. In München mit einem Stipendium zur Mitarbeit an dem Mammutprojekt des Chicago Assyrian Dictionary ausgestattet, ging er in die USA. Hier standen die Chancen für einen Autounfall besser als zwischen Oder und Werra. Dieser erwischte ihn, 42 Jahre alt, im Sommer 1976. Parallel dazu kam der 47jährige französische Ägyptologe Serge Sauneron (1927–76) in Kairo, wo er ein Institut leitete, gemeinsam mit seinem Sohn bei einem Autounfall um.

Der führende Orientalist Gotthelf Bergsträßer (1886–1933), zuletzt Professor in München, war bereits einige Jahrzehnte früher verunglückt – zu Fuß. Er stürzte im August 1933 bei einer Bergtour am beliebten Watzmann ab, also bei Berchtesgaden. Immerhin konnte ihm der neue deutsche Reichskanzler dadurch keinen Ärger mehr bereiten: der 47jährige „Ordinarius“ und Fachmann für semitische Sprachen soll bekennender Antifaschist gewesen sein.

* Jurek Lewi, Warschau 2007, siehe Auszug und Erläuterung


Licitra, Salvatore (1968–2011), italienischer Tenor. Ende August 2011 hielt sich der weltberühmte 43 Jahre alte Sänger zwecks Urlaub und Entgegennahme eines Preises in Sizilien auf. Dabei erlitt er angeblich ausgerechnet einen Hirnschlag, als er helmlos Motorroller fuhr. Daraufhin sei er bei Ragusa vor eine Mauer geprallt. Er starb nach einer Woche im Krankenhaus. Seine mitfahrende Lebensgefährtin, eine 29jährige Chinesin, wurde nur leicht verletzt. Das Paar war auf dem Weg zu einem Restaurant gewesen. Licitra hatte wie drei Jahre früher sein Landsmann Pininfarina eine Vespa gelenkt. Er hatte vor allem mit Heldenpartien aus Verdi- und Puccini-Opern geglänzt und insbesondere für seine hohen C's Beifallsstürme geerntet, bei denen wahrscheinlich sogar Mao Tse-tung oder Ronald Reagan vor Neid erblaßt wären. Seinen letzten Auftritt hatte der bullige, kraftvolle Gesangskünstler Ende Juli in Chicago gehabt. Wie ich aus einem Artikel des Guardian schließe*, verdankt sich die gnädige Sichtweise mit dem Hirnschlag einer Mitteilung auf Licitras Webseite, wonach sein Arzt gesagt habe, möglicherweise habe den nun im Koma liegenden Heldentenor vor dem Aufprall ein Hirnschlag ereilt. Am selben Tag hieß es im Spiegel, Licitras Leidenschaft für Motorräder sei so wenig unbekannt gewesen wie er selber. Der B.Z. habe er 2009 auf die Frage nach Angst vor Unfällen versichert: „Schon, aber was passieren soll, passiert. Ich genieße mein Leben.“ Da sehen wir wieder, wie wichtig fromme Schicksalsgläubigkeit für die Wegbahnung des Fortschritts ist. Da die Angehörigen Licitras Organe für Transplantationen freigaben, bestehen gute Aussichten auf Fortpflanzung der kostbaren Eigenschaft.

* 6. September 2011


Lidle, Cory (1972–2006), Baseballspieler >Schmoker, Stefan


Liedtke, Tanja (1977–2007), deutschstämmige Tänzerin, seit 1997 in Australien tätig. Hier war sie zuletzt zur künstlerischen Leiterin des bedeutendsten australischen Tanztheaters berufen worden, der Sydney Dance Company. Allerdings konnte die 29jährige die Stelle nicht mehr antreten: sie wurde am 17. August 2007 frühmorgens in Sydney unweit ihrer Wohnung beim Überqueren der Straße von einem Wagen der Müllabfuhr erfaßt und getötet. Die deutsche Wikipedia, die auch „mögliche“ Hirnschläge gern als Tatsachen verkauft, behauptet zum „Unfall“ der Tänzerin, die Straße sei ansonsten leer, Liedtke jedoch so „tief in Gedanken“ gewesen, daß sie just vor dieses eine Müllauto gelaufen sei. Quellenangabe? Fehlanzeige.

Die Webseite der tanja liedtke foundation kann es jedenfalls nicht gewesen sein, weil dort lediglich von einem für jede Exegese offenen „Verkehrsunfall“ die Rede ist. Vom Sydney Morning Herald war noch am Unfalltag zu erfahren*, Unfallort sei die „inside south lane on the Pacific Highway, near the corner of Hume Street“, im Norden der Metropole gewesen. Der mäßig fahrende Müllwagen habe „Grün“ an der Kreuzung und eingeschaltete Warnlampe gehabt. Der 39jährige Fahrer habe sofort die Polizei verständigt. Vollends könnte man bei einem Artikel von Bettina Schulte** ins Grübeln kommen, der den angeblichen Unfall gar nicht behandelt. Ein jüngster Dokumentarfilm über die biegsame Tänzerin mit den langen roten Haaren erwähne den großen Erfolgsdruck, unter dem sie durch die neue Ernennung stand. „Einer ihrer beiden Brüder berichtet, sie habe auf der Höhe ihres Erfolgs bitterlich geweint, weil sie, die geborene Perfektionistin, Angst hatte, den Erwartungen nicht zu genügen.“ Auch Liedtkes enger Mitstreiter Paul White meldete Zweifel an der Unfallversion an.*** Die Tänzerin ließ ihren langjährigen Lebensgefährten und Berufskollegen Solon Ulbrich zurück, mit dem sie zusammenwohnte.**** Das Ergebnis der amtlichen Untersuchung wird auch in diesem Fall nirgends mitgeteilt.

Die tödlichen Folgen des Strebens nach Rampenlicht nehmen sicherlich viele Gestalten an – hier schnell eine unverfälschte Gestalt. 1860 hatte die blutjunge Ballerina Emma Livry (1841–63) halb Paris als Schmetterling in Marie Taglionis Ballett Le Papillon hingerissen. Zwei Jahre darauf kam sie bei einer Bühnenprobe in der Pariser Oper mit ihrem Kostüm dem sogenannten, damals noch mit Gas betriebenem Rampenlicht zu nahe. Das Kostüm fing Feuer. Livry soll einer lebenden Fackel geglichen haben. Sie erlag ihren schweren Brandverletzungen im Sommer 1863 mit (wahrscheinlich) 21 Jahren, wobei freilich auch Behandlungsfehler im Spiel gewesen sein sollen. Zwar war zu ihrer Zeit bereits „Brandschutzkleidung“ im Schwange, doch Livry und andere TänzerInnen hatten diese als „zu häßlich“ abgelehnt. Heute zwingen Mütter und Väter dreijährige radfahrende Knirpse unter pfundschwere Sturzhelme, die für Migräne und Gehirntumore gut sind, weil die Menschheit das Schlachtfeld des modernen Straßenverkehrs und Sporttreibens um keinen Millimeter preisgeben will. Tenor Litrici befuhr es verständlicherweise ohne.

Habe ich richtig verstanden, lebte der russische Schauspieler und Sänger Alexander W. Dedjuschko (1962–2007) in der knapp 200 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Großstadt Wladimir, wo er eine zeitlang ein Theaterengagement hatte. Zuletzt trat er vorwiegend in Film & Fernsehen auf; er moderierte beispielsweise die Sendung Tanzy so swosdami, Tanzen mit den Stars. Mit seiner zweiten Gattin Swetlana, gleichfalls Schauspielerin, hatte er ein Söhnchen, Dimitri. Eben in der Gegend von Wladimir verunglückte die ganze dreiköpfige Familie am späten Abend des 3. November 2007 tödlich mit ihrem Toyota Picnic. Während die deutsche Wikipedia lediglich von einer „eisglatten“ Fahrbahn spricht, heißt es bei ihrer russischen Schwester, der japanische Wagen sei „aus unbekannten Gründen“ über die lückenlose weiße Mittellinie und damit in einen Lkw des Gegenverkehrs gefahren. Alle drei starben auf der Stelle. Dedjuschko war 45, Swetlana wohl 31, Dimitri Acht. Der Lkw-Fahrer, 38, habe überlebt.

Die Schülerin Tina Hoßfeld (1991–2007) aus Langenhain bei Waltershausen, Thüringen, wurde doppelt so alt wie Dimitri Dedjuschko, 16. Auf dem Friedhof ihres Dorfes, der die sehenswerte, schlichte barocke Dorfkirche umgibt, hat sie ein kitschiges Grab, mit Putten und aufgeschlagenem Buch aus Stein. Offenbar frönte die Waltershäuser Schülerin dem Eishockey-Sport. Auf der Rückfahrt von einem Spiel in Erfurt kam eine 18jährige Kameradin, die den Wagen der beiden jungen Frauen lenkte, bei Dunkelheit an einer Baustelle in der Nähe des Boxbergs wegen angeblich unzulänglicher Straßenführung oder -markierung von der Fahrbahn ab, worauf der Wagen gegen einen Baum prallte. Die Kameradin erlitt Verletzungen, blieb aber am Leben. Tina hat jetzt die mordsdicken, laut Sigmar Löffler im Jahr 1769 gepflanzten Linden an der Langenhainer Kirche vor ihren erstarrten Augen. Ich wurde im März 2007 auf das Unglück aufmerksam, als ich, wie öfter, die Haupt- und Realschule unweit unserer Stadtkirche streifte. Dort stapelten sich am Hoftor die Blumengebinde. Komme ich nun an ihrem Grab vorbei, könnte ich nicht sagen, wem mein tieferes Mitleid gilt, Tina oder ihrer Fahrerin.

* 17. August 2007
** Badische Zeitung, 3. Januar 2014
*** Stuttgarter Nachrichten, 1. September 2014
**** Wiebke Hüster, FAZ-Blog vom 26. Oktober 2013



Ligthart, Jan (1859–1916), niederländischer, christlich-sozialistisch gestimmter Lehrer und „Reformpädagoge“. Der Sohn eines Amsterdamer Krämers strebte einen lebensnahen, fächerübergreifenden und von handwerklicher Betätigung gesäumten Unterricht an, wobei ihm insbesondere die Förderung von Arbeiterkindern am Herzen lag. Seine Frau Marie, mit der er drei Kinder hatte, war gleichfalls Lehrerin. Ab 1885 leitete Ligthart, der persönlich stets vegetarisch und abstinent gelebt haben soll, eine öffentliche Schule im Den Haager proletarischen Viertel Schilderswijk, nach der Adresse Tullinghstraat genannt. Sie wurde zunehmend von ausheimischen Kollegen besichtigt. Ligthart betätigte sich außerdem gewerkschaftlich und schriftstellerisch. Freilich hatte er mit vielen Widerständen zu kämpfen. So stellten sich um 40 zunehmend Herzanfälle, Ohrensausen, Müdigkeit und Trübsinn bei ihm ein. Zu allem Unglück verlor er einen neunjährigen Sohn durch Blutvergiftung. Den Rest gab ihm möglicherweise der „Kriegsausbruch“, besser gesagt, der Taumel, mit dem die Massen diesen begrüßten. Ende 1914 begab sich Ligthart in ein Sanatorium in der Gemeinde Rheden, Gelderland, wo er nicht mehr lange zu leben hatte. Sein Ende wird von Quellen, die ich der niederländischen Wikipedia entnehme, ungefähr übereinstimmend geschildert, aber nur ungefähr. Für die einen wurde der 57jährige enttäuschte und geschwächte Mann Mitte Februar 1916 bei einem Spaziergang von einem Schneesturm überrascht, der ihn gleichsam in einen Kanal blies, wo Ligthart ertrank. Für die anderen ging er an besagtem Tag ins Wasser. Ein Schiffer sei noch zur Hilfe geeilt, doch Ligthart war bereits tot.


Lind Lagerlöf, Daniel (1969–2011?). Streng genommen, kann der 42 Jahre alte schwedischer Filmemacher, der auch bei Fernsehsendern durchaus gut im Geschäft war, nur als verschollen gelten. Anfang Oktober 2011 suchte er in einem Naturschutzgebiet bei Tanumshede die Skagerrak-Küste nach geeigneten Drehorten ab. Das Wetter wird als stürmisch und regnerisch beschrieben. Am Tage seines Nichtwiederauftauchens hatte sich das dreiköpfige Team, dem Lind Lagerlöf angehörte, aufgeteilt und für später einen Treffpunkt verabredet. Wer nicht an diesem erschien, war der Teamchef. So jedenfalls die Darstellung der Polizei, die sich vermutlich allein den beiden Kollegen Lind Lagerlöfs verdankte. Auch andere Augenzeugen waren nicht aufzutreiben. Demnach war Lind Lagerlöf „spurlos verschwunden“, wie die Formel in Krimi-Waschzetteln lautet. In der Annahme, er sei auf den tückischen Klippen ausgerutscht, in die Nordsee gefallen und abgetrieben worden, stellte die Polizei ihre aufwendige Suche nach einigen Tagen ein. Verdacht auf Mord oder Selbstmord bestehe nicht, hieß es in den Medien*, obwohl die Drehortsuche der Verfilmung eines Krimi-Bestsellers mit dem Titel Der Strandritter gegolten hatte. Der Verschollene hinterließ seine Frau Malin Holst Lagerlöf, eine Drehbuchautorin, und die drei gemeinsamen Kinder. Neuerdings wird ein Buch aus der Feder Holst Lagerlöfs über das Verschwinden ihres Gatten angekündigt.**

* t-online, 20. Oktober 2011
** svt.se, 4. Februar 2016



Lindman, Arvid (1862–1936), Politiker >Harder, Marie


Lindner, Hermann (1905–57), österreichischer Ingenieur und Fabrikant. Ein gnädiges Schicksal wußte es so einzurichten, daß Lindner nicht unter seine eigenen Traktoren oder Transporter kam, was dem PR-Chef seiner Firma sicherlich mißfallen hätte. Der Bergbauernsohn war zunächst Mechaniker geworden. Ab 1939 diente er der Wehrmacht als Soldat (in Polen) sowie mit Erfindungen, die ihm prompt den Ingenieurs-Titel einbrachten. Seit 1948 stellte er in Kundl, Bezirk Kufstein, Tirol, im eigenen Unternehmen bergtaugliche Traktoren und Transporter her. Nach einem „tragischen“ Verkehrsunfall im Oktober 1957, so die einzige diesbezügliche Auskunft der Firmenwebseite, wurde der Betrieb, der damals um 150 Leute beschäftigte, von Lindners Gattin und drei Kindern übernommen. Vermutlich war Lindner, 51, Auto gefahren und noch am Unfalltag im Krankenhaus Wörgl, Kufstein, gestorben. Anfragen an mehrere Stellen blieben ohne Echo. 2012 hatte die Firma Lindner, bis heute in Familienbesitz, rund 220 MitarbeiterInnen, darunter womöglich einen stummen Pressechef.


Linley, Samuel (1760–78), Seemann >Condivi, Ascanio


Linley, Thomas junior (1756–78), Geiger >Condivi, Ascanio


Liv, Stefan (1980–2011), Eishockeyspieler >Bacigalupo, Valerio


Livry, Emma (1842–63), Ballerina >Liedtke, Tanja


Long, Frederick „Shorty“ (1940–69), Rocksänger >Farrow, Ernie


Lorenz, Kerstin (1962–2005), Politikerin >Tucker, George


Löwe, Gustav (1852–83), Bibliothekar >Ebert,
Friedrich A.


Lowry, Malcolm (1909–57), Schriftsteller aus wohlhabendem britischen Handelshause. Als Knabe schränkte ihn eine hartnäckige Augenentzündung ein. In der Schulzeit verfiel er dem Alkohol, später zudem der Literatur. Bald nach seinem College-Abschluß (1932) lebte Lowry vorwiegend in Nordamerika. Erst im Sommer 1955, einen angeblichen Gipfel der literarischen Moderne im Rücken, den sogenannten Roman Unter dem Vulkan von 1947, kehrt er wieder nach England zurück, wo er zwei Jahre darauf, mit 47, auch endet. Nach der amtlichen Version starb er zu Hause unfallweise im Schlaf. Mit Gordon Bowkers Worten* gesagt: „The coroner's verdict was 'Death by Misadventure', and the causes of death given as inhalation of stomach contents, barbiturate poisoning, and excessive consumption of alcohol.“

Von den Umständen her lag freilich sowohl ein Verdacht auf Selbstmord wie auf Mord nahe. Der von alkoholisch befeuerter Psychose und vermutlich auch seinem „Erfolg“ gebeutelte Schriftsteller hatte sich, wohl auf Betreiben seiner zweiten Ehefrau Margerie Bonner, zwei Jahre vor seinem Tod auf heimatlichem Boden in ärztliche Behandlung begeben, während ihn die Fachwelt, aufgrund jenes Gipfels zwischen Buchdeckeln, bereits als Nachfolger des James Joyce feierte, der 1941 gestorben war. Bonner, Jahrgang 1905, eine Ex-Hollywood-Schauspielerin, dann auch Schriftstellerin, hatte sich 1940 mit Lowry verheiratet und war ihm sowohl seelisch wie literarisch stark zur Hand gegangen. Wie die Dinge lagen, war er allerdings wiederholt gewalttätig gegen sie gewesen. Sie wollte oder konnte ihn aber nicht im Stich lassen. Nun, nach einigen Kuren Lowrys in oder bei London, bezogen sie gemeinsam „White Cottage“, ein Häuschen im südenglischen Dorf Ripe. Dort bändelte Bonner mit dem verwitweten Lord Peter Churchill an, der ebenfalls schrieb. Sie drohte erneut, Lowry zu verlassen, wenn er sich nicht bessere. Dann kam der 26. Juni 1957.

Nach Bonners Darstellung gab es abends, bei reichlich Gin und Radiomusik, wieder einmal handgreiflichen häuslichen Streit zwischen den beiden. Sie habe sich zu einer Nachbarin geflüchtet, Schlafmittel eingenommen und dort auf der Couch übernachtet. Am Morgen habe sie ihren Gefährten tot auf den Dielen des Schlafzimmers entdeckt. Die Polizei fand das Zimmer verwüstet wie nach einem Kampf vor. Auch die Leiche zeigte solche Spuren. So wurde Bonner zunächst verhaftet, nach der Vernehmung freilich wieder entlassen. Bonners Geschichte war, Lowry habe sich an ihren Schlaftabletten bedient und, wie schon häufiger angekündigt, auf diese Weise, im Verein mit dem Gin, umgebracht. Ob und wieviel sie selbst trank (bis dahin oft eine Menge), ob sie Lowry wirklich nur „Vitamin-Tabletten“ aufgenötigt und wo sie nun eigentlich übernachtet hatte, bei der Nachbarin Mrs Mason oder in einer Kammer des Häuschens, bleibt unklar. Bowker zufolge finden sich in Bonners im Laufe der Zeit gemachten Äußerungen einige auffallende Widersprüche. Verwandte Lowrys und etliche seiner Freunde seien deshalb davon überzeugt, Bonner habe die Gelegenheit zur Beseitigung ihres anstrengenden Gatten genutzt und zu diesem Zwecke mit Mrs Mason unter einer Decke gesteckt.

Was umgekehrt die Verwandten und Freunde Bonners glauben, geht auch aus D. T. Max' ausführlicher Darstellung** nicht hervor, falls es mir nicht entgangen ist. Max zufolge ging Bonner damals nach Los Angeles, kümmerte sich um Lowrys Nachlaß (von dem sie vermutlich ihre täglichen Brötchen und Wodkas finanzierte) und gab ihren Geist erstaunlicherweise erst 1988 mit 83 Jahren auf.

* „Foul play at White Cottage“, in: Times Literary Supplement, 20. Februar 2004. Vom selben Autor war 1993 das Buch erschienen: Pursued by Furies: A life of Malcolm Lowry.
** im New Yorker, 17. Dezember 2007



Ludwig II. von Bayern (1845–86), Herrscher >Kolletschka, Jakob


Lully, Jean-Baptiste (1632–87), französischer Tänzer, Hofkomponist und Dirigent. In vielen Nachschlagewerken wird Mendelssohn als Erfinder des Taktstockes oder jedenfalls der Rolle des Dirigenten im heutigen Verständnis ausgegeben. Damit befördern sie eben den Geniekult, dem auch das Dirigieren dient. In Wahrheit bahnte sich das uns geläufige Dirigieren über Jahrzehnte hinweg schon vor Mendelssohn an, wie der Berner Musikwissenschaftler Anselm Gerhard 2005 in einem Aufsatz* erläutert hat. Traditionell „dirigierten“ der Erste Geiger (mit dem Bogen) oder der Cembalist (mit der Notenrolle) von ihrem Platz am Instrument aus. Mit dem Aufkommen großer Opern – Chöre und TänzerInnen eingeschlossen – verfiel man darauf, dem Komponisten einen „Knüppel“ zu geben, mit dem dieser auf den Boden stampfte oder auf einen Kasten schlug. Jean-Baptiste Lully, dem Begründer der französischen Oper, fiel dabei 1686 das Pech zu, sich bei der legendären Aufführung seines Te Deums den Knüppel versehentlich in den Fuß zu rammen. Das führte, nach Gerhard, zu einer schleichenden Blutvergiftung, an der Lully, 54, drei Monate später starb.

In Egon Friedells Kulturgeschichte (S. 521) ist der Knüppel ein Rohrstock gewesen. Andere Quellen bescheiden sich mit Lullys „Spazierstock“, zu dem der Jugendfreund und dann Günstling des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. erbost gegriffen habe, um seinen Unmut ins Parkett zu stampfen. Vielleicht war dieser Spazierstock mit einer rostigen Eisenspitze versehen, durch die sich Lullys zunächst unbedeutende Fußwunde später entzündete; vielleicht waren aber auch schnöde Krankenhauskeime oder Kurpfuscherei im tödlichen Spiel. Jedenfalls lehnte der Stardirigent eine Amputation des Fußes ab, da er ja schließlich auch Tänzer sei. Ich halte es allerdings auch nicht für ausgeschlossen, schlitzohrige Biografen verlegten die Geschichte dieser tödlichen Verwundung flugs von der Straße oder dem Reitweg auf die Bühne, auf daß sie mehr Wirkung entfalte.

Damit zurück zum Dirigieren. Auch der Taktstock in Gestalt eines dünnen, womöglich noch weißlackierten Stäbchens ist keineswegs auf Mendelssohns Mist gewachsen. Der hervorragende Geiger Louis Spohr etwa pflegte ihn schon um 1820 zu benutzen, wenn auch meist nur für Proben. Selbst Mendelssohn dirigierte bei Konzerten oft vom Klavier aus. Aber er kam auf den Geschmack, bewährte sich das Insigne doch nicht nur in der Aktion. 1843 wechselte er in Leipzig mit dem Kollegen Hector Berlioz seinen Taktstock nach vollbrachter Tat – „wie die alten Krieger ihre Rüstungen getauscht hatten“, wobei der furiose Franzose sogar ausdrücklich von seinem „Tomahawk“ sprach. Sie hatten das Publikum erlegt.

Die Musik begann in den Hintergrund zu treten. Noch 1779 hatte, wie Gerhard mitteilt, „ein anonymer teutscher Biedermann“ lapidar festgestellt, soweit der Komponist vor der öffentlichen Aufführung „sattsame Proben gehalten“ habe, bedürfe es „weiter keiner Direktion“; das Orchester dirigiere sich „alsdann von selbst, wie die Uhr, wenn sie aufgezogen worden ist.“ Doch ab ungefähr 1870 trat das Buhlen um die Gunst des Publikums rasant in den Vordergrund. Und das Publikum fand offensichtlich Gefallen daran, Dompteure von Gesamtkunstwerken zu feiern, man denke nur an Wagners Riesenschinken. Laut Anselm Gerhard klagte der selbst vom Bratscher und Geiger zum Dirigenten „aufgestiegene“ Paul Hindemith 1952, „die Kaste der Dirigenten“ spiele im Musikleben „eine Rolle, die gänzlich außer Proportion zu Leistung und Stellung der übrigen Musiker“ geraten sei. Aber sie geriet auch außer Proportion zum aufgeführten Werk. Die gleiche Entwicklung fand bekanntlich im Theater mit seinen Starregisseuren statt: die AufbereiterInnen wurden wichtiger und mächtiger als die UrheberInnen.

Elias Canetti führt gegen Ende seines dickleibigen, um nicht zu sagen: aufgeblasenen Werkes Masse und Macht von 1960 auf zweieinhalb empfehlenswerten Seiten aus, warum es „keinen anschaulicheren Ausdruck für Macht als die Tätigkeit des Dirigenten“ gebe. Das beginnt mit der herausgehobenen Position des Dirigenten und endet in dessen Kopf – ja sogar in den Köpfen seiner Untergebenen. „Er ist allwissend, denn während die Musiker nur ihre Stimmen vor sich liegen haben, hat er die vollständige Partitur im Kopf oder auf dem Pult. Es ist ihm genau bekannt, was jedem in jedem Augenblick erlaubt ist. Daß er auf alle zusammen achtet, gibt ihm das Ansehen der Allgegenwärtigkeit. Er ist sozusagen in jedermanns Kopf. Er weiß, was jeder machen soll, und er weiß auch, was jeder macht.“

Inzwischen bedarf es der Taktstäbchen nicht mehr. Einige ausgefuchste und kapitalkräftige DrahtzieherInnen der sogenannten Freien Märkte bringen heutzutage ganze Volkswirtschaften nur durch ein paar Mausklicks zum Einsturz. Sie profitieren von der ungeheuerlichen Unübersichtlichkeit der opferreichen Oper namens Die Welt von heute.

* in Partituren, Juli/August 2005, S. 26 ff.


Lundbye, Johan Thomas (1818–48), dänischer patriotischer Maler. Heute ist er meist für gewisse Gemälde von – bei Lundbye – geradezu betörenden oder anrührenden Landschaften und (Nutz-)Tieren bekannt. Er war ein begabter Zeichner. Er schuf auch Illustrationen für Kinderbücher, die sogar Zwerge oder zipfelmützige Trolle einschließen. Aber der auf seinen Selbstportraits so anziehend wie zerbrechlich wirkende Künstler wurde keine 30. Im Frühjahr 1848, als sich Dänemark und das (preußisch gestützte) Holstein mal wieder um das Herzogtum Schleswig zu balgen begannen, bezog er ein Militärlager unweit der süddänischen Gemeinde Bedstedt und ölte für seinen König die Flinte. Hier suchte ihn angeblich ein tödlicher Schußwaffenunfall heim, ehe er noch den Pulverdampf der Front geschnuppert hatte.

C. F. Brickas Dansk biografisk Lexikon etwa, erschienen in Kopenhagen zwischen 1887 und 1905, gibt den Maler als „offer for et vadeskud“ (Opfer eines versehentlichen Schusses) aus, ohne auch nur ein Komma von den Umständen des Versehens hinzuzufügen. Das hielt sich bis in Die Welt vom 8. Januar 2000, für die er „von einer verirrten Kugel“ getroffen worden war. Irren ist eben menschlich. Andere Quellen erwähnen einen naheliegenden Verdacht auf Selbstmord, geben freilich ebensowenig Belege. Immerhin ist bekannt, Lundbye war schon als Kind kränklich und wohl auch melancholisch gestimmt. Von den Eltern erfährt man nichts, doch werden sie keine SteineklopferInnen gewesen sein, brachte es doch Lundbyes Bruder Carl Christian 1863 zum dänischen Kriegsminister. Auch von Lundbyes Liebesleben, falls er ein solches hatte, nicht der Hauch einer Spur. Er studierte in Kopenhagen (bis 1842) an der Kunstakademie und begann, sich einen Namen zu machen. 1845/46 weilt er mit Hilfe eines Stipendiums anderthalb Jahre auf Europareise bis Rom. Das empfindet er in künstlerischer Hinsicht als durchaus anregend, doch das Klima, wohl die fröhliche Geselligkeit im Süden eingeschlossen, behagt ihm nicht. Kaum hat er erste Auszeichnungen errungen und sich, bei Helsingör (nördlich von Kopenhagen), in ein Bauernhäuschen zurückgezogen oder auch dieses lediglich erblickt oder erworben, erreicht ihn der erwähnte Kriegsruf. Vielleicht wäre er besser daheim geblieben. Oder war es seine große Chance? Auf einen gnädigen Heldentod?


Lusseyran, Jacques (1924–71), französischer Hochschullehrer und Schriftsteller, seit dem achten Lebensjahr durch einen Unfall in der Schule blind. Seine Eltern sind WissenschaftlerInnen und geben ihm ihre Neigung zu Rudolf Steiners Anthroposophie mit. Nach dem Unfall lehren sie ihn Blindenschrift. Er bleibt ein ausgezeichneter Schüler. Trotz seiner beträchtlichen Behinderung nimmt Lusseyran als junger Mann an der Resistance teil, was ihm, durch Verrat, im Sommer 1943 ein halbes Jahr Gefängnis, Krankheit und die Überstellung ins KZ einbringt, nach Buchenwald. Hier helfen ihm seine hervorragenden Deutschkenntnisse und der Glaube an sein „inneres Licht“, wie er es nennt. Nach der Befreiung ist ihm aufgrund seiner Blindheit der Staatsdienst in Frankreich verwehrt. So wird er Freier Schriftsteller, Dozent und Vortragsreisender. Angeblich zeigen sich viele Menschen von seiner „charismatischen“ Ausstrahlung beeindruckt; wahrscheinlich versteht sich Lusseyran als „Heiler“, wie schon sein Mentor Georges Saint-Bonnet. Als er 1953 den Prix Louis Barthoux für ein autobiografisches Buch erhält, beglückwünscht ihn auch Albert Camus. 1969 erlangte Lusseyran eine Professur (für französische Literatur) in Honolulu, Hawaii, doch das tropische Klima bekommt ihm nicht. Mit der Aussicht auf einen Lehrstuhl in Basel hält er sich im Sommer 1971, inzwischen 46 Jahre alt, bei Verwandtschaft in Frankreich auf. Hier wird ihm an einem Julimittag eine Fahrt nach Nantes mit dem von seiner dritten Ehefrau Marie (31) gesteuerten Auto zum Verhängnis. Der Wagen sei bei Ancenis auf nasser Straße plötzlich ins Schleudern geraten und gegen ein Fahrzeug des Gegenverkehrs geprallt, heißt es in einem Artikel von Conrad Schachenmann.* Beide Lusseyrans wurden dadurch aus ihrem Wagen geschleudert und zusätzlich von einem dritten Auto überfahren. Offenbar starben sie noch am Unfalltag. Die sechs anderen Beteiligten seien unverletzt geblieben. Für Marie dürfte es eher ein Glück gewesen sein, sich nicht unter den Überlebenden zu befinden.

* in: die Drei, Frankfurt/Main, Nr. 9/1971



Fortsetzung M–Maz
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