Samstag, 2. Januar 2016
Lexikon der Unfallopfer H

H., Tina (1991–2007), Schülerin >Liedtke, Tanja


Haack, Günther (1929–65), Bühnenkünstler >Dudow, Slatan


Haanpää, Pentti (1905–55), Schriftsteller >Hamerik, Ebbe


Habert, Philippe (1604?–37), Soldat & Lyriker >Boulogne, Valentin de


Hack, Ernst (1946–86), Ringer >Agsamow, Georgi T.


Haider, Jörg (1950–2008), Politiker >Larriva, Guadalupe


Hailwood, Mike (1940–81), Motorradrennfahrer >Gerresheim, Lutz


Hall, Rob (1961–96), Bergsteiger >Reifenberg, Ernst Robert


Hallam, Thomas († 1735), britischer Schauspieler. Im Gegensatz zu seinem Kollegen Charles Macklin, der sich zur Tatzeit bereits auf dem Weg zum Ruhm befand, muß Hallam geradezu unbedeutend gewesen sein. Man findet noch nicht einmal Geburtsdaten oder Altersangaben. Um diesem Mißstand vorzubeugen, hätte ihn Macklin, der auch als großer Hitzkopf galt, im Jahr 1735 in der Künstlergarderobe des Londoner Drury Lane Theatres mindestens enthaupten und vierteilen müssen. So aber genügte ein Stich. Am verhängnisvollen Tage war zwischen den beiden Schauspielern ein törichter Streit um ein Requisit entbrannt: eine nagelneue prächtige Perücke. Man zerrte an ihr, beschimpfte und boxte sich – und plötzlich stieß der ungefähr 40 Jahre alte Macklin, übrigens ein Ire, mit seinem vermutlich angespitzten, vielleicht sogar mit Eisen beschlagenen Spazierstock zu. Dieser schnöde Stock fuhr Hallam „unglücklich“ ins linke Auge und dann ins Gehirn. Am nächsten Tag war Hallam mausetot, obwohl er gar nicht Hamlet hieß. Da es Augenzeugen gab, konnte sich Macklin nicht herausreden. Das Gericht erkannte aber „nur“ auf Totschlag, und der Täter soll sogar ohne nennenswerte Bestrafung davongekommen sein, möglicherweise mit Hilfe einer kleinen Bestechung, wie gemunkelt wird. Dies alles konnte freilich nicht an Macklins Weg in Band 13 (von 1990) meines Brockhaus' rütteln, wo er 12 Zeilen hat. Hallams Leiche kommt darin nicht vor.


Hamerik, Ebbe (1898–1951), dänischer Komponist und Dirigent aus hochmusikalischem Hause. Gleichwohl kann er kein ätherischer Strich in der Landschaft gewesen sein. Zum einen galt er als leidenschaftlicher Segelsportler, was ihm denn auch den vorzeitigen Garaus bereitete, zum anderen meldete er sich 1940 freiwillig bei den finnischen Behörden, um diesem recht entfernten Nachbarland im sogenannten „Winterkrieg“ zu helfen, die Begierde der eingefallenen Roten Armee der SU zu zügeln. Im selben Jahr wurde in Kopenhagen Ebbes wohl bekannteste Oper Marie Grubbe uraufgeführt. Man sollte dabei bedenken, Dänemark stand seit 1940 unter deutsch-faschistischer Knute, wenn sie bis 1943 auch mit Samt umwickelt war. Just bis zu diesem Zeitpunkt soll Ebbe regelmäßig im Dänischen Rundfunk zu Gehör gebracht worden sein. Ein Außenseiter war er offenbar nicht. 1944 heiratete er Brita Møller, Tochter eines Pianofabrikanten. Aus einigen Andeutungen ist zu vermuten, Ebbe sei öfter auch im faschistischen Deutschland selber aufgetreten, als Gastdirigent, etwa in Dresden, doch mangels Sprachkenntnissen könnte ich dafür nicht meine Hand ins Feuer legen. Ich nehme einmal an, Ebbe war Antikommunist und eher nach Rechts orientiert. Jedenfalls überlebte er alle Kriege. Auch als Selbstmörder ist er schwer vorstellbar. Als er im August 1951, inzwischen 52 und gerade mit seiner Segelyacht Stout von Norwegen nach Schweden unterwegs, im Kattegat Schiffbruch erlitt, wahrscheinlich wegen eines Sturms, soll er aber merkwürdigerweise allein an Bord gewesen sein.* Das Wrack seiner Yacht wurde unweit der schwedischen Küstenstadt Halmstad angespült; seine Leiche dagegen blieb unentdeckt. So kann er eigentlich nur als verschollen gelten.

Der finnische Schriftsteller Pentti Haanpää (1905–55) wirkt auf Fotografien eher kernig wie ein Holzfäller. Im Gegensatz zu dem dänischen Segelsportler stand er freilich recht deutlich auf der anderen, damit zumindest streckenweise auch der sowjetrussischen Seite. Er verlieh den Arbeits- und Wandersleuten Stimme, die nur an Entbehrungen reich waren. Immerhin verkniff er sich bei dieser Fürsprache die gröbsten Fanfarenstöße, warb dafür mit spröder Poesie. Im Grunde hätte Haanpää auf Thoreaus Waldensee gehört. So aber blieb er, nur unter Zähneknirschen der weiten verstädterten Welt entsagend, zeitlebens der mittelfinnischen, mit Mooren, Sümpfen und Mücken gespickten Einöde treu, wo er nahe seines Geburtsortes Pulkkila im Dorf Piippola wohnte, das später eine Schule nach ihm benannte. Haanpääs Falle wurde der ein Stück weiter südlich, bei Pyhäntä gelegene, recht ausgedehnte See Iso Lamujärvi. An einem Freitag Ende September 1955, zwei Wochen vor dem 50. Geburtstag des halbwegs anerkannten und folglich gelesenen Erzählers, unternahm man, offenbar zu mehreren, eine Angelpartie auf dem See. Sie geriet schon insofern feucht, als man eifrig diversen Schnäpsen zugesprochen haben soll. Dann kam Sturm auf – und warf den mutmaßlichen Gastgeber, Haanpää, ins Wasser, wo er ertrank. Falls er nicht gesprungen oder gestoßen worden war. Nach Robert Brantberg** hatte Haanpää seiner Frau Alli gegenüber Andeutungen gemacht, die zumindest einen Selbstmord nicht ausschließen. So oder so liegen die näheren Todesumstände, wie es aussieht, wieder einmal im Nebel. Keine hübsche Aussicht für Tochter Elsa, geboren 1945, die heute 70 ist, falls sie noch lebt.

Der weißhäutige US-Jazzgitarrist Arvin Garrison (1922–60) ist eher durch einige „legendäre“ im Jahr 1946 eingespielte Plattenaufnahmen mit Charlie Parker und Dizzi Gillespie bekannt, weniger durch seinen Tod, von dem nur hier und dort in derselben Formel zu lesen ist: ertrunken (mit 37) bei einem epileptischem Anfall. Ob in der Badewanne oder im Eriesee, wird nie verraten, doch kann man zumindest vermuten, der tödliche Vorfall trug sich in Toledo, Ohio, zu, wo Garrison nach dem Krieg vorwiegend lebte und auftrat. Eine Zeitlang spielte er übrigens in einem Trio mit seiner Gattin Vivien Garry zusammen, die dort am Kontrabaß stand – damals sicherlich eine Rarität. Als die Bassistin 2008 das Zeitliche segnete, war sie mindestens doppelt so alt wie Garrison.

Mit dem kalifornischen Clear Lake, nordwestlich von Sacramento gelegen, fand der US-Rocksänger Johnny Burnette (1934–64) ein deutlich geräumigeres nasses Grab als Haanpää, der finnische Fischer. Auch der Musiker soll geangelt haben, offenbar bei Dunkelheit. Der englischsprachigen Wikipedia zufolge wurde sein kleines und leider unbeleuchtetes Boot am 4. August 1964 versehentlich von einer Motorjacht gerammt. Burnette ging über Bord und ertrank. Ob er schwimmen konnte, weiß ich nicht. Er war 30 Jahre alt und hatte es bis dahin zwar zu zahlreichen Platten, nicht jedoch zum Starruhm seines Zeitgenossen Elvis Presley gebracht.

Im Jahr 1898 liefen einige Schockwellen durch das Reich der gelehrten AusgräberInnen dieses Planeten. Zunächst war der führende Sanskritforscher Georg Bühler (1837–98), ein 60 Jahre alter Hofrat mit Vollbart aus Wien, im Bodensee ertrunken, und das auch noch am Karfreitag, den 8. April. Er hatte, obwohl in Wien schon der Vorlesungsbetrieb lief, von Zürich aus, wo er, wenn ich richtig verstanden habe, mit seiner schweizer Gattin und vielleicht auch einem 16jährigen Sohn wohnte, einen Abstecher nach Lindau gemacht und sich dort in einem Gasthof einquartiert. Am Karnachmittag stach er mit einem Ruderkahn solo in See – und seiner verheulten und verdutzten Gattin blieb später nur, seine Hotelrechnung zu begleichen. Man fand den Kahn kieloben auf dem See treiben, und an einer anderen Stelle auch noch ein Ruder, das ihm fehlte. Nur der Professor oder seine Leiche ließen sich nicht blicken. Wie so oft in solchen Fällen beeilten sich bestürzte Kollegen, einen „tragischen“ Unfall zu beklagen. Das hallt bis heute in so manchem Nachschlagewerk unkritisch nach. Da es sich offenbar um einen unwetterfreien Karfreitag gehandelt hatte, mutmaßte zum Beispiel Julius Jolly***, möglicherweise sei Bühler, etwa einer Dampfschiffwelle wegen, das erwähnte Ruder entglitten, und beim Versuch, es zu bergen, fiel er in den See. Oder der schwankende Kahn kenterte, als sich Bühler aufrichtete (und der Fahrtwind in seinen Bart griff). Oder er habe, nach mehrstündigem Rudern, einen Schlaganfall erlitten und sei deshalb ins Wasser gekippt, denn seine Gesundheit sei nicht mehr die beste gewesen. Immerhin muß Jolly redlicher als etwa Bühlers Schüler Anton Führer gewesen sein, sonst hätte er den ertrunkenen Indologen nicht schon eingangs seiner Beklagung einen „erfahrenen Ruderer“ genannt. Das schließt vermutlich die Fähigkeit des Schwimmens ein. Auch andere Kollegen räumten ein, das Bootfahren sei Bühlers bevorzugter Sport gewesen. Charles Allen**** zufolge war Bühler auch durchaus gesund gewesen – wenn auch vielleicht arg zerknirscht. Der Indienkenner und Autor zahlreicher populär-historischer Sachbücher aus London schreibt, der letzte Zeuge des Karfreitages habe Bühler nach 19 Uhr auf dem Wasser gesehen, also schon nach dem Einbruch der Dunkelheit.

Es wird kaum verblüffen, wenn Allen einen Selbstmord des 60jährigen Gelehrten für nicht unwahrscheinlich hält, zumal er auch noch ein Motiv anzubieten hat, nämlich eine schillernde Geschichte mit Bühlers ehemaligem Studenten und langjährigem engen Mitarbeiter Dr. Anton Führer – eine Geschichte, die Bühler womöglich selbstmordreif bedrückte. Dieser bis dahin in Indien stationierte Schützling hatte sich, wie es aussieht, bei seinen „vielbeachteten“ Entdeckungen, darunter des angeblichen, schon immer eifrig gesuchten, weil bedeutungsschweren Geburtsortes Buddhas, und bei seinen Berichten und anderen Veröffentlichungen der unter ehrgeizigen Wissenschaftlern durchaus beliebten Methode des Fälschens bedient, wobei er auch nicht vor meterlangen Plagiaten aus Schriften seines Mentors Bühler zurückgeschreckt war. Das setzte also weitere Schockwellen in Gang. Die indisch-britischen Kolonialbehörden sahen sich noch im Herbst desselben Jahres 1898 gezwungen, Führer aufgrund dieser Betrugsvorwürfe aller Ämter zu entheben und dabei auch gleich einen Stapel Unterlagen aus seinem Büro zu beschlagnahmen. Soweit ich weiß, zog sich Führer, einst katholischer, dann vorübergehend designierter buddhistischer Priester, in die Schweiz zurück, wo er 1930 mit knapp 77 starb. Sollte sich sein Mentor – aus welchen Gründen auch immer, es gibt genug! – umgebracht haben, wußte dieser vermutlich zu verhindern, daß er, ob lebendig oder tot, gleich wieder auftauchen würde. Vielleicht war er gegen 19 Uhr tatsächlich schon dem Herzinfarkt nahe, weil er einige Kilogramm Steine oder seine Hantel vom Fitneßtraining nebst eine Rolle Seil mit auf den See zu befördern hatte.

* ArkivMusic 2014
** Webseite Brantberg, 2009
*** in der Zeitschrift Grundriß der indo-arischen Philologie und Altertumskunde, I. Band, 1. Heft A, Straßburg 1899, S. 18
**** The Buddha and Dr. Führer: An Archaeological Scandal, London 2008, bes. S. 173–200



Hammarskjöld, Dag (1905–61), Politiker >Müller, Wolfgang


Harder, Marie (1898–1936), „proletarische“ Schriftstellerin und Filmemacherin; „unter bis heute ungeklärten Umständen“ – so Ralf Husemann 2007 in der Süddeutschen Zeitung – einen Tag vor ihrem 38. Geburtstag auf mexikanischer Erde zerschellt und verbrannt. Meine Hauptquelle zu ihrem Werdegang ist keineswegs Husemanns Buchbesprechung*, vielmehr ein karger Lexikon-Artikel**, der zwar keine Rätsel löst, aber besser als gar nichts ist. Danach war Harder, Tochter einer Dienstmagd und eines Arbeiters und zunächst in Hamburg Gefängnisfürsorgerin sowie gelegentlich Journalistin, ab 1929 Leiterin der Berliner Film- und Lichtbildstelle der SPD. Sie hatte sich besonders für den sowjetrussischen Film erwärmt und versuchte sich auch selber an vergleichbaren Werken. Ihr einziger (stummer) Spielfilm von 1930, Lohnbuchhalter Kremke, zeigt den Weg eines dünkelhaften Kleinbürgers, der nach dem Verlust seiner Stelle in Verzweiflung gerät, bis er sich umbringt. Harder selber erging es möglicherweise nicht ganz unähnlich. Zunächst verlor sie 1931/32 ihre Kulturämter bei der SPD – angeblich wegen „finanzieller Verfehlungen“, möglicherweise nur ein Vorwand. 1935 konnte sie, unter dem Pseudonym „Käte Kestien“, noch immerhin einen Roman veröffentlichen. Als die Männer im Graben lagen (Frankfurt/Main, Societäts-Verlag) soll die Lage der Frauen im Ersten Weltkrieg behandeln. Von Harders eigenen Lage vorm Zweiten Weltkrieg erfährt man im Lexikon buchstäblich nichts. Man könnte nun mutmaßen, Harder habe sich im Frühjahr 1936 zur Emigration entschlossen, doch nach meiner zweiten, ungleich wichtigeren Hauptquelle aus der Feder des 1957 in Bilbao, Baskenland, geborenen und dort auch aufgewachsenen Rechtsanwaltes Alexander vom Hofe*** handelte es sich bei der verhängnisvollen Unternehmung, die für rund die Hälfte der Reisegesellschaft mit einem Flugzeugabsturz endete, eher um eine Vergnügungsreise. Soweit ich sehe, ist Vom Hofe bislang der einzige Autor, der Aufschlußreiches über dieses Unglück eingeholt und veröffentlicht hat.

Danach hatte die Hamburger Schiffahrtsgesellschaft Hapag eine Auslandsreise nach Mexiko und Mittelamerika angeboten. Mitte März 1936 traf die fragliche Touristen-Gruppe mit dem Dampfer Iberia vermutlich an der US-Ostküste ein. Am Vormittag des 26. März bestieg die Hälfte der Gruppe in Mexiko City ein dreimotoriges Charterflugzeug, das sie nach Guatemala bringen sollte, wie aus spanischen Presseberichten und Unterlagen der deutschen Gesandtschaft in Mexiko hervorgeht, die Vom Hofe anführt. Diese Maschine ging schon bald nach dem Start nicht weit vom berühmten, knapp 5.500 Meter hohen Vulkan Popocatépetl auf dem Hügel Zumpango nahe der Ortschaft Amecameca wieder zu Boden. Diesmal kam das Feuer, das den ganzen, offenbar mit Pinien bestandenen Hügel verheerte, nicht aus dem „heiligen“ Vulkan. Alle 14 Insassen der Maschine, darunter die vierköpfige Crew, kamen um. Die Presse führte zunächst geringe Flughöhe und Windstöße ins Feld. Vom Hofe selber nimmt nach Gesprächen mit Fachleuten an, die Maschine sei eher „wie ein Stein“ vom Himmel gefallen. Nach den Dokumenten war die Sicht gut. Der Chefpilot galt als ausgesprochen erfahren. Die Identifikation der Leichen gestaltete sich schwierig, erfolgte jedoch. Dafür verzichtete man merkwürdigerweise, wie Vom Hofe findet, auf eine Untersuchung des Wracks; vielmehr seien schon kurz nach der Bergung der Leichen nun auch die „wertlosen“ Überreste des Flugzeuges noch verbrannt worden, durch Beauftragte der Compañía Mexicana de Aviación, wie in der Presse zu lesen war. Die drei Motoren seien nicht etwa abtransportiert, vielmehr auf dem Hügel „beerdigt“, nämlich vergraben worden … Die deutsche (faschistische) Gesandtschaft meldete in die Heimat, zwar habe sich die Absturzursache „nicht restlos“ klären lassen, es „erübrige“ sich jedoch, diversen Theorien nachzugehen, die darüber in Umlauf seien. Somit scheint man hier und dort schon damals Unheil gewittert zu haben. Was Vom Hofe angeht, hält er einen von der Naziführung veranlaßten Mord (durch Sabotage an den Motoren) für wahrscheinlich und bietet dafür etliche Anhaltspunkte auf, interessante zeitgeschichtliche Zusammenhänge eingeschlossen.

Wie man sich denken kann, galt der Anschlag, sofern es einer war, nicht der Hamburger „proletarischen“ Künstlerin Harder oder auch den vier weiteren, deutschen oder österreichischen „Fräuleins“, die sich unter den 10 Fahrgästen der Todesmaschine befanden. Möglicherweise hatte sich Harder wirklich nur eine Vergnügungsreise aus Anlaß ihres 38. Geburtstages gegönnt, vielleicht im Verein mit einer Freundin. Wir wissen es einfach nicht. Hatte sie sich dabei in erstaunlich erlauchter Gesellschaft befunden, war es, auf dieser Geschenkebene, wahrscheinlich kaum vermeidlich. Neben zwei Baronen (aus München und Budapest) zählte vor allem ein beinahe echtes und ohne Zweifel auch zur Unglückszeit noch immer sehr gut betuchtes deutsches Fürstenpaar zu Harders UrlauberInnen- und Flugzeug-Gruppe. Das waren Adolf II. Fürst zu Schaumburg-Lippe (1883–1936) und dessen Gattin Elisabeth, auch Ellen genannt.

Die Sache ist, zumal der Adel beteiligt ist, verzweigt und verheddert wie so oft, und ich werde ihr hier nicht nachgehen. Nur noch das Folgende. Vom Hofe ist ein Großneffe Adolf II.. Dessen „Fürstentum“ erstreckte sich dereinst von Rinteln an der Weser und den Bückebergen bis zum sogenannten Steinhuder Meer. 1918 nicht ganz freiwillig abgedankt, residierte Adolf hinfort als Privatier bei München und in Italien. Wie es aussieht, waren er und seine ihm 1920 angetraute, vom Clan als bürgerlich, geschieden und spielsüchtig geschmähte Gattin den Nazis ein Dorn im Auge gewesen – selbstverständlich nicht, weil er aus dem Holze eines Max Hoelz geschnitzt gewesen wäre, siehe weiter unten. Für Vom Hofes Empfinden handelte es sich vielmehr darum, Adolfs überaus beträchtliches Vermögen in den Dienst des Faschismus und insbesondere der Kriegsanstrengungen stellen zu können. Zunächst ging dieses Vermögen dank jenes dummen Flugzeugabsturzes auf seine Geschwister über. Nebenbei verzehrte sich Adolfs Bruder Wolrad, seit 1935 Parteimitglied, erklärtermaßen nach dem Fürstentitel, womit er auch Göring in den Ohren lag. Das sind keinewegs Erzeugnisse aus Vom Hofes Madrider Märchenstube. Selbst Ralf Husemann merkt an: „Drei Brüder des Fürsten arrangierten sich mit den Nazis (Friedrich Christian brachte es gar zum Adjutanten von Goebbels). Doch der vierte (Heinrich), der Großvater des Autors, hatte nicht nur mit den Nazis nichts am Hut, er gehörte auch noch einer (alsbald verbotenen) Freimaurer-Loge an.“

Zu Ehren dieses Großvaters also, Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe (1894–1952), aber offensichtlich auch, weil er a) allgemein Gerechtigkeit schätzt, b) persönlich nichts dagegen hätte, auch noch von der überaus üppigen Bückeburger Torte zu naschen, scheint sich Vom Hofe seit Jahren unter vielen Mühen und Ärgernissen mit der leidigen ungeklärten Angelegenheit zu befassen. Dabei ist ihm der Einblick in die Archive des Bückeburger Fürstenhauses aufgrund testamentarischer Verfügungen bis heute ausdrücklich und, wie er meint, zu unrecht verwehrt.

Der als „konservativ“ geltende schwedische Militär, Industrielle und Politiker Arvid Lindman (1862–1936), streckenweise Minister oder Regierungschef in seinem Lande, hatte sich bereits in seinen Wahlkämpfen um 1920 fortschrittlichster Mittel bedient, darunter Wahlplakate und Flugzeuge. Gleichwohl starb Lindman erst mit 74 Jahren. Ende 1936 muß er sich in London aufgehalten haben, denn am 9. Dezember, einem typisch nebeligen Tag, saß er in einer niederländischen Douglas D.C.2, die auf dem dortigen Flughafen Croydon vergeblich versuchte, Richtung Amsterdam in die Luft zu kommen. Aus angeblich nie geklärten Gründen**** schwenkte sie schon nach knapp 200 Metern Anlauf von der zur Orientierung dienenden „Weißen Linie“ ab, um kurz darauf zunächst einen Schornstein abzurasieren, dann in ein Gebäude zu krachen, das dem Flight magazine zufolge „glücklicherweise“ gerade leerstand.***** Es gab einen Brand. Von den 17 Insassen der Linienmaschine kamen 15 ums Leben, darunter der erfolgreiche Parteivorsitzende (1912–35) des Allmänna Valmansförbundet (Allgemeiner Wählerbund), Arvid Lindman.

* „Geschäft auf Gegenseitigkeit“, 5. März 2007, Auszug bei twoday.net, archivalia
** Hans-Michael Bock (Hrsg): CineGraph, ein Loseblatt-Lexikon zum deutschsprachigen Film, München, Lg. 23
*** Alexander vom Hofe: Vier Prinzen zu Schaumburg-Lippe und das parallele Unrechtssystem, Vierprinzen S.L., Madrid 2006
**** Flight magazine, 21. Januar 1937, S. 48
***** 17. Dezember 1936



Harlan, Bruce (1926–59), Wasserspringer >Zürner, Albert


Harnier, Wilhelm von (1836–61), Afrikaforscher, Zeichner und unglücklicher Jäger. Dieser Harnier, Sprößling des gleichnamigen süddeutschen Malers Wilhelm von Harnier (der auch nur 38 wurde), hat sein Auftreten in den Nachschlagewerken weniger seinen naturgemäß spärlichen Veröffentlichungen als vielmehr einem Büffel zu verdanken. Der Sohn war zunächst Offizier geworden, wandte sich aber 1856 „aus Gesundheitsgründen“, wie es heißt, also vermutlich seiner Lunge zuliebe, als Forscher dem afrikanischen Kontinent zu. Wahrscheinlich nahm er nicht zu unrecht an, die Luft in Afrika sei noch vergleichweise wenig bleihaltig, sodaß er auch gleich seine ganze Waffensammlung mitnahm. Er untersuchte und beschoß, nach Wild, vor allem den Nil und seine Nebenflüsse. Nachdem er schon zwei Gefährten, den „Jäger Repp aus Hessen“ und den „Präparator Wilke aus Preußen“, durch „Fieber“ verloren hatte und selber gerade erst vom Fieber genesen war, hatte der 25jährige Erholungssuchende am 23. November 1861 „das Unglück“, so ADB-Autor Viktor Hantzsch 1905, in der Nähe des am Nil gelegenen Handelsplatzes Heiligenkreuz „einen mächtigen Büffelstier anzuschießen, der sich auf ihn stürzte und ihn mit Hörnern und Hufen bis zur Unkenntlichkeit zerriß und zermalmte.“

Zum (angeblichen) Jagdunfall eines anderen Afrikaforschers, des Briten John Hanning Speke (1827–64), verweise ich auf meine Arbeit über Mordopfer, Kapitel 52. Der 37jährige mußte erst in heimische Gefilde (bei Bristol) zurückkehren, um seinen mehr oder weniger heldenhaften Tod zu finden.

Spekes Landsmann John Fowler (1826–64) war Ingenieur, Erfinder und Fabrikant in Leeds. So schreibt man ihm etwa der Welt ersten „effizienten“ Dampfpflug zu, mit dem er just auch ein paar fortschrittsfreundliche und zahlungskräftige Leute am Nil beglückte. Als er auf die 40 zuging, meinte Fowlers Hausarzt, der rastlose Einsatz für den Fortschritt drohe die Gesundheit des eigentlich stattlichen und meist gutgelaunten schwarzhaarigen Unternehmers zu untergraben; er möge aufs Land gehen und mähen oder jagen. Kaum hatte sich Fowler aber folgsam in das südlich von Leeds gelegene Dorf Ackworth zurückgezogen, vermutlich mitsamt Gattin und fünf Kindern, fiel er bei der Jagd vom Pferd. An seinem gebrochenen Arm wäre er vielleicht nicht gestorben; es nisteten sich jedoch Tetanus-Bakterien in diesem ein, die dem 38jährigen den Rest gegeben haben sollen. Zum Glück hatte er drei Brüder, die seine Fabrik nur zu gern weiterführten.

Wenn man so will, wurde der in Fachkreisen hochangesehene US-Ornithologe John Cassin (1813–69) aus Pennsylvania gleichfalls ein Opfer seiner Jagdleidenschaft. Ursprünglich Geschäftsmann in verschiedenen Branchen, möglicherweise auch schon Familienvater und ähnlich rauschebärtig wie Bühler, war er ab 1842 Kurator der Philadelphia Academy of Natural Sciences. Um bis dahin unerfaßte Vögel genau beschreiben, „taxieren“ und zur Schau stellen zu können, fertigte er über Jahrzehnte hinweg, von eigener oder fremder Beute, zahlreiche Präparate an, was bedeutete, die Vogelbälge zu konservieren. Dazu nahm man damals äußerst heikle Mixturen, die unter anderem Arsen enthielten. „Bird-Guide“ Harry Fuller aus Oregon versichert*, Cassin sei sich seiner Gefährdung durchaus bewußt gewesen. Sammelwut oder Pflichtgefühl waren stärker. Hautenge Plastikhandschuhe hätten ihn vielleicht geschützt, doch in jenen Jahren erfand man lieber Dampfpflüge oder Traktoren, die inzwischen nur noch in Flugzeug-Hangars passen. Lange Rede kurzer Sinn: das Arsen schlich sich in Cassins Leib und fraß ihm, beispielsweise, allmählich die Leber weg. Er starb mit 55 an dieser schleichenden Vergiftung.

* auf seiner Webseite towhee.net, o. J.


Harris, Marion (1896–1944), Jazz-Sängerin >Johnson, Ken „Snakehips“


Hartley, Wallace (1878–1912), Musiker auf hoher See. Gegen Eins am frühen Morgen des 15. Aprils 1912 wurden im Angesicht des Eisbergs, der das Riesenschiff leckgeschlagen und dadurch dessen Bug unter Wasser gedrückt hatte, die Rettungsboote klargemacht. Schon zog auch die schiffseigene Musikkapelle auf, wie etliche von den 700 Überlebenden später berichteten. Die Musiker folgten einer Anweisung des Kapitäns, der so einer Panik vorzubeugen gedachte. Kapellmeister war der englische Geiger Wallace Hartley, ein schlanker Mann von 33 Jahren mit dunklen zurückgekämmten Haaren. Einige Zeugen versicherten auch, die acht Musiker der Kapelle hätten bis kurz vor dem Untergang des Luxusdampfers gespielt. Einer mit Galgenhumor wies auf die von der zunehmenden Schräglage des Schiffes, das an eine gründelnde Ente erinnerte, noch gesteigerten technischen Schwierigkeiten solcher Decksmusik hin. Ob der Flügel Bremsen gehabt hätte? Andere gaben später zu bedenken, durch die flotte Ragtime-Musik seien womöglich die Gefahren verharmlost und manche der vielen Fahrlässigkeiten der Evakuierung begünstigt worden.

Sämtliche Musiker ertranken im Nordatlantik. Hartley war mit seinen 33 Jahren das älteste, John Law Hume (1890–1912) mit 21 das jüngste Orchestermitglied. Im ganzen kamen beim Untergang der Titanic rund 1.500 Menschen um. Es dürften sich nicht wenige junge Menschen unter ihnen befunden haben, Kinder eingeschlossen. Dafür beschränkten sich die vorhandenen armen Menschen wahrscheinlich auf ein paar niedrigrangigste Heizer, Matrosen und DienerInnen. Zu den nicht mehr blutjungen Opfern zählte der 37jährige US-Journalist und Schriftsteller Jacques Futrelle (1875–1912), der vor allem mit seinen Detektivgeschichten um Professor van Dusen auf sich aufmerksam gemacht hatte. Die Leiche Hartleys wurde ungefähr zwei Wochen nach dem Unglück von der Mackay-Bennett geborgen. Den Trauerzug durch Hartleys Geburtsstadt Colne in Lancashire, GB, sollen 40.000 Menschen gesäumt haben. Im Zug befand sich Hartleys Braut Maria Robinson. Später wurde dem mutigen und solidarischen Kapellmeister ein Denkmal errichtet.

Hartley hatte einige Zeit im Huddersfield Philharmonic Orchestra gespielt. Huddersfield ist eine Großstadt in Yorkshire. Vor gut zwei Jahren platzte The Huddersfield Daily Examiner mit der Meldung* heraus, der aus Norwegen stammende Autor Christian G. Tennyson-Ekeberg habe ein neues Buch über das Titanic-Orchester vorgelegt. Er habe dem Blatt versichert: “I set off in 1988 not to write a biography, but THE biography.“ Der Haupttitel seines Werkes spielt auf einen Choral an, den das Orchester, wie einige zynisch gestimmten Augenzeugen behaupteten, als letztes Stück zum Besten gegeben habe – bevor die Wellen über ihm zusammenschlugen: Nearer, Our God, To Thee (Näher, mein Gott, zu dir).

Titanic-Opfer John Jacob Astor IV (1864–1912), ein Magnat und Hotelier aus den USA, soll nicht nur der reichste Passagier des todgeweihten Dampfers, sondern auch überhaupt der reichste Mensch der damaligen Welt gewesen sein; jedenfalls war er, nach heutiger Währung, mehrfacher Dollar-Milliardär.** Im Rahmen von etlichen Flittermonaten „abroad“ auf der Heimreise in die Staaten, bewohnte der 47jährige mit seiner blutjungen, schwangeren zweiten Gattin Madleine, drei Angestellten (Dienstmädchen, Krankenschwester, Kammerdiener) und einem Airedale-Terrier namens Kitty die fürstliche Parlour-Suite C 62/64. Kitty sollte das wieder einmal „tragische“ Schicksal Astors und übrigens auch seines Dieners Victor Robbins teilen. Dagegen entkamen die Damen in einem Rettungsboot. Von Astor wurde später nur noch die aufgedunse Leiche aus dem Wasser gefischt – die immerhin noch eine goldene Taschenuhr, einen Diamantring und einen Haufen Banknoten aufgewiesen haben soll.*** Möglicherweise hatten diese Wertstoffe den Haifischen oder Eisbären den Appetit verdorben.

Trauerbereiten biete ich noch drei weitere hochrangige Titanic-Opfer an: den Militärberater zweier US-Präsidenten Archibald Butt (46); den britischen Kapitän des Schiffes Edward John Smith (62) und Thomas Andrews (39), den irischen Chefkonstrukteur der Titanic. Andrews hatte sich sozusagen einen 270 Meter langen und 51.000 PS starken schwimmenden Sarg gebaut.

* 16. März 2013
** Paul O'Donnell, CNBC 16. April 2012
*** Encyclopedia Titanica



Hartwell, Zachary († 2011), Ex-Soldat >Balaban, Alper


Harvey, Leslie (1944–72), stromstarker schottischer Musiker. Hat sich ein verzärtelter Mensch in ein Rockkonzert verirrt, signalisieren ihm die auf der Bühne emporragenden Verstärkertürme eigentlich schon, bevor es richtig losgeht, daß er es mit einigen Gewalttätern zu tun haben wird. Im Falle der von Maggi Bell (Sängerin) und Leslie Harvey (Gitarrist) 1966 aus der Taufe gehobenen britischen Bluesrockband Stone the Crows war sogar das weibliche Element mitvertreten. 1971, mit dem dritten Album Teenage Licks, kam der Durchbruch. Künftig sorgte die Band bei diversen Rockfestivals für volle Säle. Aber nicht mehr lange. Bekanntlich wendet sich die Gewalt nur zu gern gegen ihre AusüberInnen, Maggis Vorbild Janis Joplin hatte es ja auch schon erfahren. Als die Band am 3. Mai 1972 in Swansea, Wales, für ihren dort bevorstehenden Auftritt probte, wurde der 27jährige Gitarrist Harvey sozusagen jäh elektrisiert, als er mit schweißnasser Hand einen ungeerdeten Mikrofonständer berührte. Er starb am selben Tag im Krankenhaus an den Folgen dieses Schlages, den ihm das Schicksal verpaßt hatte. Im nächsten Jahr segneten auch Stone the Crows das Zeitliche. Der Gruppenname bediente sich einer Redewendung, die Verblüffung oder Verärgerung ausdrücken kann, etwa im Sinne von „Was du nicht sagst!“ oder „Teufel nochmal!“.

Der Henker der US-Army John C. Woods (1911–50) soll schon im Dienst ein Stümper gewesen sein, zudem Trinker. Unter seinen Fehlern (falsche Stricklängen, zu enge Falltüren) hatten unter anderem 10 weltberühmte Massenmörder zu leiden, die er im Oktober 1946 in Nürnberg aufzuknüpfen hatte. Zu den Gehängten zählte der in Weimar residierende „Gauleiter“ Thüringens Fritz Sauckel. Vier Jahre später, mit erst 39 Jahren, war Woods, mit ungefähr 60 bis 100 Deliquenten auf dem Gewissen, selber für den Pfusch reif. Der Master Sergeant hielt sich in jenem Sommer 1950 gerade dienstlich auf den US-beherrschten Marshallinseln im Pazifik auf. Als er sich um die Reparatur einer Beleuchtung bemühte, erlitt er einen tödlichen Stromschlag.*

Im Falle und Fall des ägyptischen Gewichthebers Khadr Sayed El Touni (1916–56) soll es sich um die Reparatur einer häuslichen elektrischen Leitung gehandelt haben.** Als überaus erfolgreicher Mittelgewichtler (zahlreiche Weltrekorde und Turniersiege, darunter „Goldmedaille“ in Berlin 1936 vor zwei deutschen Stemmern, wie Adolf Hitler zerknirscht mitansehen mußte) hatte sich El Touni nach seinem 1951/52 erfolgten Rücktritt ein Haus in der nahe Kairo gelegenen Großstadt Helwan erbaut, das er mit seiner Frau Gamalat bezog und hurtig mit weiteren Sprößlingen bevölkerte. Ab 1953 soll er bei der Polizei gearbeitet haben. Als El Touni Kind Nr. 8 gemacht und gefeiert hatte, konnte aber selbst seine neue Berufstätigkeit den erwähnten tödlichen Stromschlag nicht verhüten, der ihn mit knapp 40 Jahren traf.

Ein ähnliches Schicksal wie Leslie Harvey, den Anführer dieses Eintrags, ereilte wenig später einen Landsmann und Kollegen: Keith Relf (1943–76), bis 1968 Sänger der Yardbirds, zuletzt in der Bluesrockband Armageddon tätig. Der 33jährige wurde im Mai 1976 in seinem Londoner Übungskeller das Opfer seiner ungeerdeten Elektrogitarre beziehungsweise seines ungeerdeten Verstärkers beziehungsweise des mutwillig (durch den Bandnamen) heraufbeschworenen „Jüngsten Gerichts“. Möglicherweise atmete da der eine oder andere Zeitgenosse auf, der über oder neben dem Übungskeller wohnte.

Als der in Ägypten geborene französische Musiker Claude François (1939–78) 1960 in Paris gelandet war, ging es mit seiner Karriere steil bergauf. Er wurde Chansonier. Seine Stücke kamen an – auch bei berühmten Kollegen wie etwa Paul Anka, Frank Sinatra, Elvis Presley, Sid Vicious, die sein Lied Comme d’Habitude als My Way (ab 1969) zu einem Welthit machten. Er verdankte es übrigens einem Liebeskummer, den ihm die junge France Gall eingebrockt hatte. Auch der für Prominente schon beinahe unerläßliche Autounfall, bei dem François, im Mai 1970, angeblich aufgrund eines geplatzten Reifens schwere Gesichtsverletzungen erlitt, konnte ihn nicht aus der Bahn werfen. Sein Album Le téléphone pleure von 1974 beispielsweise verkaufte sich schon innerhalb weniger Wochen nach der Veröffentlichung mehr als zwei Millionen mal. Es mußte erst zu einer schnöden Haushaltsunfallsituation kommen, die heute kein Cartoonist mehr ohne Schamröte aufgreifen würde. Am 11. März 1978 richtete sich der 39jährige, vermutlich nackte Künstler in der Badewanne seiner Pariser Wohnung auf, um eine Wandleuchte zu überprüfen, die nicht mehr brannte, und fing sich prompt den bekannten tödlichen Stromschlag ein. Dazu muß allerdings zweierlei gesagt werden. Erstens hatte der Künstler nicht nur eine Wohnung; er war stinkreich. Und zweitens gab es in dem Pariser Badezimmer gerade keine Augenzeugen. So verblüfft es nicht, wenn Selbstmordgerüchte aufkamen. Der Filmregisseur Florent Siri teilt diesen Verdacht nicht***, hält jedoch eine unbewußte, rettende „Fehlleistung“ des ausgebrannten Künstlers für wahrscheinlich. „Er hatte sich zu hohe Anforderungen gesetzt. Am Ende wollte er in den USA Erfolg haben, wollte den Menschen dort zeigen, wer der Urheber von My Way ist. Immerhin hatte er es [am 16. Januar 1978] als einziger Franzose nach de Gaulle geschafft, die Royal Albert Hall in London zu füllen. Und das war am Ende zuviel ...“

Der Pole Jacek Chmielnik (1953–2007) erreichte immerhin die 54. Dann traf ihn, der polnischen Wikipedia zufolge, ein Stromschlag im Keller seines in Suchawie (bei Lublin) gelegenen Ferienhauses, weil die Leitungen „fehlerhaft“ installiert worden waren. Vielleicht hatte er sie selber gelegt – eigentlich war er Schauspieler. In den 1980er Jahren hatte ihm die Rolle des jungen Bankräubers Moks im Kinofilm Vabank zum ersten Ruhm verholfen. Den verhängnisvollen Sommerurlaub 2007 hatte er mit Familie angetreten.

* French L. MacLean, The Fifth Field
** sports-reference.com
*** laut Jörg-Christian Schillmöller, Deutschlandfunk, 17. März 2012



Harvey, Louis P. (1820–62), Politiker >Fohr, Karl Philipp


Hastings, Michael (1980–2013), Journalist >Koppy, Adam


Hauser, Josef Wilhelm (1946–84), Göppinger Rechtsanwalt und Politiker. Seit knapp einem Jahr auch als Abgeordneter (CDU) im Stuttgarter Landtag aktiv, sitzt Hauser am 12. August 1984 in einem Nachtschnellzug Richtung Hamburg, weil er in Norddeutschland eine Wehrübung abzuleisten hat.* Doch schon unweit des Heilbronner Bahnhofs springt dieser mit rund 200 Reisenden besetzte Zug bei einem Gleiswechsel aus den Schienen. Er war entschieden zu schnell gefahren: 120 statt der vorgeschriebenen 40 Stundenkilometer. Mehrere Waggons kippten eine Böschung hinab. Neben 57 teils schwer verletzten Personen gab es drei Tote, darunter Hauser, 38, Vater von zwei kleinen Kindern. Zwei Jahre darauf erkannte eine Gericht den Lokführer der Fahrlässigen Tötung und Körperverletzung für schuldig. Mit acht Monaten auf Bewährung und 5.000 DM Bußgeld kam der Mann recht glimpflich davon. Allerdings hatte er vermutlich auch noch mit Schadenersatzforderungen zu kämpfen, von seinem Gewissen einmal ganz abgesehen.

Werden die zivilisatorischen Einrichtungen des Menschen immer größer, unübersichtlicher und gefährlicher, verstärkt sich selbstverständlich auch die verhängnisvolle Rolle persönlicher Verantwortung – aber auch deren Fragwürdigkeit, wie ich finde. Es kommt hier zu Verantwortungen, die einem „normalen“ Zweibeiner eigentlich gar nicht zumutbar sind. Man denke auch an Brücken, Hochhäuser, Airbusse, Kernkraftwerke, polizeilich-militärische Maßnahmen im „Antiterrorkampf“ und so weiter. Aber der Mensch ist eben nicht normal. Prompt wälzt er die Verantwortung zunehmend auf Computer und Roboter ab, die garantiert für die nochmalige Verschärfung der Gefahrenlage sorgen werden.

Ende Juni 2015 machte ein Roboter von VW Baunatal einen 21 Jahre alten Techniker einer sächsischen Fremdfirma kalt. Der junge Mann widmete sich in Halle 6 (Elektromotorenbau) der Einrichtung einer neuen vollautomatischen Anlage und wurde dabei unvermutet von einem Roboter dieser Anlage erfaßt und gegen eine Metallplatte gequetscht. Er starb kurz darauf im Krankenhaus. Berichten der in Kassel erscheinenden HNA zufolge sind solche Unfälle äußerst selten, weil Roboter stets in „Käfigen“ installiert seien, in denen, sofern die Anlage bereits in Betrieb genommen worden ist, sofort der Strom unterbrochen wird, wenn ein Mensch sie betritt. Um diese Beschränkung zu überlisten, arbeiten gegenwärtig andere Techniker wie verrückt an der Entwicklung von allerlei „autonomen“ Robotern, die – wie schon einige Autos – käfiglos tätig, also sozusagen freilaufend oder freifliegend sind, darunter regelrechte „Kampfroboter“ und selbstverständlich bewaffnete Drohnen. Wie mir schon vor Jahren einmal eine wütende Kommunardin an den stets zu schwarz sehenden Kopf warf: „Das Leben ist doch schön!“

Die italienische Politikerin Andreina Ardizzone Emeri (1936–85), eine je nach Quelle „grüne“ oder „alternative“ Frauenrechtlerin und Rechtsanwältin aus Bozen, gehörte dem südtiroler Landtag an – für rund anderthalb Jahre**, bis sie unerwartet starb. Sie hatte sich im Sommer 1985 einen vermutlich als „abenteuerlich“ geplanten Urlaub am Nordkap in Norwegen genehmigt. Dabei soll sie einen tödlichen Herzinfarkt erlitten haben. Genaueres wird nirgends verraten, soweit ich blicken kann. Zum Beispiel könnte die 49jährige von ihrem Gatten, dem 13 Jahre älteren Rechtsanwalt Claudio Emeri, oder den gemeinsamen vier Kindern oder sonstwem begleitet gewesen und vielleicht in Schrecken versetzt worden sein, aber das ist reine Spekulation. Dafür fauchte im Frühjahr 2014 nachweislich ein Entrüstungssturm wegen angeblich unverschämter Politikerpensionen durch die südtiroler Weinberge und Blätter***, in dessen Rahmen auch an Claudio Emeris Beffchen oder Krawatte gezupft wurde. Der Witwer hatte inzwischen schon die 90 überschritten. Das bedeutete unter anderem, er hatte sich aufgrund jener anderthalbjährigen Abgeordnetentätigkeit seiner verstorbenen Gattin bereits seit nunmehr knapp 30 Jahren einer zusätzlichen fetten monatlichen Rente von zuletzt rund 2.900 Euro erfreut. Das war „legal“, denn die überaus großzügige regionale Pensionsregelung, die keine Rücksicht auf die jeweiligen Einkommensverhältnisse der Familien nahm, sah es so vor. Emeri war selbstverständlich nicht der einzige derart begünstigte Betuchte. Aber er war in Bozen „sozialistischer“ Stadtrat gewesen – ja, bei einer Feier zu seinem 90. Geburtstag soll er sogar versichert haben****, er war und bleibe „Kommunist“.

Wenn irgendjemand als Muster des ehrgeizigen, mit allen Wassern gewaschenen, verlogenen, charakterlosen neuzeitlichen Politikers gelten darf, dann vielleicht Uwe Barschel, zuletzt Ministerpräsident in Kiel. Gleichwohl entgeht er einem Fettdruck in diesem Lexikon, weil er im Oktober 1987, 43 Jahre alt, sehr wahrscheinlich nicht, wie gewisse französche Popstars, aufgrund eines bedauerlichen Unfalls oder einer ähnlichen „Fehlleistung“ (des Schicksals) tot in einer Genfer Hotelbadewanne lag. Er wurde vielmehr um die Ecke gebracht – falls er nicht Hand an sich selber legte. In dieser Frage tobt bekanntlich seit bald 40 Jahren ein Streit, dem bereits ein Bücherstapel von der Höhe des Kieler Fernmeldeturms entsprang. Und dennoch könnte auch Barschel seinen Unfall gehabt haben – nur überlebte er ihn. Am 31. Mai seines Todesjahres kommt er, so der Spiegel 24/1987, in einem „zweistrahligen Manager-Düsenflugzeug“ Marke Cessna von einem Treffen mit seinem Parteifreund Kanzler Kohl aus Bonn zurück. Wetter und Sicht sind schlecht. Der Landeanflug in Lübeck-Blankensee, gegen 23 Uhr, erfolgt zu tief; die Maschine knickt mit der linken Tragfläche einen gut 15 Meter hohen Funkmasten und stürzt ab. Von den vier Insassen kommen drei ums Leben: Pilot Michael Heise, Co-Pilotin Elisabeth Friske (c.48) und Barschels Leibwächter Bernd Hansen, der einige Tage später im Krankenhaus stirbt. Nur der gebeutelte Ministerpräsident konnte sich, mit Rippen- und Wirbelbrüchen, aus dem Wrack ins Freie retten, bevor es ausbrannte. Für etliche beschlagene BeobachterInnen war Barschel während seiner Amtszeit durchaus wahrscheinlich in Machenschaften des illegalen Waffenhandels verstrickt oder wußte jedenfalls viel von solchen. Darin sehen sie auch das Mordmotive für die Sache mit der Badewanne: Nach seinem schmutzigen Kampf um Wiederwahl im Ansehen sowie nervlich völlig auf den Hund gekommen und zudem vor einen Untersuchungsausschuß geladen, habe er Anfang Oktober möglicherweise kurz davor gestanden auszupacken, was gewissen Herren, Damen und sogenannten „Diensten“ gar nicht gefiel. Der Verdacht, sie seien bereits Ende Mai verärgert gewesen und hätten bei dem Lübecker Landeanflug etwas nachgeholfen, nur die Falschen getroffen, lag danach auf der Hand. Polizei und Luftfahrt-Bundesamt wiesen jedoch, WDR.de zufolge*****, einen solchen Verdacht zurück: es sei ein Unfall gewesen.

* Axel Raisch in der NWZ, 16. August 2014
** Regionalrat Trentino-Südtirol 2011
*** Standard 3. März 2014
**** salto-bz 4. März 2014
***** 31. Mai 2012



Hawkins, Hawkshaw (1921–63), Rockmusiker >Anglin, Jack


Heinrich IX. (1531–77), zuletzt Graf von Waldeck-Wildungen. Nachdem er an proprotestantischen Feldzügen in Frankreich mitgewirkt und diese überlebt hatte, hielt Heinrich 1563 in Korbach Hochzeit mit der Freifrau Anna von Viermund zu Nordenbeck. Viermünden ist heute ein Stadteil von Frankenberg (Eder). Nach einer im Internet, voran bei Wikipedia beliebten, wenn auch unbelegten Darstellung hatte Heinrich mit der Heiratsurkunde gleichsam sein Todesurteil unterschrieben.

Die Residenz der Grafschaft befand sich zu jener Zeit auf Burg Waldeck, hoch über dem Edertal gelegen. Das Ehepaar wohnte aber zunächst in den Burgen Naumburg und Itter, weil Heinrich die Zügel der Grafschaft erst im Sommer seines Todesjahres, nachdem sein kinderloser Bruder Daniel unter die Erde gewandert war, in die Hand bekam. Kaum im Amt, soll er nach jener Darstellung grimmig entschlossen gegen Nordenbeck, die Wiege seiner Gattin, gezogen sein, was ihm gleichfalls das Leben kostete. Die Lage war die folgende. Nach dem Tod von Annas Vater Hermann hatten sich ihre Vettern durchaus im Sinne damaligen Rechtes geweigert, eine weibliche Erbfolge zuzulassen, hatten die bei Korbach gelegene Wasserburg Nordenbeck, wohl in den letzten Dezembertagen des Jahres 1564, kurzerhand mit einem Söldnerhaufen überfallen und sich dort eingenistet. Das trutzige Anwesen am Fuße des Eisenberges stellte das Herzstück der umstrittenen Ländereien dar. Heinrich, so heißt es, konnte die Schlawiner nicht sofort vertreiben, weil es ihm an Geld oder Gold fehlte, um sich nun seinerseits einen ordentlichen Söldnerhaufen zusammenzukaufen. Jahre später jedoch, nach etlichen fetten, von seinen ausgemergelten Hörigen eingebrachten Ernten, war die Stunde der Rache offenbar gekommen, sicherlich an einem schönen Oktobertag. Nur sei Heinrich leider gleich zu Beginn des Aufmarsches das Pferd durchgegangen; es soll ihn gar am Steigbügel hängend, ja sogar vor den Augen seiner Frau, ein gutes Stück über den Fahrweg nach Vöhl oder durch den Stechginster geschleift haben – welche Erniedrigung! Kurz nach dem Unglück habe der 45 Jahre alte Graf sein Leben (am 3. Oktober 1577) im Dorf Werbe ausgehaucht, heute ein Waldecker Stadtteil. Seine Witwe, kinderlos, sei vorübergehend ebendort in den Gebäuden des ehemaligen Klosters untergekommen.

Den zuletzt genannten Tatbestand zweifelt Peter Witzel, Korbacher Zahnarzt und Heimatforscher, keineswegs an. Aber die „blutrünstige Geschichte“ vom Aufmarsch gen Nordenbeck habe Witzel (2013), so ein Berichterstatter*, bei einem Vortrag in Frankenberg „ins Reich der Legende verwiesen“. Vielleicht hat auch Witzel keine zuverlässigen Berichte über Heinrichs Tod – aber wahrscheinlich hat er wenigstens die Logik auf seiner Seite. Nach dieser hatte Heinrich nämlich keinen Grund, gegen Annas Vettern ins Feld zu ziehen, weil seine Gattin längst Recht bekommen hatte.

Laut Witzel hatte Anna bereits im Sommer 1564, also ein halbes Jahr nach ihrer Hochzeit mit Heinrich, ein Verfahren vorm Reichskammergericht in Speyer in Gang gesetzt. Fromm und gerissen, wie sie war, hatte sie sich dabei auf den Hort der Buchstabengläubigkeit berufen, die Bibel. „So einer stirbt und hat nicht Söhne“, sei im vierten Buch Mose, Kapitel 24, Vers 8, zu lesen, „so sollt ihr das Erbe seiner Tochter zuwenden.“ Und in der Tat, im April 1577, also noch vor dem Tod ihres Gatten, sprach man ihr die Hälfte der Herrschaft zu.

Allerdings – und das mag die interessante Geschichte von den Steigbügeln und dem Stechginster begünstigt haben: es wurden zunächst langwierige Inventuren auf Nordenbeck festgesetzt und vorgenommen. Ferner sträubten sich die Vettern nach wie vor, räumten nur zögernd ihre Stellungen und legten zudem in Speyer Revision ein. Doch Anna siegte (1587) erneut, und zwar laut Berichterstatter Schilling „auf ganzer Linie“; die Vettern seien geradezu gedemütigt und nebenbei, durch eine enorme Schadenersatzpflicht, bettelarm geworden.

Um diesen Sieg zu erringen, war Anna sicherlich ihre Vertrautheit mit dem Speyerer Gerichtspräsidenten Kuno von Winnenberg und Beilstein zustatten gekommen. Als Kuno 1583 in Speyer ausschied, wurde er prompt der neue Ehemann der wohl eher scheinheiligen als frommen, jedenfalls sehr widerstandsfähigen und angriffslustigen Kratzbürste aus Waldeck – und damit ihr zukünftiger Erbe. Allerdings soll er selber, laut Witzels Erkundigungen, auch nicht gerade ein Edelmann gewesen sein; er habe als „roh und gewalttätig“ gegolten. Prompt führte Anna auch mit ihm noch Rechtsstreite. Beerben tat Kuno sie gleichwohl, weil sie keine Kinder hatte. Sie starb 1599 just in Nordenbeck mit gut 60 Jahren, für damalige Zeiten viel. Ein Tod mit 45, wie ihn Heinrich ereilte, war damals mehr als normal. Vielleicht hatte ihn irgendeine Seuche erwischt.

Wir bleiben noch kurz in Nordhessen. Der bei seinem frühzeitigen Ableben wahrscheinlich höchstens 25 Jahre alte Graf von Maden Werner III. († 1066), ein erstaunlich mächtiger, einflußreicher Germane, war auch Reichssturmfähnrich, nämlich ein ausgezeichneter Lehnsmann des Reiches und in der Tat ein enger Vertrauter des noch jüngeren Königs Heinrichs IV.. Das war der Tropf, dem noch der „Gang nach Canossa“ bevorstand, 1077. Übrigens steckte Heinrich dem lieben Werner 1064 Gut und Dorf Kirchberg (bei Fritzlar) zu, was nicht nur dem Mönch, Geschichtsschreiber und späteren Abt Lambert von Hersfeld mit den Zähnen knirschen ließ, hatte der Flecken doch just dem Hersfelder Kloster „gehört“. In diesem Stammland der Chatten, damals Grafschaft Maden-Gudensberg, trieben sich fast 1.000 Jahre später die Anarchisten der „Kommune Emsmühle“ und der aus Erfurt geflüchtete Ex-Polsterer Bott herum. Werner, der (vor allem von Lambert**) als Wüterich geschildert wird, besaß auch verschiedene Immobilien im süddeutschen Raum, wohl auch Gelüste sie zu mehren. Am 24. Februar 1066 soll er in Ingelheim (bei Mainz) im Rahmen einer Schlacht zwischen seinen plünderlustig gestimmten Gefolgsleuten und ortsansässigen Mönchen oder Bauern durch einen Keulenhieb in das Reich der Nibelungen eingegangen sein.*** Möglicherweise fiel er „unglücklich“, nämlich beim Versuch zu schlichten. Chronist Lambert war ja voreingenommen. Heute gelten sogar Werners genaue Lebensdaten als ungesichert.

* Karl Schilling auf vhghessen.de: Anna von Viermund – siegreiche „Erbtochter zu Nordenbeck“
** Lamberts Jahrbücher, 1064, S. 65
*** Lamberts Jahrbücher, 1066, S. 76



Held, Adolf (1844–80), Volkswirtschaftler >Fohr, Karl Philipp


Helfferich, Karl (1872–1924), reaktionärer Bankier und Politiker, kurzzeitig auch Direktor der Bagdadbahn in Konstantinopel. Später, mit 51, fiel er dem Schienenverkehr zum Opfer. Als Politiker und Staatssekretär war der Sohn eines rheinpfälzischen Textilfabrikanten vor allem führend an der Militarisierung Deutschlands und der Einleitung der bekannten Inflationen der Kriegs- und Nachkriegsjahre beteiligt. 1922, nachdem er schon Erzberger verleumdet hatte (Geldstrafe), hielt er im Reichstag eine berüchtigte Schmährede gegen Außenminister Walther Rathenau – der tags darauf von Attentätern erschossen wurde, als er per Auto ins Ministerium fuhr. Zwei Jahre später, am 24. April 1924, stießen bei Bellinzona, Kanton Tessin, aufgrund etlicher Fehler von Bahnbeamten zwei schweizer Schnellzüge zusammen. Unter anderem war ein Haltesignal mißachtet worden. Mehrere Wagen gerieten durch beschädigte Gaslampen in Brand. Im Ergebnis fielen 10 Schwerverletzte und 15 Tote an, unter diesen Helfferich und seine Mutter Auguste. In Helfferichs Geburtort Neustadt an der Weinstraße gibt es gegenwärtig eine Filiale der Sparda-Bank – in der Karl-Helfferich-Straße Nr. 7.


Hellqvist, Carl Gustaf (1851–90), schwedischer Historienmaler, seit ungefähr 1880 meist im Ausland tätig, vor allem in München, Paris, Berlin. Kurz vor seiner Eheschließung mit Braut Julie (1882) entsteht Hellqvists bekanntes Gemälde Der Reichsverweser Sten Sture der Jüngere stirbt auf dem Eis des Mälaren 1520. Der knapp 30 Jahre alte Reichsverweser war bei einer Schlacht mit den Dänen zerschossen worden und verschied auf dem Rückzug. Beim Mälaren handelt es sich um einen noch heute beliebten ausgedehnten, inselreichen See, der im Osten an Stockholm grenzt. Der Künstler scheint dem Reichsverweser wenige Jahre nach Abschluß des Werkes nachgeeifert zu haben, wenn auch vermutlich in Berlin, auf dem Wann- oder Müggelsee beispielsweise. Hellqvist war nämlich inzwischen als Lehrer an die Berliner Kunstakademie berufen worden. Und 1886 erleidet er, Hyacinth Holland zufolge*, einen „unglücklichen Sturz auf dem Eise“. Dieser Sturz bringt Hellqvist quälende Kopfschmerzen, das Ende seiner Karriere und zuletzt, nach vergeblichen Roßkuren oder anderen Heilversuchen, einen Tod mit 38 in einer Münchener Irrenanstalt ein.

Ab 1893 wäre der aus Norddeutschland stammende Genremaler Christian Ludwig Bokelmann (1844–94) ein Kollege von Hellqvist an der Berliner Kunstakademie gewesen, wäre Hellqvist nur nicht so mutwillig dem Ruf des Eislaufvergnügens gefolgt. Allerdings erfreute sich auch Bokelmann seines Lehrstuhles nur kurzzeitig – nach einem Jahr war er reif für die (1879 gemalte) Testamentsverfassung. Laut Alfred Gotthold Meyer** stürzte er kurz nach seinem 50. Geburtstag in seinem Charlottenburger Atelier von der Leiter, als er einen Lorbeerkranz aufzuhängen versuchte, den ihm dankbare Schüler verehrt hatten.

* Allgemeine Deutsche Biographie, Band 50 (1905), S. 168/69
** Allgemeine Deutsche Biographie, Band 47 (1903), S. 89/90



Hémon, Louis (1880–1913), Schriftsteller >Strickland, Hugh E.


Hempstead, Edward (1780–1817), Politiker >Gilbert, Nicolas


Henneberger, Barbara (1940–64), Skirennläuferin aus Bayern, mehrmalige deutsche Meisterin. Im April 1964 ist sie bei St. Moritz mit rund einem Dutzend anderen Assen an Dreharbeiten zu Willy Bogners Film Ski-Faszination beteiligt. Die Gruppe löst zwei Lawinen aus, der Henneberger (23) und der US-Sportler Wallace Werner (28) zum Opfer fallen. Bogner, damals selbst ein erfolgreicher Skirennläufer, zudem Filmemacher, später Chef des väterlichen Münchener Modehauses und offizieller Ausrüster der deutschen Ski-Nationalmannschaften, scheint noch zu leben. Er ist Jahrgang 1942. Henneberger war damals seine Braut. Da ihm Warnungen vor der akuten Lawinengefahr bekannt waren, wurde er ein Jahr darauf von einem Graubündener Gericht mit zwei Monaten Gefängnis auf Bewährung „bestraft“ – für zwei Fahrlässige Tötungen. 2005, anläßlich des wohl am 1. oder 2. Oktober begangenen Selbstmordes eines 17jährigen Adoptivsohnes von Bogner, machte ein „Leitmedium“* vor, wie man in knappen biografischen Abrissen alles Unwesentliche wegläßt. „Am 12. April 1964 erlebte Willy Bogner einen schweren Schicksalsschlag: Seine Freundin, die Olympia-Skiläuferin Barbara Henneberg, wurde in der Schweiz von einer Lawine verschüttet.“ Mehr wird dazu nicht gesagt. Schicksal!

Im selben Jahr verunglückten ein Ruderer und ein Fußballer. Der schweizer Ruderer Gottfried Kottmann (1932–64) gehörte der Kantonspolizei Zürich an. Kaum hatte er von der „Olympiade“ in Tokio die Bronzemedaille im Einer mit nach Hause gebracht, ertrank er bei Flaach (südlich von Schaffhausen) im Rahmen einer dienstlichen nächtlichen Tauchübung im Rhein. Der 32jährige „Froschmann“ starb am 6. November 1964. Einzelheiten dürften sich in der Neuen Zürcher Zeitung vom 8. und 9. November finden, pro Seite „download“ 3,50 Franken.

Fußballprofi John White (1937–64) beging den entscheidenden Fehler seines bis dahin 27jährigen Lebens nicht auf dem Rasen des Stadions White Hart Lane im nördlichen London, wo sein renommierter Club Tottenham Hotspur zu Hause war, sondern nahebei auf dem Golfplatz in Crews Hill. Als ihn dort (am 21. Juli 1964) ein Gewitter überraschte, suchte er** unter einem vermutlich freistehenden Baum Schutz – und wurde vom Blitz erschlagen. Der torgefährliche und trickreiche Mittelfeldspieler aus Schottland hinterließ Gattin Sandra und drei Kinder. Fans oder Journalisten hatten ihm aufgrund seiner Fähigkeit, jäh wie aus der Erde gewachsen im gegnerischen Strafraum aufzutauchen, den Spitznamen „The Ghost“ verpaßt, Geist oder Gespenst also.

* Süddeutsche Zeitung, „Bogner-Sohn beging Selbstmord“, online, angeblich am 11. Mai 2010. Dieses Datum ist ebenfalls irreführend. Warscheinlich erschien der Artikel am 4. Oktober 2005.
** laut englischsprachiger Wikipedia



Herntrich, Volkmar (1908–58), Bischof >Pollock, Jackson


Heselden, Jimi (1948–2010), Erfinder >Larriva, Guadalupe


Heubel, Hermann Eduard (1854–1907), Architekt >Ruete, Rudolph H.


Heym, Georg (1887–1912), Lyriker >Balcke, Ernst


Hiebeler, Toni (1930–84), Bergsteiger & Publizist >Plessis, Koos du


Higgins, Henry (1944–78), Stierkämpfer >Ortega, José Gómez


Higgins, Richard W. (1922–57), Pilot der US-Luftwaffe, zuletzt in Bayern. Mit ihm führe ich in einen erneuten Abschnitt über RetterInnen ein. Captain Higgins, 34 und dreifacher Familienvater, hatte am Vormittag des 5. Aprils 1957 über der bayerischen Stadt Fürstenfeldbruck einen Triebwerkschaden an seinem Jagdflugzeug. EinwohnerInnen sahen die Maschine mit Rauchfahne im Schlepp in anfänglich nur 300 Meter Höhe über die Dächer preschen, während sie weiter an Höhe verlor.* Statt gemäß der Anweisungen vom Kontrollturm des nahen Luftwaffenstützpunktes sofort „auszusteigen“ (Schleudersitz), bugsierte Higgins sie aber noch über freies Feld, um ein Inferno in der Stadt zu vermeiden. Dort zerschellte er mit ihr. Seine offensichtliche, mit eigenem Kopf oder Herzen gefällte befehlswidrige und uneigennützigen Entscheidung hatte er ohne Zweifel in Sekundenschnelle treffen müssen. 10 Tage später beschloß der Stadtrat, Higgins durch Benennung einer Straße zu ehren. Zum Beschluß, den Fliegerhorst zu schließen, wo die Freunde aus den USA unter anderem westdeutsche Kampfpiloten zur Abwehr der bolschewistischen Gefahr ausbildeten, konnte man sich leider nicht durchringen. Heute fliegen sie gegen die islamistische Gefahr. Nie für Öl oder Gas.

Der Nachname dieses aus Massachusetts stammenden „Helden von Fürstenfeldbruck“ weckt meine Erinnerung an einen fesselnden, erstmals 1975 erschienenen und alsbald verfilmten Roman des Briten Jack Higgins: Der Adler ist gelandet. Dieser „Bestseller“ dreht sich um den tollkühnen Versuch einer deutschen Fallschirmjägergruppe, Winston Churchill (1943) bei einem Truppenbesuch aus der Höhle des englischen Löwen zu entführen. Der Coup unter Oberstleutnant Kurt Steiner mißlingt wahrscheinlich nur, weil die erfolgreich eingedrungenen Soldaten Sturm und Brandt bei einer dem Dorf vorgespielten Übung der Royal Army zwei vom morschen Steg gefallene Kinder aus dem reißenden Mühlbach retten, indem sie sie ans Ufer werfen. Sturm wird dabei im Mühlrad zermalmt. Brandt kann seine Leiche bergen, macht aber den Fehler, bei ihrer Untersuchung einen Teil von Sturms Zweit-Uniform zu enthüllen – es ist die von der deutschen Wehrmacht. Das bekommen die dankbaren Dörfler entsetzt mit. Gleichwohl ist Steiner später auch noch so großherzig, sie alle, die Geiseln waren oder sein könnten, aus der Dorfkirche abziehen zu lassen, wo sich das aufgeflogene Kommando verschanzt hat. Er und seine Leute seien nicht die Hunnen, als die man die Deutschen beschimpfe. Das ist genau Higgins' Programm. Er nimmt die übliche Verherrlichung von Gewalt, Krieg und Heldentum unter dem Deckmantel des fairen oder ehrenvollen Kampfes, der unbedingten Kameradschaft und eines stillen oder schnoddrigen „Antifaschismus“ vor, der die „Männer“ selbstverständlich nicht daran hindern kann, ihre gottverdammte Pflicht zu tun, also sich fleißig und durchaus brutal fürs sogenannte Vaterland zu schlagen. Für dieses Programm setzt Higgins leider seine große dramaturgische und stilistische Begabung ein. Da er natürlich auch gebildet ist, garniert er es mit skeptischen Äußerungen seiner Helden – nicht etwa über den politökonomischen oder sozialpsychologischen Sinn des Blutbades, sondern über den Sinn des Daseins schlechthin. Eine billige Melancholie: sie kostet nichts, man muß sein Leben nicht ändern.

Die 19jährige Erzieherin Nelly Pütz (1939–59) aus Düren rettete ebenfalls zwei Kinder – zwei nichtdeutsche zumal, grad wie bei Higgins. Sie war an einer Sommerfreizeit der Kindergruppe der Aachener Arbeiterwohlfahrt im belgischen Nordseebad Middelkerke als Betreuerin beteiligt, wofür sie sogar eigens Schwimmen gelernt hatte.** Am 22. Juli 1959 erspähte sie an einer fürs Baden gesperrten Stelle belgische Kinder, die in der Brandung offensichtlich um ihr Leben kämpften. Zwei von ihnen konnte sie an den Strand bringen, bevor sie, beim dritten Versuch, selber von der tückischen Strömung erfaßt wurde und ertrank. Nach Pütz sind mehrere pädagogische Einrichtungen benannt.

Der 28jährige Feldwebel und erfahrene Sprengmeister der Bundeswehr Erich Boldt (1933–61) traf seine Entscheidung am 16. November 1961 – falls die Geschichte stimmt – nicht weniger schnell. Als er bei einem „Gewöhnungssprengen“ auf dem Truppenübungsplatz Putlos, Schleswig-Holstein, mit zwei auszubildenden Soldaten im Deckungsgraben stand, rollte eine bereits gezündete Ladung, warum auch immer, in den Deckungsgraben zurück. Boldt warf sich sofort auf sie, wodurch er seinen beiden Schützlingen das Leben rettete. Sie blieben nahezu unverletzt, während Boldt starb. Kriegsminister Franz Josef Strauß, bekannter Hätscheler des „Witwenmachers“ Starfighter, versicherte Boldts Witwe umgehend, man werde dessen „vorbildliche Pflichterfüllung“ (!) nie vergessen. Zur Benennung der Kaserne (und Unteroffizierschule des Heeres) in der sächsischen Kreisstadt Delitzsch nach dem holsteiner Helden kam es allerdings erst 1992, also nach der berüchtigten „Wende“ (vom kalten zum wiederaufgewärmten Krieg). Bis 1990, so Ditmar Wohlgemuth***, trug diese Kaserne den Namen des in Eilenburg geborenen kommunistischen Widerstandskämpfers Kurt Bennewitz, der noch kurz vor Kriegsende von der SS ermordet worden war.

* Michael Volpert auf der Fürstenfeldbrucker Webseite im April 2007
** Webseite Nelly-Pütz-Berufskolleg, Düren
*** Leipziger Volkszeitung, 15. November 2011



Hill, Bertha „Chippie“ (1905–50), Jazz-Sängerin >Mitchell, Margaret


Hill, Ross (1973–90), Schauspieler >Paião, Carlos


Hillblom, Larry (1943–95), Unternehmer >Voos, Joachim


Hiller, Tobias (1966–2010), süddeutscher Sänger, Chorleiter und Komponist. In den letzten Jahren hatte der Tübinger Universitätsmusikdirektor mit unterschiedlichen Chören zahlreiche Gastspielreisen im Ausland unternommen, die ihn bis in die USA führten. Seinen Tod mit 44 Jahren fand er auf einem Gartengrundstück in Überlingen am Bodensee. Es gehörte seiner Familie. Dort fiel er am Sonntag den 4. Juli 2010 beim Kirschenpflücken aus rund zweieinhalb Meter Höhe* auf einen Betonweg. Er starb noch am selben Tag in einem Ravensburger Krankenhaus. Sein schöner Titel, abgekürzt UMD, hatte ihm im Kirschbaum nicht die Bohne genützt.

* Schwäbisches Tagblatt 8. Juli 2010


Hinkel, Marion (1955–89), Architektin >Voos, Joachim


Hinz, Erdmann-Michael (1933–50), Bildhauer >Paião, Carlos


Hodder, Jim (1947–90), Rockmusiker >Wilson, Dennis


Hoelz, Max (1889–1933), nach eigenen Worten „Kesselheizer der Revolution“; endete mit 43 Jahren im Wasser, obwohl er ein ausgezeichneter Schwimmer gewesen sein soll. Der stämmige Sachse war überhaupt das Gegenteil eines Intelektuellen. Er kam aus einfachen, ja rohen ländlichen Verhältnissen, wurde Kommunist und schwang sich 1920/21 zur führenden Gestalt „linksradikalen“ proletarisch-bäuerlichen Aufruhrs im Vogtland und im Raum Dresden-Halle auf. Diese Rebellion, die keineswegs vor Gewaltakten gegen Fabrikbesitzer, Bankiers, Schloßherren und Bürgermeister zurückschreckte, dafür manche Beute unter die Armen streute, wurde bekanntlich im März/April 1921 von den Truppen des sozialdemokratischen Reichspräsidenten Ebert niedergeschlagen. Unter dem erlogenen Vorwand, er habe einen Gutsbesitzer erschossen, landete Hoelz, auch „Robin Hood des Vogtlands“ und schwarzroter „General“ des mitteldeutschen Aufstands genannt, im Gefängnis. Urteil: Lebenslänglich. Nach endlosen Schikanen, aber auch zahlreichen prominenten Fürsprachen 1927 amnestiert, ging Hoelz im nächsten Jahr, angeblich auf höchste Einladung hin, in die Sowjetunion. In seiner Besprechung einer jüngsten Hoelz-Biografie (von Norbert Marohn) behauptet Horst Groschopp*, die damalige internationale Kampagne zur Freilassung des „nervösen Tatmenschen“ habe bereits die Kragenweite „Sacco und Vanzetti“ besessen und Hoelz berühmt, freilich wohl auch überheblich gemacht. Zwar versichern viele ihm gewogene Quellen, Hoelz sei ein schöner, anziehender Kerl, zudem Alkoholfeind gewesen, doch Hinweise auf weniger schöne Züge vermeiden sie zumeist. Nach Groschopp/Marohn neigte er zum Jähzorn, war unberechenbar, dafür rechthaberisch. Er hatte sich eben in jungen Jahren von der Bibel gelöst – um bei den kommunistischen Übervätern zu landen.

Allerdings fiel er in der geheiligten Sowjetunion, wo er zahlreiche Vortragsreisen unternehmen durfte, gleichwohl zunehmend dem Zweifel anheim. Den Staatswächtern von der GPU war er vermutlich von Anfang an ein Dorn im Auge, weil er immer schon starke „anarchistische“ Tendenzen gezeigt hatte, und nun gewann er Einblick in die fragwürdigen Lebensbedingungen der „befreiten“ Arbeiter und Bauern und hielt offenbar auch mit seiner Kritik nicht zurück. Zudem soll er Mißfallen durch wiederholte Prügeleien erregt haben. Vielleicht fühlte er sich von sogenannten Journalisten oder anderen Schnüfflern bedrängt oder einfach zu stark. Stalin, der ihm einmal Audienz gewährte, hatte ihm ja durchaus imponiert; vermutlich ähnelten sich die beiden nicht nur in der Statur. 1933 muß es, unter Vorwänden, eine Art Verbannung des schillernden Gastes nach Nischni Nowgorod gegeben haben. Diese Großstadt, damals Gorki mit Namen, liegt rund 400 Kilometer östlich von Moskau an der Mündung der Oka in die Wolga. Ebendort, in der Oka, fand man Hoelz Mitte September des Jahres als Wasserleiche an einem gerade eingerüsteten Brückenpfeiler eingeklemmt. Nach offizieller Verlautbarung war er verunglückt; beim Baden oder beim Fahren in einem brüchigen Kahn vielleicht ...

Ulrich Breitbach behauptet**, man habe Hoelz' (zweite) Ehefrau Traute daran gehindert, sich der geborgenen Leiche zu nähern, sie habe jedoch aus der Distanz festgestellt, der Hinterkopf ihres Mannes sei mit einem Tuch abgedeckt gewesen. „Sehr viel später, in den neunziger Jahren, erklärte die Witwe, der GPU-Chef von Gorki habe sich des Mordes an Max Hoelz gerühmt. Hoelz sei von GPU-Leuten in einem Boot mit Pistolenknäufen bewusstlos geschlagen und dann in den Fluss gekippt worden.“ Wie es aussieht, haben wir dergleichen Diskussionsbeiträge wie Kiesel in der Oka, nur nicht die Schwanzflosse eines Beleges. Marohn dagegen, so Groschopp, lege sich, der schlechten Aktenlage entsprechend, nicht fest, halte also auch ein Unglück oder einen Selbstmord nicht für ausgeschlossen.

* freigeist-weimar.de, 29. April 2015
** im Freitag am 12. September 2008



Hoffmann, Luise (1910–35), Fliegerin >Quimby, Harriet


Holly, Buddy (1936–59), Rockmusiker >Cless, Rod


Holt, Harold (1908–67), Politiker >Schmitz, Carl August


Holý, Tomáš (1968–90), Schauspieler >Paião, Carlos


Holz, Werner (1948–91), Maler >Ashe, Arthur


Holzach, Michael (1947–83), Schriftsteller >Becker, Detlef


Holzer, Heini (1945–77), Bergsteiger >Reifenberg, Ernst Robert


Hopkinson, John (1849–98), Physiker >Proskowetz, Maximilian von


Horváth, Ödön von (1901–38), Schriftsteller. Für Carl Zuckmayer war er nach Brecht „die stärkste dramatische Begabung“ seiner Zeit. Die Zeit selber geizte auch nicht mit Dramatik. Die sozialkritischen „Volksstücke“ des in Berlin lebenden jungen Österreichers mit dem ungarischen Namen, etwa Geschichten aus dem Wiener Wald, waren zunächst umstritten, dann kamen sie kaum noch zur Aufführung, weil sich das faschistisch verwaltete deutsche Kapital anschickte, alle Bühnen der Welt zu beherrschen. Horváth hielt sich nun vorwiegend in Österreich oder der Schweiz auf, dabei nicht selten bei den Zuckmayers in Henndorf bei Salzburg oder Chardonne am Genfer See. Horváth war ein hübscher, dunkelhaariger, etwas tapsig wirkender Mann. „Wenige Menschen waren so geliebt, von Frauen, Freunden, Kindern, kaum einer hatte so wenig persönliche Feinde“, schreibt Zuckmayer in seinen 1966 veröffentlichten Erinnerungen.*

Am 1. Juni 1938 steigt der erfolgreiche Dramatiker aus Rheinhessen mit seinem Töchterchen Winnetou – es trug wirklich diesen verfehlten Namen – auf den Chardonner Mont Pèlerin, um auf den dortigen Waldwiesen Narzissen zu pflücken, „auch für Ödöns Zimmer“. Plötzlich braust schwarzes Gewölk heran, das sie unter den nächsten Heustadel scheucht, wo sie vor Kälte und Angst zittern. „Dies war der gleiche Sturm, der vom Atlantik her über ganz Frankreich hingegangen war und etwa eine Stunde oder eine halbe Stunde vorher Paris heimgesucht hatte.“ Kaum ins Hotel zurückgekehrt, muß Zuckmayer durch den Telefonanruf eines gemeinsamen Freundes erfahren, Ödön von Horváth sei soeben bei dem Gewitter mitten in Paris von einem herabstürzenden Ulmenast erschlagen worden.

Später, beim Begräbnis in Paris, erfuhr Zuckmayer auch die merkwürdige Vorgeschichte dieses Unfalls. Gewährsmann aller Informanten dürfte der angebliche Augenzeuge Fritz H. Landshoff, damals Exil-Verleger in den Niederlanden, gewesen sein. Horváth hatte ursprünglich vorgehabt, von Amsterdam aus, wo er mit dem Querido-Verlag über einen neuen Roman verhandelt hatte, geradewegs zum Genfer See zu fahren. Doch dann habe der 36jährige, für alles „Skurrile und Absonderliche“ stets besonders aufgeschlossen, einen vielberedeten Hellseher aufgesucht, berichtet Zuckmayer. Offenbar stützte sich jener bei seinen Weissagungen gern auf irgendein Geschenk, das der Klient von einem Freund oder einer Freundin erhalten und nun dem Hellseher vorzulegen hatte. Allein aufgrund dessen habe der Hellseher festgestellt, Horváth müsse sofort nach Paris fahren, weil ihn dort „das entscheidende Ereignis Ihres Lebens“ erwarte. Das deckt sich weitgehend mit den Angaben in Landshoffs Erinnerungen, die 25 Jahre nach denen Zuckmayers erschienen.** Der Verleger sagt, er habe Horváth auf den Hellseher aufmerksam gemacht und ihn auch bei der Konsultation begleitet. Die folgenschwere Weissagung zitiert er mit den Worten: „Sie stehen am Vorabend einer Reise, auf der Sie das größte Erlebnis Ihres Lebens haben werden.“ Offenbar nahm nun Horváth an, der gute Mann beziehe sich auf den gerade in Paris weilenden Hollywood-Regisseur Robert Siodmak, der brieflich Interesse an einer Verfilmung von Horváths jüngster Erzählung Jugend ohne Gott bekundet hatte. Nebenbei handelt es sich dabei um ein meisterhaft geschriebenes eindringliches Prosastück, das möglicherweise sowenig einer Verfilmung bedarf wie ein Klavier einen Heustadel benötigt.

Tatsächlich fuhr Horváth anderntags nach Paris und traf für den Nachmittag des 1. Juni eine Verabredung mit Siodmak und dessen Frau Bertha in einem Kino. Doch dann sei Horváth, so wieder Zuckmayer, schon vom Regen des aufziehenden Sturmes durchnäßt, aufgeregt am Kassenhäuschen erschienen – nur um Entschuldigung zu erheischen: man möge seine Karte bitte zurückgeben, er habe etwas Dringendes vor. Damit sei er wieder im „peitschenden Regen“ verschwunden. Die Ulme am Round Point, die Horváth Minuten später zum Verhängnis wurde, konnte Zuckmayer am Begräbnistag noch besichtigen. Das Übrige empfand nicht nur Zuckmayer als ziemlich rätselhaft. Immerhin hätten „alle näheren Freunde Ödöns“ bestätigt, Horváth habe seit jeher an einer „Phobie“ vor herabfallenden Gegenständen gelitten, fügt Zuckmayer hinzu. „In den Städten schlug er große Bögen um jeden Neubau. Er hatte öfter geäußert, er werde einmal von einem Dachziegel erschlagen werden. Was an alledem zufällig, was ursächlich ist, entzieht sich menschlicher Beurteilung.“ Landshoff spricht von einer „makabren Geschichte“, die der erschlagene Autor „hätte selbst erfunden haben können“, und betont im übrigen, was ihn selber angehe, sei er aller Hellseherei stets „mit tiefem Mißtrauen“ begegnet.

Klar ist nur eins: Siodmak ließ sein Vorhaben fallen. Dafür drehte er (1943) Draculas Sohn.

Die US-Schauspielerin Molly Glynn (1968–2014) war auf Bühnen in Chicago, Illinois, und in einigen Fernsehserien zu sehen. Sie habe meist „starke“ Frauen gespielt, hieß es in den Nachrufen der Presse. Am 5. September 2014 war sie gemeinsam mit ihrem Gatten Joe Foust, gleichfalls Schauspieler, bei einer Radtour durch einen ausgedehnten Chicagoer Vorort-Park von einem heftigen Sturm überrascht worden. Während das Paar noch versuchte, einen Schutz zu finden, stürzte ein Baum um, der Glynn nahezu erschlug. Die 46jährige starb anderntags im Krankenhaus. Ihr Mann war nur geringfügig verletzt worden.

* Als wärs ein Stück von mir, hier Sonderausgabe Ffm 2006, S. 127 ff
** Amsterdam, Keizersgracht 333, Berlin 1991, S. 110



Hoshino, Michio (1952–96), japanischer Naturfotograf. Als Hoshino im Sommer 1996 mit 43 Jahren ein Opfer seiner Begierde nach Bären wurde, war er bereits weltberühmt. Zudem hatte er kürzlich seinen Schwarm Naoko geheiratet und mit ihr Sohn Shoma gezeugt – der seinen Vater mit zwei Jahren schon wieder verlor.

Das Paar hatte sich in Fairbanks, mitten in Alaska, USA, ein Haus gekauft, doch „naturgemäß“ war Hoshino viel unterwegs. Dem gebürtigen Japaner hatten es schon in der Jugend ausgerechnet die kältesten Gegenden dieses Planeten angetan. Unter Robben, Eismeerwalen und kalbenden Gletschern fühlte er sich am wohlsten. Dennoch soll der kleine stämmige Fotograf mit dem pechschwarzen Pagenschopf im Verkehr mit Menschen ausgesprochen hilfsbereit, rücksichtsvoll und trotz seines Ruhmes bescheiden gewesen sein, wie auch sein langjähriger enger US-Freund Lynn Schooler, ein in Juneau, Alaska, beheimateter Tourenführer, in einem ungewöhnlich gut geschriebenen Buch bezeugt.* Selbst das Gift der Konkurrenz habe vor Hoshinos Herzenswärme den Kürzeren gezogen – unter Jägern von Seltenheiten sicherlich eine Rarität, falls dem Zeugnis des Freundes zu trauen ist.

Andererseits liebte Hoshino, wie bereits angedeutet, die Zwiesprache mit der Einsamkeit und der Unendlichkeit des Raumes, sodaß er bei Expeditionen jenen mit Zweibeinern vollgepferchten Hütten oder Kajüten, die auch Schooler fürchtete, oft sein Zelt oder das Schiffsdeck zum Übernachten vorzog. Damit haben wir schon die erste Fahrlässigkeit, die Hoshino im Kurilskoja-Braunbärenreservat der russischen Halbinsel Kamtschatka in jenem August zum Verhängnis wurde. Auch dort schlief er, zwischen Stationshütte und Vorratsspeicher, in seinem Zelt, obwohl eben dieser mit Wellblech gedeckte Speicher bereits von einem lüsternen Braunbären heimgesucht worden war. Die zweite Fahrlässigkeit leistete sich ein per Hubschrauber eingeflogener Besitzer einer Fernsehstation, der zusätzlich eigens Lebensmittel am Seeufer als Köder auslegte, um die Bären, von einem Beobachtungsturm aus, noch günstiger in den Sucher seiner Videokamera zu bekommen. Damit wußten die Bären endgültig: wo diese Zweibeiner herumstolpern, da gibt es jede Wette Unmengen an Leckerbissen. Und drittens herrschte im Camp des Reservates strenges Schußwaffenverbot, was bedeutet, es gab nicht ein Gewehr, nur „Bärenspray“, wohl aus dem üblichen Pfeffer.

Übrigens zählen Bären Menschenfleisch so gut wie nie unter die Leckerbissen; Angriffe von Bären auf Menschen gelten unter allen Fachleuten als selten. In diesem Zusammenhang erlaube ich mir die Bemerkung, daß meine eben aufgestellte Liste von Fahrlässigkeiten bereits den bodenlosen Leichtsinn voraussetzt, auf dem sie, meist völlig unangefochten, sozusagen fußt. Dieser Leichtsinn hat für alle möglichen und unmöglichen waghalsigen Unternehmungen Raum, sofern sie nur ordentlich Nervenkitzel oder Geld bringen, am besten „natürlich“ beides zusammen. In Wahrheit könnte sich ein naturliebender Japaner, statt Bärennasen, Berggipfel oder Sprungschanzentische zu reizen, auch als Flußfischer, Tuschezeichner oder „Tablefitter“ im Billardsport ernähren, falls er es nicht gleich vorzieht, sich einer großen anarchistischen Lebensgemeinschaft anzuschließen, in der das Geld keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Der erwähnte lüsterne Braunbär kam gegen Mitternacht zurück und nahm sich nun, statt des mit Blech gedeckten Vorratsspeichers, Hoshinos Zelt vor. Er zerfetzte es, packte den um Hilfe schreienden Fotografen mit den Zähnen und verschwand mit dieser Beute im Maul in der Dunkelheit. Wie sich versteht, war die Aufregung im Lager groß. Doch der Bär wurde erst bei Tage aufgespürt, nachdem ein Hubschrauber mit einem russischen Offizier und dem Berufsjäger Wladimir Owsjannikow an Bord eingetroffen war. Das wuchtige Tier wurde von diesen Männern erlegt – und nun ebenfalls, von Curtis Hight, prompt fotografiert. In Schoolers Buch sieht man das braune Ungetüm auf dem Rücken in einer Wiese liegen, die geöffnete blutige Schnauze seitwärts in weiß und rosa blühende Kräuter gereckt.

Erfreulicherweise wagt „Tourismus“-Allein-Unternehmer Schooler einige gesellschafts- und kapitalismuskritische Betrachtungen, doch sein „philosophischer“ Rückzieher auf Seite 324 der deutschen Ausgabe ist enttäuschend. Trotz allem furchtbaren Fressen-und-Gefressen-Werden, das er schon mitanzusehen hatte, darunter blasende und springende Buckelwale, die im tosenden Meer binnen weniger Stunden zig Tonnen an Heringen verschlingen, feiert er zuletzt, wie Hölderlin, der nie eine Schiffskajüte von innen sah, den schönen, lediglich „im Detail oft schwierigen und schrecklichen“ Kreislauf der Natur. Nun bezieht er seinen Stolz oder jedenfalls seine Beruhigung daraus, „privilegierter Teil eines großartigen, unvorstellbaren Plans, eines gigantischen Gobelins“ zu sein. Somit zieht er sich auf die übliche hündische, wahlweise als „religiös“ oder „spirituell“ ausgegebene Autoritätsgläubigkeit zurück. Der große, völlig undurchsichtige Plan ist eben da; man hat sich ihm anzubequemen. Diese Ergebenheit, um es freundlich auszudrücken, ist umso erstaunlicher, als Schooler vor etlichen Jahren die Geliebte seines Lebens, die bei Seward in einer Hütte hauste, brutal geraubt wurde – sehr wahrscheinlich nicht von einem Bären, vielmehr von dem 2014 in Haft verstorbenen Frauenjäger (per Privatflugzeug) und Serienmörder Robert Christian Hansen aus Anchorage. Das wäre ohne Zweifel eine geeignete Geschichte für meine Arbeit über Mordopfer gewesen, aber Schooler gibt den Namen seiner Geliebten, verständlicherweise, nicht preis. Vielleicht ist es ihm nur auf die beschriebene Rechtfertigungsweise vergönnt gewesen, diesen Albtraum einigermaßen zu verkraften.

* The Blue Bear / Die Spur des blauen Bären, New York und München 2002


Houdini, Harry (1874–1926), Entfesselungskünstler >Chung Ling Soo


Hughes, Randy (1928–63), Manager >Anglin, Jack


Humayun (1508–56), Großmogul >Fortunat, Eduard


Hume, John Law (1890–1912), Musiker >Hartley, Wallace


Hunstein, Carl (1847–88), Kolonialbeamter >Ginsberg, Adolf


Hurewicz, Witold (1904–56), polnischstämmiger US-Mathematiker, Sohn eines Industriellen und vermutlich Urenkel des griechischen Geisteswissenschaftlers Thales von Milet. Im Spätsommer 1956 von seinem Institut in Cambridge, Massachusetts, zu einer Tagung nach Mexiko entsandt, nimmt Hurewicz am 4. September auch an einem Ausflug zur Maya-Ruinenstadt Uxmal teil. Dort stürzt der 52jährige versehentlich von einer Stufenpyramide. Er landet in einem Krankenhaus und ist zwei Tage später tot. Nach einem Artikel* der schottischen University of St. Andrews war „Hurewicz, who never married, a highly cultured and charming man, and a paragon of absentmindedness [ein Ausbund an Zerstreutheit], a failing that probably led to his death.“

Der australische Schriftsteller Kenneth Mackenzie (1913–55), Sohn von Farmersleuten, hatte als Journalist begonnen. Mit 21 heiratete er eine verwitwete Konditorin. Veronica Brady** versichert, der „starke, muskulöse und blonde“ Bursche sei „für gewisse Frauen ungemein attraktiv“ gewesen. Auf einem Portraitfoto bei Hanser wirkt er eher dunkelhaarig und schüchtern. 1937, bald nach seiner Heirat, landete Mackenzie mit dem Internatsroman The Young Desire It seinen ersten und angeblich auch letzten literarischen Erfolg. Der Schriftsteller hatte zunächst in Sydney, dann auf dem Land gelebt. Mitte Januar 1955 starb er rund 200 Kilometer südwestlich der Metropole bei Goulburn, indem er, mit 41, im Tallong Creek ertrank. Laut Brady hatte ihn ein Badeunfall ereilt. Diese Sichtweise hat den Umstand auf ihrer Seite, daß der Januar in der Gegend zwischen Sydney und Canberra in der Regel der wärmste Monat des Jahres ist. Gleichwohl zögere ich, sie mir zu eigen zu machen, wenn ich lese, Mackenzie habe sowohl als Ehemann und Familienvater (zwei Kinder) wie bei der Armee (1943–45) eine eher unglückliche Figur gemacht, dafür umso erfolgreicher dem Alkohol zugesprochen. Offenbar verbrachte er seine letzten Lebensjahre, schreibend und trinkend, mehr oder weniger vereinsamt außerhalb des Trubels der Großstädte und des Literaturbetriebs. Nicolas Rothwell spricht in einer jüngsten Ausgabe*** von Mackenzies letztem Roman Refuge (Zuflucht, 1954) einleitend von „mysteriösen Umständen“, unter denen der Autor im Tallong Creek ertrunken sei. Die übliche Gummiformel, wenn einer keine Einzelheiten kennt oder nennt.

* Januar 2014
** Veronica Brady im Australian Dictionary of Biography, Volume 15, (MUP), 2000
*** The Text Publishing Company, Melbourne 2015




Fortsetzung I–J
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