Montag, 16. November 2015
Lexikon der Unfallopfer For–Fz

Forselius, Bengt Gottfried (1660–88), estnischer Pädagoge. Um 1660 bei Tallin als Sohn eines finnlandschwedischen Pfarrers geboren, wurde Forselius zum Begründer des estnischen Volksbildungswesens. Nach einem Studium der Rechtswissenschaft in Wittenberg widmete er sich der Unterrichtung estnischer Bauernkinder nach neuen Methoden, die auf Johann Amos Comenius zurückgingen. Dabei stützte er sich auf zahlreiche eigenhändige Übersetzungen religiöser und weltlicher Texte ins Estnische, außerdem vereinfachte er die Schreibweise des Estnischen und entwickelte das erste estnische ABC-Buch. 1684 gelang es ihm sogar, in Bischofshof bei Dorpat eine von ihm geleitete Schule zu eröffnen, die sich auftrug, junge Werktätige innerhalb zweier Jahre zu Volksschullehrern auszubilden. Neben Lesen und Schreiben wurde Deutsch, Religion, Gesang, Rechnen und Buchbinden unterrichtet. Dieses „Lehrerseminar“ wie auch die überall entstehenden „Kirchspielschulen“ erfreuten sich der Unterstützung des livländischen Generalsuperintendeten Johann Fischer und damit auch des schwedischen Staates, nicht dagegen des deutschbaltischen Adels. Für dessen Empfinden genügte es, wenn Bauernkinder Kartoffeln lesen und genau bezeichnete Bäume fällen konnten.

Das Verhängnis für Forselius lauerte allerdings nicht auf der heimatlichen Scholle. Im Sommer 1688 reiste er auf Einladung des schwedischen Königs nach Stockholm, um seine „fortschrittlichen“ volksnahen Lehrmethoden vorzustellen. Seine eigens mitgereisten Schüler Ignati Jaak und Pakri Hansu Jüri beeindruckten König Karl XI. genug, um Forselius zu einer Art Schulinspektor für Livland zu ernennen und mit entsprechenden Befugnissen auszustatten. Doch auf der Rückfahrt im Spätherbst des Jahres geriet Forselius' Schiff auf der Ostsee in einen Sturm – der ungefähr 28jährige Pädagoge ertrank, angeblich am 16. November 1688. Gleichwohl ist über das Unglück so gut wie nichts in Erfahrung zu bringen. 1827 war in einem Nachschlagewerk zu lesen*, neben Forselius seien sämtliche „Passagiere“ des Schiffes umgekommen, was hieße, auch seine beiden Vorzeigeschüler. Der Name des Schiffes wird nicht genannt.

* J. F. von Recke / K. E. Napiersky: Allgemeines Schriftsteller- und Gelehrten-Lexikon der Provinzen Livland, Esthland und Kurland, Band 1 von 1827, S. 596


Fortunat, Eduard (1565–1600), Markgraf aus Baden, der es angeblich gar zu „toll“ trieb. Im späten Mittelalter glich Deutschland einem mehr oder weniger zerschlissenen handgeknüpften Teppich aus knapp 1.800 Zwergstaaten. Viele von ihnen waren kaum einen Fingerhut groß. Allerdings änderte sich das Teppichmuster ständig, weil Erb- oder andere Streitigkeiten zu Besitz- und Thronwechseln oder Neuaufteilungen führten. In der Regel wechselten dann auch Religion, Gesetze, Währung, Gewichte, Steuern und so weiter. Das waren natürlich Hochzeiten für blaublütige Kämpfernaturen und Schlawiner aller Art.

Was den badischen Grafen Eduard Fortunat betrifft (abgeleitet von Fortunatus), malen ihn die gängigen Quellen, voran die deutsche Wikipedia, als Oberschurken und einzigartigen Lasterlumpen, obwohl es schwerlich stichhaltige Beweise dafür geben dürfte, daß er verderbter als das übrige Adelspack war. Aber auf was, Wahrheit eingeschlossen, verzichtet man nicht alles um einer schönen, kräftig kolorierten Geschichte willen! Der „liederliche“ Eduard, geboren 1565, war zunächst als Knabe von 10 Jahren durch den Tod seines Vaters Christoph II. lediglich in den Genuß der kleinen Markgrafschaft Baden-Rodenmachern gekommen. Residenz war ein trutzig befestigtes Schloß im Städtchen Rodemack, das südlich von Luxemburg unweit der Mosel und heute in Frankreich liegt. Eduard galt schon früh als umtriebiger, im Grunde gottloser Schürzenjäger, der Ausschweifungen über alles stellte und zu deren Finanzierung weder vor Steuererhöhungen noch anderen kriminellen Maßnahmen zurückschreckte. Das ging angeblich bis zum Geldfälschen und bis zur Wegelagerei.

Die Markgrafschaft Baden-Baden übernahm Eduard „erst“ mit 23, nach dem Tod eines Cousins. Nun saß er im „Neuen Schloß“ der gleichnamigen Stadt am Schwarzwald – sofern er nicht unterwegs war, etwa zu den Höfen in Brüssel oder Stockholm. Sechs Jahre darauf, 1594, mußte er seine schwarzwäldische Warte allerdings schon wieder preisgeben: Ernst Friedrich von Baden-Durlach (Karlsruhe) nutzte eine Abwesenheit seines reiselustigen Vetters Eduard dazu, die benachbarte Grafschaft Baden-Baden entgegen kaiserlicher Gebote kurzerhand zu besetzen und dadurch, wie er nach noch heute beliebtem Muster behauptete, vorm Verderben zu retten. Dem lieben ehrgeizigen Verwandten hatte schon Eduards „standesungemäße“ Vermählung mit der Kaufmannstochter Maria von Eicken mißfallen. Ein von Ernst Friedrich eigenhändig verfaßter umfangreicher „Bericht“ und diverse „Prozeßprotokolle“ sprechen von zahlreichen anderen angeblichen Schandtaten des Vetters, Zauberei und mehrere fehlgeschlagene Mordanschläge auf Ernst Friedrich selber eingeschlossen. Zwei „geständige“ Spießgesellen des Vetters, Francesco Muskatelli und Paul Pestalozzi, läßt der neue Markgraf öffentlich hinrichten, wobei er in seiner Gnade darauf verzichtet, sie urteilsgemäß bei lebendigem Leibe zu vierteilen – dies geschah, nach der Enthauptung mittels Schwert, erst mit den Leichen. Die Einzelteile wurden in mehreren Durlacher Straßen ausgehängt.

Urte Schulz füllte kürzlich ein ganzes Buch über Das schwarze Schaf des Hauses Baden* nicht unbeträchtlich, indem sie bedenkenlos und seitenlang aus den genannten, für mein Empfinden durchaus fragwürdigen „Dokumenten“ zitiert, die sich womöglich der Folter (als wahrlich „peinliche außag“, Seite 131) der Beschuldigten verdankten, mindestens aber der Befangenheit des siegreichen Markgrafen, der Erpreßbarkeit der ihm hörigen Amtspersonen und ganz allgemein der blühenden Gerüchteküche der damaligen abergläubischen Zeiten. Immerhin führt sie später, ab Seite 168, selber einige Beispiele anderer zeitgenössischer Herrscher an, die Eduard in der angeblichen Lasterhaftigkeit kaum nachstanden. Nur Ernst Friedrich nimmt sie von diesem Generalverdacht merkwürdigerweise aus. Zu den Strolchen zählt Schulz auch den beleibten sächsischen Kurfürsten Christian II. (1583–1611), der sich Ende Juni 1611, erst 27 Jahre alt, nach einer sportlichen Betätigung in seiner Dresdener Residenz nicht ausreichend zügeln konnte und in seinem erhitzten Zustand einige Liter kalten Bieres in sich hineingoß. Daraufhin habe ihn der Schlag getroffen.

Das Ende Eduards, inzwischen 34, war genau 11 Jahre früher gekommen. Es soll ähnlich lustig gewesen sein. Bewiesen ist dieser Zug keineswegs, denn der einzige angebliche Augenzeuge war ein gleichfalls befangener Mann, Eduards Mitregent in der ihm noch verbliebenen sponheimischen Herrschaft, der Graf Karl von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld. Eduard hatte ihn in die Burg des Hunsrück-Städtchens Kastellaun eingeladen, wo er nun notgedrungen residierte. Am fraglichen Juniabend hatten sich die beiden Grafen erneut bei einem Fäßchen Moselwein zusammengesetzt, um einige „Unstimmigkeiten“ zu bereden, die zwischen ihnen entstanden und der Hauptgrund des Besuches waren. Als sich Eduard übermüdet, vielleicht auch überfüllt in sein Schlafgemach zurückziehen wollte, sei er, so der Pfalzgraf in seinem Bericht, auf einer steilen steinernen Treppe ausgeglitten und abgestürzt. Schwer verletzt, habe Eduard „Fortunatus“, der Glückliche Burgherr also, wenige Stunden später sein Leben ausgehaucht. So ein Pech – oder sollte es eher das Glück des Überlebenden gewesen sein, der womöglich im richtigen Augenblick ein wenig nachgeholfen hatte?

Wenn wir schon einmal in der Gegend sind: Von Kaspar von Pfalz-Zweibrücken (1458–1527), gestorben mit 68 oder 69, ist oft zu lesen, er sei gleichsam von seinem Bruder Alexander der Hinkende (Fürst von Pfalz-Zweibrücken) durch rund 36 Jahre währende Einkerkerung „ermordet“ worden. Etwas zurückhaltender E. L. Seibert, der sich in seiner Darstellung** auf „Untersuchungen des pfalz-zweibrückischen Wirklichen Geheimen Rats und Archivars Johann Henrich Bachmann von 1784“ stützt. Danach war Ende 1489, nach dem Tod Herzog Ludwigs, in Kreuznach eine Schlichtungsvereinbarung getroffen worden, wonach dessen Söhne Kaspar (erstgeboren) und Alexander die Herrschaft gemeinsam ausüben sollten. Angeblich hatte der Erstgeborene „schon in seiner Jugend allerlei schlechte Eigenschaften“ gezeigt. Er sei unruhig, eigensinnig, seinem Vater ungehorsam und dazu von beschränktem Verstand gewesen. Jedoch, so Seibert/Bachmann weiter: „Die Regierungsgemeinschaft Kaspar–Alexander dauerte nicht länger als ein Jahr. Innerhalb dieser Zeit erscheinen fast alle Urkunden bei der Zweibrücker Kanzlei in Kaspars und Alexanders Namen, einige auch unter Kaspars Namen allein. Er setzte sich also über die getroffenen Vereinbarungen hinweg und dekretierte, wie schon vorher, eigenmächtig. Die Folge davon war, daß Kaspar zu Anfang des Jahres [von Schergen seines lieben Bruderherzen Alexanders] 1491 ausgehoben und auf das Schloß Nohfelden in Sicherheit gebracht wurde. Herzog Kaspar starb im Jahre 1527, nachdem er 36 Jahre im Turm des Schlosses Nohfelden inhaftiert war. Die Akten über diesen Sterbefall sind noch vorhanden, der eigentliche Sterbetag ist aber nicht vermerkt. Kaspar wurde in der Kirche zu Wolfersweiler beigesetzt.“

Ironischerweise wanderte Alexander (1462–1514) schon vor seinem (mutmaßlichen) Opfer unter die Erde. Laut Charlotte Glück-Christmann*** sind die genauen Umstände von Alexanders Tod nicht bekannt. Bei Molitor, Geschichte einer Fürstenstadt, könne man nur lesen, der 51jährige Herzog habe fünf Tage vor seinem Tod sein Testament gemacht. „Er war also vermutlich krank und wollte auf einen möglichen oder wahrscheinlichen Tod vorbereitet sein ..(..).. Die Geschichte der beiden Brüder Alexander und Kaspar regt natürlich die Phantasie an. Es lässt sich heute nicht mehr feststellen, ob Kaspar wirklich verrückt war oder ob ihn sein Bruder aus machtpolitischem Kalkül ausschaltete. Ich tendiere eher zum ersten, da es ungewöhnlich war, dass beiden Brüdern gemeinsam die Regierung übertragen wurde. Aber die zweite Möglichkeit gibt natürlich für einen Essay mehr her.“

Halten wir uns nicht mit Erwägungen darüber auf, wer damals wie heute wem „Regierung überträgt“ … Jenen wenig erhebenden Beinamen (der Hinkende), mit dem sich der Fürst abzuschleppen hatte, soll er den „Blattern“ (=Pocken) verdanken, die ihn bereits in der Kindheit befielen. Dadurch sei er an einem Fuß lahm geblieben. Das Selbstbewußtsein des Fürsten kann man sich ausmalen. Dafür wurde er, in Zweibrücken, in einem prächtigen Gebäude beigesetzt, das selbstverständlich Alexander(s)kirche heißt. Es war gerade noch rechtzeitig vor seinem Ableben fertig geworden, 1510. Die jüngste Bestattung, nämlich von einem Prinz Alexander von Bayern, fand dort, laut Wikipedia, 2001 statt.

Der nordindische, persisch gefärbte Großmogul (Kaiser) Humayun (1508–56) galt als abergläubisch und milde, führte gleichwohl einen Krieg nach dem anderen, wobei er zeitweise empfindliche Niederlagen einstecken und in Persien Unterschlupf suchen mußte. Sein Ende fand er jedoch, mit 47 Jahren, in seiner völlig unbelagerten prunkvollen Festung Purana Qila in Delhi. Sie wies in ihrem weitläufigen Inneren einen hübschen zwar nur zweigeschossigen, jedoch achteckigen Turm aus rotem Sandstein auf, später Sher Mandal genannt, der dem Herrscher sowohl als Gartenpavillon wie als Bibliothek und Observatorium diente, war er doch auch ein Freund der Astronomie, wahrscheinlich mehr als des Volkes. Naturgemäß gab es in diesem Gebäude eine steile Treppe. Auf dieser soll Humayun am 24. Januar 1556 auf dem Wege zum Gebet beim Hinabsteigen über den Saum seines Gewandes oder seine eigenen Füße gestolpert, sodann gestürzt und mit der Schläfe genau auf eine Treppenstufenkante geprallt sein. Die englische Wikipedia versichert sogar (ohne Einzelbeleg), er habe dabei einen Stapel Bücher im Arm gehabt, die vermutlich gleichfalls treppab flogen. Nun muß man sicherlich weder abergläubisch noch von Astronomie begeistert sein, wenn man argwöhnt, auch bei diesem Sturz, siehe Fortunatus, sei etwas Nachhilfeunterricht im Spiel gewesen. Das hieße, die besagte Treppe hätte auch noch einen Diener, Sklaven, Berater oder Busenfreund gesehen, der sich zum Beispiel darüber ärgerte, dem fetten Mogul die dicken Bücher tragen zu müssen. Wäre dieser aber so töricht gewesen, solchen potentiellen Störenfrieden nicht den Vortritt zu lassen? Darauf gibt die Literatur (zum Thema) wieder einmal keine Antwort.

* Gernsbach (Casimir Katz Verlag) 2012
** auf der Webseite des Ortsrates Wolfersweiler, Nohfelden, 2012
*** Leiterin des Zweibrückener Stadtmuseums, Auskunft im Januar 2015



Foster, Stephen (1826–64), US-Songwriter. In seiner Hochzeit, um 1850, war der weiße Pianist aus Pennsylvania einer der ersten professionellen Liedermacher der USA und auf jeden Fall der berühmteste. Von ihm stammen solche herzergreifenden, nie das Hirn überanstrengende Hits wie Oh Susanna (1848) und My Old Kentucky Home von 1853 (seit 1928 offizielle Landeshymne) – allesamt mit mehr oder weniger starkem rassistischen Touch, denn so war die Zeit. Als er 1860 nach New York City ging, war sein Stern bereits im Sinken. Kurz darauf verließen ihn Frau und Tochter. Die Songs hatten ihn aufgrund des noch unterentwickelten Autorenschutzes nie reich gemacht, und jetzt verarmte er geradezu. Angeblich hatte der 37jährige Künstler nur noch 38 Cent in der Tasche, als man ihn in den Sarg legte. Das klang sicherlich erfreulich liedhaft. Foster hatte sich in einer Absteige im Manhattaner Theaterviertel einquartiert, trank viel und bekam auch noch Fieber. Es war Mitte Januar 1864. Beim Versuch, das Zimmermädchen zu verständigen, brach der fiebernde Gast zusammen und schlug mit dem Kopf gegen das Waschbecken, das dadurch zersprang. Demnach hatte er nicht nur seine leichten Songs in ihm gehabt. Die Trümmer des Waschbeckens brachten Foster zusätzliche Kopfverletzungen bei. Man fand ihn drei Stunden später, vermutlich bewußtlos, und nach drei Tagen im Krankenhaus war er in sein Old Kentucky Home eingegangen*, falls der University of Pittsburgh, PA, vertraut werden kann.**

* Randy Newmans bissige Anverwandlung auf seiner Platte 12 Songs von 1970
** Center for American Music 2014



Fowler, John (1826–64), Erfinder >Harnier, Wilh. v.


Franck, César (1822–99), Komponist >Chausson, Ernest


François, Claude (1939–78), Chansonsänger >Harvey, Leslie


Fräser, Wendel (1967–89), Fußballer >Bacigalupo, Valerio


Frechette, Mark (1947–75), Schauspieler >Reding, Serge


Freeman, Theodore (1930–64), US-Astronaut. Der erfahrene Luftfahrtingenieur und Testpilot der US-Luftwaffe hatte das Pech, nicht im eigentlichen Weltraum umzukommen. Zwar war er 1963 mit 33 Jahren für den Astronauten-Pool der NASA ausgewählt worden. Aber ein Jahr darauf traf er die Schneegans – beziehungsweise sie ihn. Obwohl Freeman am 31. Oktober 1964, dem verhängnisvollen Tag, keineswegs eine vergleichsweise zerbrechliche Fieseler Storch steuerte*, vielmehr den Düsenjäger Northrop T-38, zertrümmerte die Schneegans eine seitliche Cockpit-Scheibe, deren Plexiglassplitter zum Teil durch Belüftungsschächte in den Motorraum eindrangen. Darauf streikten die beiden Triebwerke. Der Zwischenfall brachte sowohl den Mann wie die Maschine aus dem Lot. Da sich Freeman bereits im Landeanflug auf Houston, Texas, befunden hatte, öffnete sich nach der Betätigung des Schleudersitzes sein Fallschirm nicht mehr. So stürzte er in den Tod. Einige Ortsansässige und BenutzerInnen einer Autobahn kamen mit dem Schrecken davon, weil das Wrack sie verfehlte.

Nach einem hübschen Gedenkartikel** von Jeffrey Kluger liegt die Krönung der Gans-Geschichte in Freemans Kollegen Jim Lovell und Pete Conrad, die an jenem Oktobertag zufällig an der von Staatsdienern und Schaulustigen umringten Absturzstelle vorbeikamen. Erstens fanden sie die blutig zusammengestauchte (kanadische!) Schneegans, also die Absturzursache – und zweitens kamen sie gerade mit ihren Flinten aus Gehölzen und Gewässern zurück, die sich an den fraglichen Luftwaffenstützpunkt Ellington Air Base anschließen. Es war eben Vogelzugzeit: die beiden Militärs hatten Gänse gejagt. Wer kann wissen, ob Freemans Mörderin nicht gerade vor Lovell und Conrad geflüchtet war!

Während unsereins mit Fahrrad oder Ubahn zum Dienst eilt, nahmen Elliot See (1927–66) und Charles Bassett (1931–66), beide in Houston, Texas, stationiert, am 28. Februar 1966 die „Weiße Rakete“. So der Kosename jenes 14 Meter langen, ein- bis zweisitzigen Jets, mit dem schon Freeman Pech hatte. Und in der Tat, beim Landeanflug auf St. Louis, Missouri, verpaßten die beiden US-Astronauten, bei schlechter Sicht, ihre Landebahn und streiften ausgerechnet das Dach von Halle 101 der Firma McDonnell Aircraft – gerade in dieser Halle wurden sie für ein zweiwöchiges Training im Raumschiff Gemini 9 (oder in einem entsprechenden „Simulator“) erwartet. Gleich darauf wurden sie mitsamt ihrem Jet am Boden zerschmettert. In den Fabrikgebäuden setzten Herzschläge aus, während schon die Telefone tobten. See, der Steuermann, war 38, Bassett 34 gewesen. Ein Untersuchungsausschuß der NASA erkannte später auf „Pilotenfehler“. Zwei Tage nach dem Unglück wurde Gemini 9 im Windschatten der noch auf Halbmast stehenden Flaggen aus der beschädigten Halle gerollt und auf Transport Richtung Cape Canaveral (bei Orlando, Florida) geschickt.*** Schon am 3. Juni des Jahres hob das Raumschiff dort ab. Schließlich war das Raumfahrtprogramm im Ganzen kein Politikerfehler.

Das Verhängnis des 35jährigen US-Astronauten Clifton Williams (1932–67) war ebenfalls die „Weiße Rakete“ Northrop T-38. Am 5. Oktober 1967 zwecks Krankenbesuch von Cape Canaveral nach Mobile, Alabama, unterwegs, beraubte ihn sein Überschall-Geschoß der Chance, auch einmal eine Apollo-Mondlandefähre zu steuern oder wenigstens noch einmal seinen mit Krebs im Sterben liegenden Vater zu sehen, indem es bei Tallahassee, Florida, fast wie ein Stein oder wie ein vom Wahnsinn befallener Fischadler, aus knapp 7.000 Metern Höhe, kopfüber zwischen Pinien einer Plantage krachte. Die nächsten Farmgebäude waren rund eine Meile entfernt. Nach einer Untersuchung des Wracks wurde erklärt, das Querruder habe versagt. Was Williams angeht, war er zwar in 450 Metern Höhe noch mit Hilfe seines Schleudersitzes „ausgestiegen“, aber auch dadurch konnte er sich bei dieser Geschwindigkeit seines Jets, über 1.000 Stundenkilometer, nicht mehr vorm Sarg retten.

Williams' Kollege Edward Givens (1930–67) hatte sich vier Monate vor ihm wesentlich bescheidener vom gemeinsamen Apollo-Programm verabschiedet. Der 37 Jahre alte Major der US-Luftwaffe verunglückte am 6. Juni 1967 bei Houston, Texas, nach einem abendlichen Treffen des Piloten-Eliteclubs Quiet Birdmen auf dem Weg nach Hause mit seinem VW-Käfer, der aus einer Kurve flog und gegen eine Böschung prallte. Givens starb in dem Rettungswagen, der ihn abholte. Zwei andere, jüngere Offiziere, die sich ihm anvertraut hatten (wohl Bill Hall und Francis Dellorto mit Namen), „wurden verletzt“, wie das Hamburger Abendblatt anderntags kurz und schmerzlos berichtete. Einige VerehrerInnen des Astronauten behaupten, Givens sei nüchtern gewesen, die Straße im Vorort Pearland regennaß, dafür hätten Warnschilder gefehlt. Die Meinung der Behörden und Versicherungen ist mir nicht bekannt.

Von Givens vielleicht abgesehen, dürften alle genannten Helden der Raumfahrt, streng genommen, gar nicht in der Sparte „Unfallopfer“ auftauchen, weil sie sich offensichtlich (selbst-)mörderischen Unternehmungen hingaben. Sofern ich also noch sogenannte Raumfahrtkatastrophen streife (sogenannt, weil die Raumfahrt die Katastrophe ist), beschränke ich mich auf knappe und nur stellvertretende Nennungen der Leichen. Beim berüchtigten Apollo-1-Test auf der Startrampe in Cape Canaveral zum Beispiel waren am 27. Januar 1967 drei verbrannte Leichen angefallen. Im Inneren der Kapsel brach Feuer aus, als die drei Astronauten bereits drinne saßen. Roger Bruce Chaffee (1935–67) war mit 31 Jahren der Jüngste der Crew. Diese drei Yankees gingen für immer als die ersten Toten innerhalb eines Raumschiffes in die glorreiche Geschichte des menschlichen Fortschritts ein. Das kann ihnen keiner mehr nehmen. Außerdem ist in jedem anständigen Gedenkartikel zu Chaffee zu lesen, bei den Beerdigungen von Freemann und später See/Bassett habe der fromme Flieger den Sarg tragen dürfen. Hätte er 9/11 noch erleben dürfen, hätte er sich ohne Zweifel darum gerissen, gleich alle 3.000 Särge auf einmal zu tragen.

Die Ehre des ersten Menschen, der bei einer „Weltraummission“ umkam, heimste SU-Kosmonaut Wladimir M. Komarow (1927–67) bei seinem Alleinflug mit Sojus 1 ein. Am 24. April 1967 hatte der 40jährige zweifache Vater nach 18 Erdumkreisungen Probleme mit der Landung. Die Bremsfallschirme versagten; die Kapsel mit Komarow drin schlug mit ungefähr 145 km/h bei Orenburg (am südlichen Ural) auf freiem Feld auf. Es war 6 Uhr 24. Donner, Feuer, Qualm. In der Stadt wäre es ein durchschnittlicher Autounfall gewesen. Auf dem Feld gab es, wohl wegen der frühen Morgenstunde, keine weiteren Opfer außer dem verbrannten Raumfahrer. Die Bauernkinder starrten mit verkniffenen Augen aus ihren Schlafzimmerfenstern, schlüpften bald wieder unter ihre Daunendecken und träumten davon, dereinst ebenfalls Helden der Sowjetunion zu sein.

Der 1,57 Meter große und 34 Jahre alte Oberst der Luftwaffe und „Held der Sowjetunion“ Juri Gagarin (1934–68) stürzte am 27. März 1968 bei einem Testflug in einem Waldgebiet bei Wladimir, Zentralrußland, mit einer MiG-15 ab. Daß dabei auch sein Co-Pilot Wladimir Serjogin (Jahrgang 1922) umkam, wird oft vernachlässigt; schließlich hatte nicht Serjogin am 12. April 1961 als erster Mensch in einem Weltraumschiff die Erde umrundet. Kosmonaut Gagarin soll als Flieger unerfahren gewesen sein, was das Politbüro freilich damals, wie so vieles, an die große Glocke zu hängen vermied. Nach einem Untersuchungsbericht, den Rußland erst 2011 freigab, ging der Absturz wahrscheinlich auf Gagarins Konto, weil er auf vermutlich fahrlässige Weise versuchte hatte, einem Wetterballon auszuweichen. Im selben Jahr gelang es Gagarins Familie leicht verspätet, dem Umstand Rechnung zu tragen, daß sich der russische Wind inzwischen auf Kapitalismus gedreht hatte. Sie ließ sich nun die Rechte am Namen des „Helden der Sowjetunion“ sichern. Experten, so damals ein Wochenmagazin****, schätzten den Wert der Handelsmarke Juri Gagarin auf rund 25 Millionen Euro.

Gagarins Kollegen Wladislaw Wolkow (35), Wiktor Pazajew (38) und Georgi Dobrowoski (43) kamen drei Jahre später um, am 30. Juni 1971. Sie hatten die vollständige Besatzung des sowjetischen Raumschiffes Sojus 11 gebildet, das vom Besuch der Raumstation Saljut 1 zurückkehrte. Sie erstickten kurz vor der Landung. Weitere Raumschiffbrüche folgen später.

* Erstflug durch Firmenchef Gerhard Fieseler am 10. Mai 1936 in Kassel-Waldau
** Time 31. Januar 2013
*** W. Pate McMichael: „Losing The Moon“, St. Louis 28. Juli 2006
**** Focus 12. April 2011



Freund, Alexandra (1967–2001), Fernsehmoderatorin >A., Georgios


Frick, Henri († 1968), 10jähriger Schriftstellersohn >Meroni, Gigi


Friedländer, Alexander (1819–58), verhinderter Auswanderer. Am 13. September 1858, kurz vor der Ankunft in New York City, wurden die unteren Decks des knapp 100 Meter langen Dampfschiffes Austria der Hamburger HAPAG zwecks Desinfektion mit Teerdämpfen ausgeräuchert. Dazu pflegte man glühende Ketten in Bottiche mit flüssigem Teer zu tauchen. Diesesmal ließ ein unachtsamer Matrose eine solche Kette auf die Planken des profitablen, hauptsächlich mit Auswanderern vollgepferchten Schiffes fallen. Das erste Resultat war ein Brand, der das ganze Schiff erfaßte, das zweite eine Panik, das dritte der Untergang des Schiffs. Von den 545 Menschen an Bord konnten lediglich 89 gerettet werden.* Friedländer befand sich nicht unter den Glücklichen, und darin lag eine teerschwarze Ironie. Obwohl Jude, war der Sohn eines Briloner Kaufmanns und promovierte Jurist 1842 an die Heidelberger Universität berufen worden. 1847 fand er Beifall für seine Juristische Encyclopädie. Aber dann, in den „unruhigen“ Jahren 1848/49, machte er sich wieder unbeliebt, weil er mit demokratischen Artikeln und anderen staatsfeindlichen Aktivitäten hervortrat. Man sperrte ihn ein und brummte ihm 1850 eine mehrjährige Haftstrafe auf, die ihm, aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes und verschiedener Fürsprachen, nur unter der Auflage erlassen wurde, sich nach einer gewissen Erholungszeit für immer auf ein Auswandererschiff Richtung Amerika zu begeben. Eben das hatte der 39 Jahre alte Ex-Professor am 1. September 1858 getan.**

Der Journalist und Schriftsteller Ippolito Nievo (1831–61) hatte einiges mit Friedländer gemeinsam, so die juristische Ausbildung und den Patriotismus (in der italienischen Ausgabe). Nach Vollendung seines angeblichen Romanes und Meisterwerkes*** Le confessioni d’un Italiano, das erst posthum veröffentlicht wurde, nahm er sogar unter Garibaldi am zweiten italienischen Unabhängigkeitskrieg (gegen Österreicher, Spanier, Franzosen usw.) und 1860 am berühmten „Zug der Tausend“ rothemdiger Freischärler gegen das spanisch besetzte Sizilien teil. Zum Jahresende war die karge Insel „befreit“. Am 4. März des folgenden Jahres schiffte sich der 29jährige Nievo, inzwischen Oberst bei Garibaldis Truppen und so etwas wie ein Finanzminister der Insel, in Palermo auf dem Dampfer Ercole zwecks einer diplomatischen Mission gen Neapel ein. Normalerweise wären die rund 80 Personen, die sich an Bord befanden, in 16 Stunden auf dem Festland gewesen. Sie kamen jedoch nie an, weil dieses, nach beliebter Angabe „altersschwache“ Schiff namens „Herkules“, wahrscheinlich bei stürmischer See, aus bis heute ungeklärten Gründen mit Mann und Maus und allen Planken im Mittelmeer oder sonstwo verschwand. Man fand nicht die geringsten Überreste. Es muß so ähnlich wie kürzlich im Indischen Ozean mit einer in Kuala Lumpur gestarteten Boeing 777 gewesen sein. Da Nievo eine Tasche mit Unterlagen über Garibaldis Finanzgebaren, die er dem Turiner Parlament zwecks Entkräftung diverser „Verleumdungen“ vorzulegen gedachte, mit sich geführt hatte, kamen natürlich einige nachdenklichen Köpfe auf die Idee, eben der Einblick in diese Tasche sei durch das betrübliche Unglück verhindert worden. Keine zwei Wochen später hatte man den sardinischen Patrioten Viktor Emanuel II. zum „König von Italien“ gemacht.

Hier der dritte patriotische Jurist, der Brasilianer Antônio Gonçalves Dias (1823–64). Schon bald nach seinem Studium in Portugal warf er sich ebenfalls auf die Schriftstellerei und glänzte vor allem mit Lyrik und Dramen. Daneben beteiligte sich Dias auch an wissenschaftlichen Expeditionen in seinem Riesenland. Sie strengten ihn derart an, daß er 1862 zu einer ausgedehnten Europareise aufbrach, von der er sich unter anderem Erholung versprach. Nach einigen Quellen litt er an Tuberkulose. Im September 1864 trat der offenbar recht geschwächte Mann die Rückreise auf dem Schiff Ville de Boulogne an. Es sollte sein Verhängnis sein. Ziel war Maranhão, ein nordöstlicher brasilianischer Bundesstaat, aus dem Dias stammte. Am 3. November, die heimatliche Küste schon in Sicht, lief der Dampfer nördlich der Hauptstadt São Luís in der Bucht bei Guimarães in der Dunkelheit auf eine Sandbank. Alles stürzte an Deck – nur Dias nicht. Sämtliche Fahrgäste und Seeleute, heißt es, hätten sich an Land retten können, während der 41 Jahre alte Schriftsteller, in seiner Kabine schlafend oder gar schon im Sterben liegend****, mit dem Schiff untergegangen sei. Die portugiesische Wikipedia behauptet, die Besatzung habe ihn schlicht vergessen. Vielleicht hatte er ja auch Betäubungsmittel eingenommen, weil die Kur in Europa ein Schlag ins Wasser gewesen war. In São Luís scheint Dias, als Denkmalsfigur, auf einer mordslangen Säule zu stehen. Die hätte er bei dem Schiffbruch benötigt.

Zu den wenigen verarbeitungswürdigen Früchten meiner Lektüre des 1883 erschienenen Buches The Story of My Heart des englischen Schriftstellers Richard Jefferies zählt die Erwähnung eines Aufsehen erregenden zeitgenössischen Schiffbruchs. Auf der Themse in London war der mit über 800 Leuten überfüllte Ausflugraddampfer Princess Alice am 3. September 1878, wohl aufgrund eines Fahrfehlers des Kapitäns, mit dem riesigen Kohlefrachter Bywell Castle zusammengestoßen. Die Alice brach in zwei Stücke und sank innerhalb weniger Minuten. Es gab rund 640 Tote.

* laut Wikipedia
** Siehe Familientafel „Friedländer“ in Ursula Hesses Buch Jüdisches Leben in Alme, Brilon 1991, S. 135
*** so Steffen Richter, Die Welt, 25. Juni 2005
**** Academia Brasileira de Letras



Friedrich I. (1122–90), für einige Jahrzehnte „Kaiser Barbarossa“ des sogenannten römisch-deutschen Reiches. Da es dem schwäbischen „Rotbart“ nicht genügte, stolze italienische Städte zu beherrschen und regelmäßig mit Feuer und Schwert zu züchtigen, brach er im Frühsommer 1189 in Regensburg mit immerhin 15.000 Leuten, die sich Vergebung ihrer Sünden, Graswuchs über Schandtaten oder Schulden, fette Beute, großen Ruhm und weiß der Teufel was noch von dem Abenteuer versprachen, zu seinem zweiten Kreuzzug auf. Über Wien, Ungarn und Byzanz drang er in gut einem Jahr bis in die heutige südöstliche Türkei vor. Dort ertrank der schon knapp 70jährige Heerführer mit dem roten oder eher schon weißen Bart ohne jegliche Feindeinwirkung am 10. Juni 1190 bei Silifke im Fluß Göksu. Dieser Fluß mündet im Süden der Stadt Silifke und ungefähr auf Höhe der Insel Zypern ins Mittelmeer.

Erstaunlicherweise waren die HistorikerInnen bis heute außerstande, sich einigermaßen auf die näheren Todesumstände dieses Mannes zu einigen, den sie doch alle für sehr groß und bedeutend erachten. Die Schilderungen der sogenannten Augenzeugen und von späteren „Berichterstattern“ wichen zu offensichtlich voneinander ab. Nach Leila Bargmann* wirkten bei diesen Zeugnissen zahlreiche, wenn auch zumeist religiöse Rücksichten mit. Ein christlicher Kaiser darf nicht einfach wie ein Hund absaufen. Oder gerade doch, falls man Muslim ist ... Ob also Barbarossa badete, einen Hitz- und Hirnschlag erlitt (denn Schwimmen konnte er), den Fluß per Roß oder Floß oder gar nicht zu überwinden suchte, allein oder in Gesellschaft war, sich am Ende gar voller Reue in selbstmörderischer Absicht in das überfüllte oder beinahe ausgetrocknete Flußbett warf – wir haben die Wahl. Dieses Desiderat hindert natürlich die Feuilletons und Blogs nicht daran, ihr Publikum regelmäßig mit schönen runden Wahrheiten über Barbarossas Tod zu füttern. Unumstritten ist nur eins: nach dem tödlichen Schicksalsschlag kochte man den lieben Kaiser nach zeitgemäßer Sitte ab: dadurch löste sich das leicht verderbliche Fleisch vom allein bestattungsfähigen Skelett. Als die Kunde von dieser Maßnahme an die Ohren einiger Bauern aus Tilleda drang, die im Schatten des Kyffhäusers** am Feldrain ihre Brotkanten mümmelten, sollen sie geknurrt haben: „Reichlich spät!“

* „Der Tod Friedrichs I. im Spiegel der Quellenüberlieferung“, in: Concilium medii aevi, Band 13 (2010), S. 223–49
** Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen, Caput XVI



Frischlin, Nicodemus (1547–90), humanistisch und kratzbürstig gestimmter, vorwiegend lateinisch schreibender Lehrer und Schriftsteller aus Süddeutschland. Nachdem sich der „außerordentliche Professor“ (für Poesie und Geschichte) in Tübingen bei Kollegen und Landadeligen zunehmend unbeliebt gemacht hatte, führte er ab 1582 mit Kind und Kegel eine Art Wanderleben, bei dem er sich und seine vielköpfige Familie durch Anstellungen in etlichen mitteleuropäischen Städten schleppte. Er konnte nirgends Tritt fassen. Seine Unrast endet Anfang 1590 in Frankfurt/Main und Mainz, als er auf Betreiben des württembergischen Hofes wegen einer „unglaublich thörichten, mit knabenhaft übermüthigen Beleidigungen vollgestopften“ Streitschrift, wie Wilhelm Scherer knapp 300 Jahre später urteilt*, verhaftet und an Stuttgart ausgeliefert wird. Der Hof sperrt ihn in die bei Reutlingen gelegenen Festung Hohenurach ein. Aus dieser versucht sich Frischlin, inzwischen 43 und durch Krankheit geschwächt, in einer Novembernacht desselben Jahres mit Hilfe aneinandergeknoteter Bettlaken von der Festungsmauer abzuseilen. Prompt stürzt er ab und bricht sich den Hals.

Während Scherer den („protestantischen“) Herzog Ludwig der Fromme einen vor allem „unbedeutenden Jäger und Trinker“ nennt, zeichnet er von dessen Schmäher, Sprößling eines evangelischen Pfarrers, kein wesentlich günstigeres Portrait. Gesellig und witzig zwar, doch in der Grundfärbung streitsüchtig, heißblütig und beträchtlich ehrgeizig, so stellt ihn Scherer hin. Bildnisse aus seinen Tübinger Professorenjahren zeigen Frischlin mit gewaltigem Rauschebart. Gleichwohl bescheinigt ihm Scherer einen etwas würdelosen, von Rachegelüsten gespornten Lebenswandel. Frischlin habe sich häufig übergangen und entsprechend gekränkt gefühlt. Seine wohl aus beiderseitigem Neid erwachsenden Fehden mit Kollegen beziehungsweise Konkurrenten sollen ähnlich zahlreich wie sein Nachwuchs gewesen sein: mit seiner Frau Margarethe hatte Frischlin 16 Kinder gezeugt, dazu sich des „Ehebruchs“ befleißigt. Er lieferte außerdem vielfältige Texte, auch Komödien, die zeitweilig oft gespielt wurden, wie Gustav Bebermeyer schreibt.** Frischlins Ausfälle gegen den Adel, zugunsten des Bauernstands, sind offenbar nur schwer von der Mißachtung zu trennen, in der er sich selber, als zu gering bestallter Gelehrter und verkannter Dichterfürst, wähnte. Dabei hatte er sich über Jahre hinweg der Gunst oder jedenfalls der Nachsicht des Herzogs erfreut. Vielleicht war Frischlins „Lästermaul“, um nochmals Scherer aufzugreifen, größer als er selbst.

* Allgemeine Deutsche Biographie, Band 8 (1878), S. 96
** Neue Deutsche Biographie, Band 5 (1961), S. 620



Friske, Elisabeth (um 1939–87), Pilotin >Hauser, J. W.


Friso von Oranien-Nassau (1968–2013), Geschäftsmann >Bucher, Gebhard


Frohn, Charlotte (1844–88), Schauspielerin >Kolletschka, Jakob


Fuertes, Louis Agassiz (1874–1927), US-Ornithologe und Bildender Künstler aus Ithaca, New York, wo er in seinen letzten Jahren, nach etlichen Expeditionen auf dem amerikanischen Kontinent, an der renommierten Cornell University lehrte. Am 22. August 1927, inzwischen 53, fährt Fuertes von einem kollegialen Besuch in Tannersville nach Hause zurück. Dabei wird sein Auto auf einem Bahnübergang bei Unadilla, New York, von einem Zug erfaßt. Der Ornithologe wird getötet, seine Gattin Margaret schwer verletzt. Angeblich* war Fuertes (falls er am Steuer saß) die Sicht durch einen hochbeladenen Heuwagen versperrt. So war wenigstens ein bißchen Natur im Spiel. Und mehr noch: die Blätter von seiner jüngsten Expedition in Äthiopien, die Fuertes seinem Kollegen Frank Chapman gezeigt hatte, überstanden den Unfall unbeschädigt. Fuertes war nämlich ein begnadeter Maler – vornehmlich von Vögeln, wie sich versteht. Seine Illustrationen finden sich in zahlreichen Büchern oder Zeitschriften, zudem als Originale an den Zimmerwänden von Sammlern beziehungsweise in Panzerschränken von Auktionshäusern. Heute sind auch die Autos oft Panzerschränke, sodaß man nur im Rollstuhl landet, statt im Sarg. Pech für freilaufende Hunde und Kinder.

Das nächste motorisierte Künstlerehepaar hatte sich der Musik verschrieben. Sowohl die Bankierstochter Lilli von Mendelssohn (30) wie ihr Gatte Emil Bohnke (1888–1928), Sohn eines Textilfabrikanten, spielten Geige. Er trat zudem als Komponist hervor. Sie lebten in Berlin, wo sie sich zuletzt eine potthäßliche Villa erbaut hatten. Im Mai 1928 reisten sie per Auto durch Mecklenburg, um nach einem umso hübscheren Sommerquartier Ausschau zu halten. Bei Pasewalk (Nähe Stettin) erlitten sie einen tödlichen Unfall, von dem nichts Näheres in Erfahrung zu bringen ist. Bohnke war 39 und Vater dreier Kinder. Das Ehepaar Fuertes hatte nur zwei Kinder zurückgelassen.

Bohnkes Sohn Robert-Alexander war damals ein Jahr alt. Der Junior wurde Pianist, lehrte in Freiburg/Breisgau, wohnte jedoch in Tübingen, wo er 2004 mit 77 starb. Arm und besonders einsichtsvoll kann er nicht gewesen sein. Bohnkes langjähriger Mechaniker Bösl erzählt** von mehreren Nobelkarossen der Marke Rolls-Royce, die der Künstler im Laufe der Jahre gefahren – und mit denen er mehrere Unfälle gebaut habe. Einmal durfte ihn Bösl sogar mit nach London begleiten, um ihn beim Kauf zu beraten und den neuen Wagen halbwegs sicher nach Tübingen zu bringen. „Wissen Sie, warum er immer Rolls-Royce fuhr? Seine Eltern kamen bei einem Autounfall ums Leben. Er hat gesagt, ich fahre ein so stabiles Auto, dass das nicht nochmal passiert.“

Den 47 Jahre alten tschechischen Geographen Jiří Viktor Daneš (1880–1928) erwischte es als kurzzeitigen Fußgänger. Aus wohlhabendem Hause kommend, war er vielreisender Forscher, Hochschullehrer in Prag und für zweieinhalb Jahre auch Konsul seines Landes in Australien gewesen. 1927/28 hatte er schließlich Gelegenheit, Karstgebiete in den USA zu untersuchen und zahlreiche Vorträge an dortigen Universitäten oder ähnlichen Einrichtungen zu halten, darunter in Los Angeles. Einmal an der blühenden Westküste, lag es nahe, nach jenen Karstgebieten auch die üppig mit Kulissen, Blumenkübeln und Blondinen ausgestatteten Filmstudios Hollywoods zu besichtigen. Das war sein Verhängnis. Denn auf der Anfahrt dort hin, am 10. April 1928, hielt er sein Auto an, um einen Ölförderturm zu fotografieren, wenn ich Jaroslav Olša junior richtig verstanden habe.*** Daneš stieg also aus, und dann wurde er von einem anderen Auto angefahren. Seinen schweren Verletzungen erlag er am nächsten Tag. Auch die Kamera war vermutlich hin. Mit diesem Zwischenfall war die Veröffentlichung einer vergleichenden Monographie über die Karstgebiete der Erde, die Daneš geplant hatte, gleichsam ins kalifornische Erdöl gefallen, aber immerhin, laut Olša benannte man später ein kleines Tal im Gebiet des Zwergstädtchens Burketown, Queensland, Australien, nach dem einstigen Konsul aus Prag.

* Paul A. Johnsgard: Louis A. Fuertes and the Zoological Art, Lincoln, NE, 2008, S. 10
** Laura Herrmann, Schwäbisches Tagblatt, 6. Juni 2009
*** Transactions of the Royal Asiatic Society – Korea Branch, Volume 85, 2010, Seoul (Südkorea), S. 57–64. Den genauen Unfallort nennt Olša nicht. Andere Quellen sprechen mal von Culver City, mal von Pasadena, beides Vororte von LA.



Fuglsang, Jette (1978–2009), Radsportlerin >Gillett, Amy


Fuller, Margaret (1810–50), US-Schriftstellerin. Laut Victor Grossman* war die „nicht allzu mädchenhafte“ Tochter eines Bostoner Rechtsanwaltes schon in jungen Jahren ungewöhnlich gebildet, allerdings auch ziemlich eingebildet. Sie hatte zeitlebens unter Kopfschmerzen und Albträumen zu leiden, vielleicht von der verkrampften Kindheit her. Zwar schwang sie sich von der Lehrerin zu einer bekannten Journalistin und führenden Frauenrechtlerin auf, doch im Grunde litt sie wohl auch über weite Strecken an unerfüllter Liebessehnsucht. Eine Liebschaft vor ihrer Europareise blieb kurz und schmerzhaft; der Mann machte sich aus dem Staub. Die Reise trat sie (1846, als Korrespondentin der New York Tribune) trotz ihrer Angst vor dem Wasserweg an. Zwar traf sie dann in Italien erneut einen Liebhaber, mit dem sie sogar Sohn Angelino zeugte, doch auch dieses von den jüngsten revolutionären Umtrieben befeuerte Glück währte kaum ausgiebiger als jenes in den Staaten, weil die junge Familie auf der Heimreise ertrank.

Der Ersatzkapitän des hauptsächlich mit Marmor und Handelsware beladenen Segelschiffs Elizabeth, der rechtzeitig von Bord sprang, behauptete später, Margaret, inzwischen 40, habe sich gar nicht retten wollen. Makabererweise war der Segler nur wenige Steinwürfe vor Fire Island (bei New York City) bei einem „fürchterlichen“ Sturm auf eine Sandbank gelaufen und dort Leck geschlagen worden. Der tobende Seegang blockte die an der Küste bereitliegenden Boote ab; selbst Versuche, Leinen zum Wrack zu schießen, schlugen fehl. Einige NichtschwimmerInnen behalfen sich mit Planken. Ob das Paar Fuller/Ossoli schwimmen konnte, wird nirgends gesagt; man muß freilich daran denken, es hatte ein Söhnchen dabei, das noch keine zwei Jahre alt war. Jedenfalls sprang die Familie nicht ins schäumende Wasser. Auch vier Seeleute sollen, im Gegensatz zum Kapitän, auf dem Wrack ausgeharrt haben – warum auch immer. Nach 12 Stunden Gefangenschaft wurde das Wrack von einer mächtigen Welle erfaßt, die alle Zurückgebliebenen ins Meer spülte, wo sie ertranken. Das war am 19. Juni 1850. Thoreau kam aus Boston herbeigeeilt, mit anderen Leuten nach den Leichen zu suchen. Von der Familie Fuller/Ossoli fand sich lediglich die Leiche des kleinen Angelinos, dazu Baby-Sachen und einige Briefe, nicht dagegen Fullers Buchmanuskript zur Geschichte der italienischen Revolution – „vielleicht ihr Meisterwerk“, so Grossman. Bekannt geworden war sie mit dem Buch Woman in the Nineteenth Century, erstmals 1845 erschienen.

Ich nehme stark an, das Nähen von Kleidern oder Fenstervorhängen gehörte nicht gerade zu Fullers Lieblingsbeschäftigungen. Am 4. Februar ihres Todesjahres, um 8 Uhr 20, war in der Maschinenfabrik A. B. Taylor & Co., New York City, ein 200-PS-Dampfkessel explodiert. Die lokalen Zeitungen überboten sich mit Extrablättern. Am Ende waren 63 Tote und rund 70 Verletzte zu beklagen. Laut Angelika Glanders Singer-Biografie** ging bei dem Unglück beiläufig auch ein in dieser Fabrik ausgestellter Prototyp einer Schneidemaschine drauf, die den Beginn von Isaac Merritt Singers Karriere als Erfinder und steinreicher Industrieller markierte. Mit der berühmten Nähmaschine war der ungehobelte Sprößling deutscher Einwanderer dann erfolgreicher.

Hätte Francis Wright (1795–1852), auch Fanny genannt, Singer heiraten müssen, wäre sie wahrscheinlich schon nach der Hochzeitsnacht ins Wasser gegangen. So aber hatte sie auszuharren, bis sie, mit 56 Jahren, wohl in Cincinnati, Ohio, wo sie zuletzt lebte, auf einer vereisten Treppenstufe ausglitt und sich die Hüfte brach. Daran starb sie bald darauf, inzwischen 57. Ob sich Wright und Fuller persönlich kannten, ist auch durch Grossman nicht zu erhellen. Sicherlich lasen sie einander. Wright wird in der Regel zu den frühsten Anwältinnen der Frauenbefreiung gezählt, obwohl sie vordringlich gegen die bekannte Südstaaten-Sklaverei kämpfte, also für die „Nigger“ eintrat. Bei Amerikabesuchen hatte sich die junge Schottin für die Genossenschaftsideen Robert Owens, nebenbei auch für „Reformkleidung“ erwärmt. Prompt gründete sie 1825 in Tennessee eine Art Landkommune für Sklaven, die dort ihren Kaufpreis abarbeiten und dann zu geeigneten anderen Orten und damit in die Freiheit entlassen werden sollten. Das Unternehmen scheiterte rasch an zahlreichen Hindernissen verschiedenster Art. Ab 1829 verfolgte Wright mit Owens Sohn Robert Dale Owen verschiedene Zeitungsprojekte und begann in New York City mit Vortrags- und anderer Bildungsarbeit, sodaß sie verstärkt öffentlich auftrat. Wohl maß sie fast 1,80 bei eher männlicher Figur, doch habe sie, trotz ihrer „freiartigen Manieren“, „angenehm und graziös“ gewirkt – jedenfalls auf ihren Mitstreiter, vielleicht auch Liebhaber Robert Dale Owen, der solches über sie sprach. Auch Jacob Piatt Dunn*** bescheinigte der schlanken Aktivistin, „auffallend hübsch“ zu sein. Als Autorin und Rednerin hochbegabt, habe sie freilich zur Selbstüberschätzung geneigt und gar zu hartnäckig an einmal gefaßten Urteilen festgehalten. Sie sei hilfsbereit und leicht entflammbar, jedoch wenig diszipliniert und umsichtig gewesen.

Bei mehr Umsicht hätte sie sich womöglich vor zwei Beziehungen mit deutlich älteren Männern gehütet: dem „revolutionären“ französischen General Lafayette und später mit dem Physiker und Lehrer D'Arusmont aus der von Robert Owen gegründeten, kurzlebigen Produktionsgenossenschaft und Kleinstadt New Harmony in Indiana. Wright war schon mit drei Jahren Waisenkind geworden. Auch im vorgerückten Alter lebte sie offenbar wieder allein, dabei zunehmend ärmlich und wohl auch verbittert. Der Sturz auf der Treppe wird sie kaum aufgemuntert haben.

Den „französischen Cooper“ Gabriel Ferry (1809–52) ereilte zwei Jahre nach Fullers Untergang gleichfalls ein Schiffbruch. Der gelernte, aber nicht gerade erfolgreiche Kaufmann hatte aufgrund ausgedehnter Nordamerikareisen einige Abenteuerbücher veröffentlicht, darunter Le Coureur de Bois (im Deutschen: Der Waldläufer) von 1850. Dieses Werk war erfolgreich und erzielte zahlreiche Ausgaben, Übersetzungen und sogenannte Bearbeitungen, voran durch Herrn Karl May. Bei Otto F. Best**** firmiert Ferrys literarisches Unternehmen unter Fluchthilfe: „... Lösung aus dem Geflecht sozialer Alltagsrealität, Ausbruch ins Fremde und Geheimnisvolle, in eine schwarz-weiß gehaltene Traumwelt von Männerfreiheit und totaler
Selbsterfüllung ...“

In der schnöden Wirklichkeit ging der Fluchthelfer zwei Jahre später baden: Als er einem Ruf der mexikanischen Regierung nachkommen wollte, die ihn für konsularische Aufgaben benötigte, geriet der nagelneue britische Schaufelraddampfer Amazon, den Ferry in Southampton genommen hatte, am 4. Januar 1852 bereits am Ausgang des aufgewühlten Ärmelkanals in Seenot. Auslöser soll ein verheerender Brand gewesen sein, dessen Ursache bis heute ungeklärt ist. Möglicherweise waren die Kessel überhitzt. Wenn sich durch gewisse Webseiten ein verursachender „Blitzschlag“ zieht, ist es natürlich dem Abenteuerschriftsteller, der sich an Bord befand, nur angemessen. Das Schiff ging unter – und sowohl dem 42jährigen Ferry wie den meisten Rettungsbooten erging es aufgrund zahlreicher Pannen nicht besser. Von 163 Personen an Bord kamen 104 ums Leben. Zusammenballungen großen Stils lohnen sich eben.

Neben Ferry und sämtlichen weniger namhaften Fahrgästen oder Seeleuten kam auch der lediglich geringfügig jüngere irische Reise- und Romanschriftsteller Elliot Warburton (1810–52) um, ein gelernter Jurist. Er stammte aus wohlhabendem Hause und vertrat die entsprechenden Empire-freundlichen Ansichten. Ihn hatte die britische Atlantic and Pacific Junction Company gebeten, die verlockende Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika und die Mentalität der dort lebenden Eingeborenen zu erforschen. Zufällig war an dieser Stelle seit längerem der später sogenannte Panamakanal geplant, eröffnet 1914. Nach dem Untergang der Amazon konnte Warburton leider nicht mehr dazu beitragen, die „Verständigung“ mit den Indios zu suchen und das Mammutprojekt, das enorme Handelsgewinne und bedeutende militärische Vorteile versprach, vielleicht zu beschleunigen, aber wozu hat die Welt die Yankees? 1903 landeten ihre Marinesoldaten, riefen den „unabhängigen“ Staat Panama aus, und ab ging die Post. Jetzt wurden vor allem „Farbige“ aus der Karibik oder der eigenen Union bei den Bauarbeiten eingesetzt, die das schwüle Klima und die Stiche der Gelbfieber-Mücken besser vertrugen. Im ganzen kostete der Kanalbau, an dem zuerst die Franzosen herumgedoktert hatten, mindestens 28.000 Menschen das Leben, was zum Beispiel der doppelten Einwohnerschaft des hübschen, durch Waffenfertigung fett gewordenen schwäbischen Städtchens Oberndorf entspricht. Wollte ich allein die „richtigen“ Unfallopfer des Kanalbaus in diesem Werk erfassen, geriete es länger als der Panamakanal, 82 Kilometer.

* Rebel Girls: 34 amerikanische Frauen im Porträt, Köln 2013,
S. 30–39
** Norderstedt 2009, S. 116
*** Indiana: a Redemption from Slavery, 1919, Seite 358–61 (Erstauflage Boston 1888)
**** Der weinende Leser. Kitsch als Tröstung, Droge und teuflische Verführung, Frankfurt/Main 1985



Fulton, Robert (1765–1815), Ingenieur >Gehlen, Ad. F.


Fürth, Emil von (1863–1911), Politiker >Kjeldahl, Johan


Futrelle, Jacques (1875–1912), Schriftsteller >Hartley, Wallace



Fortsetzung G–Gem
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