Dienstag, 1. Juli 2014
Löfflers Waltershausen
Vermutlich war Sigmar Löffler, Jahrgang 1896, nicht aufgrund seines brennenden Wunsches zu Welt gekom-men, Stadtchronist von Waltershausen zu werden. Er stammte aus Herbsleben an der Unstrut, wo seine Eltern eine kleine Landwirtschaft betrieben. Im nahen Gotha besuchte er das Lehrerseminar. Als Teilnehmer am Ersten Weltkrieg war er verwundet worden, zum Zweiten brauchte er dann nicht mehr anzutreten, selbst vom „Volkssturm“ blieb er verschont. Soweit ich weiß, war er bereits in den 20er Jahren Lehrer an der Waltershäuser Grundschule, später Realschule geworden. Dort blieb er, bis zu seiner Pensionierung um 1960, sowohl im „Dritten Reich“ wie in der SBZ/DDR, nur hieß die Einrichtung zuletzt Polytechnische Oberschule. Zeitweilig war er sogar Schulleiter. Er unterrichtete u.a. Deutsch und Erdkunde. Den Faschismus scheint der treue SPD-Wähler wie so viele Intelektuelle überstanden zu haben, indem er sich bedeckt hielt. Übrigens hatten die sogenannten Sozialdemokraten ihren Gründungsparteitag in Eisenach (1869), ihren ersten Vereinigungsparteitag in Gotha (1875) abgehalten, gleichsam links und rechts von Waltershausen, falls man von Süden blickt. Vor 1933 war Waltershausen, das vor allem Gummiindustrie aufwies (Conti), nacheinander Hochburg der SPD, der USPD und der KPD gewesen. Damit war das hiesige Proletariat gleich dreimal auf die Schnauze gefallen.

Möglicherweise trat Löffler nach Kriegsende in die SED ein, doch ein strammer Funktionär war er so wenig wie ein überzeugter Kommunist. Im Gegenteil verweigerte er sogar die Erlaubnis, das Manuskript für den geplanten Band II seiner Stadtgeschichte (Arbeiterbewegung!) im Sinne der geforderten Parteitreue umzuschreiben, womit es ungedruckt in seiner Schublade verblieb. Wahrschein-lich war das sein einziger Fall von offener Auflehnung. Auch eine Bemerkung seines Sohnes Lorenz G. Löffler (in Band I/2 S. 414) unterstreicht die Vermutung, Löffler senior habe sich beiden Regimen, Faschismus und Kommunismus, grundsätzlich anzuschmiegen gewußt, also Konfrontation vermieden. Lorenz G. Löffler gab nach 2000 das Gesamtwerk seines Vaters heraus, wobei er noch viel ergänzte und verbesserte. Dieses einzige Kind, geboren 1930, war Ethnologe und hatte zuletzt einen Lehrstuhl in Zürich inne. Anschließend lebte Löffler mit seiner gleichfalls aus Waltershausen stammenden Frau Brigitte am Bodensee. Es heißt, er saß die letzten Jahre im Rollstuhl, rauchte aber nach wie vor Kette. Er starb 2013. Aus einigen Anmerkungen im väterlichen Werk geht hervor, daß er auch nach der Einkassierung der DDR und der gesamtdeutschen Phase Rotgrün (um 2000) entschiedener Gegner des Kapitalismus geblieben war.

Während Lorenz ein umgänglicher Mensch gewesen sein soll, wird sein Vater zumeist als „sehr streng“, mitunter sogar hochmütig geschildert. Dessen Mund habe meist ein zynisches Lächeln umspielt, erzählt mir ein ehemaliger Schüler. Das würde sich mit dem Foto in Band II decken. Löffler soll ungewöhnlich gebildet und vielseitig begabt gewesen sein, er zeichnete und malte gern und übersetzte französische Gedichte (von Baudelaire, Rimbaud und Verlaine), die sogar im Inselverlag der DDR erscheinen durften, da sie Devisen brachten. Wahrscheinlich fühlte er sich im Provinznest Waltershausen, wo man zu allem Unglück ein furchtbares Deutsch sprach, im Grunde fehl am Platze oder herabgesetzt, jedenfalls zu wenig gefordert und gewürdigt, was jenen hochmütigen Zug erklären könnte. Seine Frau, die wohl vor ihm unter die Erde kam, ist offenbar nicht weiter hervorgetreten. Die Familie wohnte in einem Mehrfamilienhaus, das inzwischen abgerissen worden ist, oberhalb des Waldplatzes zur Miete. Auf Reichtum war Löffler nie aus gewesen. Als er 1977 starb, hatte er gerade die 80 überschritten.

Es wäre allerdings nicht so falsch, seine umfangreiche Stadtgeschichte als Schatz aufzufassen. Der Heimatfor-scher Löffler muß im Erjagen und Eintragen nützlicher Beute bienenfleißig und geradezu besessen gewesen sein. Wie Kenner zuweilen scherzen, hätte nicht viel gefehlt, und er hätte in den Archiven (vor allem von Gotha und Weimar) sein Feldbett aufgeschlagen. In meinen eigenen Betrachtungen greife ich seit Jahren auf sprechende Details zurück, die ich Löfflers Schatztruhe verdanke. Im ganzen liegen heute fünf heimatkundliche Bücher von Löffler vor, von denen sich allein drei mit Waltershausen befassen. Dabei sind seine Details stets in zeitgeschicht-liche und überregionale Zusammenhänge eingebettet. Löffler war keine Stadtmaus, die nur bestimmte Korn-speicher und Speisekammern kennt. Genauso wenig ließ er sich oder fragwürdigen Quellen Spekulationen durch-gehen. Dürfte es schon schwierig sein, von anderen, ver-gleichbaren Städtchen um 10.000 Einwohnern überhaupt so etwas wie eine „richtige“, gedruckte Stadtgeschichte aufzutreiben, dann sehr wahrscheinlich nicht eine, die es in der Materialfülle und der Sorgfalt mit Löfflers Arbeit aufnehmen könnte. Zu allem Überfluß ist sie auch noch gut lesbar geraten, wobei vermutlich Löffler junior durch seine nachträgliche Bearbeitung zur Hilfe kam.

Erfreulicherweise wäre es gelogen, Löffler auch noch Unparteilichkeit zu bescheinigen. Sein Geist ist kritisch und skeptisch genug, um offiziellen Verlautbarungen zu mißtrauen und sich im Zweifelsfall auf die Seite der Kleinen Leute zu schlagen. Wolfgang Medding, Autor einer lediglich einbändigen Stadtgeschichte der „großen Kreisstadt“ Korbach, in der ich einige Jahre lebte, hielt es genau anders herum. Dieser gelehrte Fürsten- und Bürgermeisterknecht hätte in Löfflers mittelalterlichem Waltershausen vielleicht den Posten eines Bierrufers bekommen (im Beitrag nach der Mitte). Zum Torwächter hätte er keinesfalls getaugt. Löffler meint, mit einiger Sicherheit sei Waltershausen bereits um 1200 Stadt gewesen. Das bedeutet, der Ort durfte Markt abhalten, Bier brauen und andere Handwerke ausüben, sich bewaffnen und befestigen, in leichteren Fällen Recht sprechen und sich über dies alles eine Ratsverfassung geben. Am Ausgang des Mittelalters, um 1500, zählte der Walters-häuser Stadtrat 12 Köpfe, die meistens betrunken waren. Das Objekt ihrer Tafel- und Schwafeleien war noch immer winzig. Innerhalb des Mauerrings lebten um 1500 lediglich rund 140 „Männer“. Alle übrigen zweibeinigen Binnen-bewohnerInnen hinzugenommen, darf man wohl von bestenfalls 500 Städtern und Städterinnen ausgehen. Die Kindersterblichkeit war ja hoch.

Trotz seiner Enge wies der Mauerring sieben Türme auf, wozu noch der alles überragende mächtige Stadtkirchturm und der etwas außerhalb gelegene Töpfersturm kamen, den ich bereits früher gewürdigt habe. Die wichtigsten Türme, mindestens drei, wurden von angestellten Torwächtern bewacht. Die Wächter wohnten unmittelbar über oder neben dem Tor. Oft dienten solche Stadttürme auch als Gefängnisse. Wie von Löffler nicht erwähnt wird, freilich auf der Hand liegt, forschten die Torwächter auch aus. Torwächterinnen gab es vermutlich nie. Sie spähten also eifrig, fragten den Leuten Löcher in den Bauch und ließen sie ein und aus – sofern man nicht „nach Tores-schluß“ kam. Zumindest in Krisenzeiten dürfte es Paßwörter und Fallgitter gegeben haben. Auswärtige oder BürgerInnen mit Sonderwünschen hatten Torgeld zu entrichten, also einen Zoll. Schlauköpfe und Pfeffersäcke fanden selbstverständlich stets ein Hintertürchen, etwa im Kloster. Die Nachtwächter, die innerhalb des Mauerrings als eine Art Polizisten Streife gingen, wurden kurzerhand bestochen. Wenn es hoch kam, liefen oder ritten die Torwächter, als „Flurschütz“, die Stadtmauer zuweilen von außen ab. Sie waren in der Regel absonderlich und entsprechend auffällig gekleidet, womit sie sich sowohl von Soldaten wie von Handwerkern und Kaufleuten unter-schieden. Vielleicht standen sie den Spaßmachern nahe, den späteren Clowns.

Türmer waren, wie mich andere Quellen belehren, meist zugleich Musiker, Stadtpfeifer. Statt Handy hatten sie Horn und Tüte (Sprachrohr), um die Bürgerschaft ins Bild setzen zu können. So mancher auswärtige, anderswo verstoßene oder geflohene Missetäter wurde als Türmer einer Stadt wieder heimisch. Grundsätzlich zählten die Türmer ohnehin zu den „unehrlichen“ Leuten, was bedeutet, ihr Gewerbe war nicht ehrbar, nicht angesehen, wie wir es auch vom Scharfrichter und vom Abdecker wissen. Man fragt sich allerdings, wie sich die Unehrbar-keit eines Türmers mit seiner Verantwortung, seinem Einfluß verträgt. Immerhin konnte er die Stadt dem Feind oder dem Feuer überantworten, wenn er dazu Lust hatte. Der Waltershäuser Türmer (oder „Hausmann“) bewohnte ein abschließendes Fachwerkgeschoß, das der hiesige steinerne Stadtkirchturm einst unterhalb seines (damals noch spitzen) Daches aufwies, den Gaden. Seit ungefähr 1480 soll der Turm zudem, vermutlich just am Gaden, mit einem „Seyger“ versehen gewesen sein, für dessen Bedienung sich die Stadt womöglich eigens einen „Seygersteller“ leistete. Löffler spart hier jede Erläuterung ein. Ich nehme an, der Zeigersteller betreute eine einfache, nur unter Mucken „gehende“ mechanische Turmuhr, wie sie bereits im Jahrhundert vorher aufgekommen war. Sie zeigte lediglich die Stunden an. Damit hätte man keinen 100-Meter-Lauf (zum Fabriktor und der Stechuhr) stoppen können.

Vielleicht ähnelte der durchschnittliche thüringische Stadttürmer einem Kloß, weil er verständlicherweise sein Weib oder seine Gören die 300 Sandsteinstufen hinabscheuchte, wenn der Bierrufer mitgeteilt hatte, wo der Stoff heute zu haben sei, oder wenn das Brot alle oder im Rathaus der nächste Lohn fällig war. Die schlankeren Büttel waren wahrscheinlich Tag- oder Kirchenwächter, wie sie auch genannt wurden. Ihre Aufgabe bestand zum einen darin, während der Zeit des sonntäglichen Gottesdienstes in den verwaisten Gassen Feuerwache zu schieben und nach Dieben auszuspähen. Zum anderen hatten sie jedoch dafür zu sorgen, daß auch ein jeder Christenmensch zur Kirche ging. Sie selber und vermutlich die Türmer ausgenommen, wie sich versteht – sicherlich ein begehrter Posten. Vom Kirchgang befreit waren lediglich Mütter von Kleinkindern, Kranke und Gebrech-liche, lese ich in einer anderen Quelle. SchwänzerInnen wurden gemeldet und bestraft. Unter der Woche waren die Kirchenwächter vielleicht an den Stadttoren, als Bierrufer oder mit dem Aufschichten der nächsten Holzstöße für KetzerInnen beschäftigt. Grundsätzlich kann Löffler, ganz im Gegensatz zu dem erwähnten Medding, nicht die Bohne vorgeworfen werden, er gebe das frühe Stadtleben als Schäfer- oder Biedermeierszene. Allein was Verdächti-gungen angeht, hagelte es Tag für Tag. Auch der Betrug war allgegenwärtig. Ich habe schon anderswo Löfflers im Zusammenhang mit dem Dreißigjährigen Krieg geäußerte Versicherung angeführt, als Historiker habe man hier durch einen „üblen moralischen Sumpf“ zu staken – ein Sumpf aus „Aberglauben, Dummheit, Mißgunst, Gewinn-sucht und Bosheit, wie man es in einer so schrecklichen Zeit, inmitten von Zerstörung, Verwahrlosung, Erpres-sung, Quälerei und Mord auch kaum anders erwarten konnte.“

Für mich streckt sich die „schreckliche Zeit“ unaufhörlich, denn 2014 erwarte ich auch nichts anderes. Oder sollten die gezielten und gebündelten Verleumdungen aufmüp-figer Geister durch die zeitgenössischen Massenmedien höflich sein? Die heimtückische Kriegsführung mit Bombern, Killerdrohnen oder wahlweise sogenannten „Sanktionen“ netter als das Berennen oder Aushungern eines mittelalterlichen Städtchens? Übrigens zähle ich zu den Schrecken auch den Lärm. Auch er hat tiefe Wurzeln. Löffler sagt es zwar nie, aber weder in den Turmstuben noch in der Stadt überhaupt kann es um 1500 oder 1800 idyllisch ruhig gewesen sein. Man denke nur an die Türmer selbst, diese Ohrenbläser, außerdem an das rasselnde Pflaster, die klappernden oder hechelnden Mühlen, die hämmernden Schmieden, das Vieh, die Gören, die keifenden Mütter, die brüllenden Väter, die Bierrufer und Marktschreier – und dies alles bei dieser Enge! Am engsten war es im Pranger, der – im Falle des gemeinten Modells – auch noch Trillerhäuschen hieß. Es handelte sich um einen röhrenförmigen Käfig, der sich dank einer Art Töpferscheibe in Rotation bringen ließ, bis einem der Mageninhalt des eingesperrten Rauf- oder Trunkenboldes ins Gesicht flog. Oder Auge um Auge, Zahn um Zahn, wegen der christlichen Nächstenliebe. Doch ich wette darauf, selbst innerhalb des gesamten Mauerrings dürfte es damals so gut wie kein Plätzchen gegeben haben, wo einer ungestört an seine neue Flamme oder an die ihm verhießene Laufbahn als Mediziner denken konnte.

Damit spiele ich auf Antonius an, den Sprößling des Waltershäuser Bürgermeisters Stephan Juncker. Er brachte es bis zum Leibarzt des Weimarer Herzogs Johann Wilhelm I., starb allerdings schon 1572 mit ungefähr 33 Jahren. Warum, weiß kein Mensch. Offensichtlich war selbst der Leibarzt eines Herzogs damals nicht bedeutend genug, um in der Überlieferung über ein paar Sätze, die Löffler von seiner in unserer Stadtkirche aufgestellten Grabplatte abgelesen hat, hinauszukommen. Hinsichtlich der Waltershäuser Handwerker, Bauern, Türmer, Bierausrufer und Huren ist die Quellenlage freilich noch betrüblicher. So gut wie niemand zeichnete etwas aus deren Lebenswandel auf, weil sich so gut wie niemand vorstellen konnte, es könne später einmal jemanden interessieren.

Die große Ausnahme stellen in unserem Fall die Walters-häuser Ratsherren und Bürgermeister dar. Allerdings fällt es schwer, sie nach der Lektüre von Löfflers Stadtge-schichte noch zu den „kleinen Leuten“ zu zählen. Sie hatten ihr Pfründe ähnlich fest in der Hand wie der Klerus die seinen. Generation um Generation prahlten sie, zechten und schlemmten auf Kosten der Stadtkasse und wirtschafteten bei ihren weisen Entscheidungen über diverse Vergaben in die eigene Tasche, das es eine Lust war – für sie selber. Genauso viele Generationen lang hegten die BürgerInnen Groll gegen ihre Stadtoberen. Was Wunder, sie hatten sie noch nicht einmal wählen dürfen; in diesem Fall hätten sie auf sich selber wütend sein müssen. Wie der Rat dereinst zustande gekommen sei, weiß selbst Löffler nicht. Einmal in der Welt, habe er sich emsig durch Zuwahl selbst ergänzt oder verändert. Seine sämtlichen Sitzungen waren nicht öffentlich. Seine jeweiligen Rats- oder Bürgermeister mußten vom Landes-herren bestätigt werden. Somit stellte der sogenannte Stadtrat nichts anderes als einen der vielen Arme dar, mit denen nun die Fürsten wiederum ihren „freien“ Städten in die Taschen griffen. Dabei noch aufs eigene Wohl bedacht zu sein, war für die 12 Herren Stadträte (die sich stets mit dem vornehmen Er anreden ließen) sicherlich anstrengend genug, da konnten sie sich nicht auch noch um die Interessen des Volkes kümmern. Und so einen hatte nun der arme Antonius als Vater gehabt …

Vielleicht war Antonius Juncker sogar noch zu Nachwuchs und dadurch zu Urenkeln gekommen. In diesem Fall hätten sie wahrscheinlich von der oft gerühmten Bildungspolitik ihres Landesvaters Ernst I., genannt „der Fromme“, gezehrt. Der Gothaer Herzog starb 1675 mit 73 Jahren. Leider wird er selbst vom kritischen Löffler als Betreiber des „Fortschritts“ überschätzt. Verständlicher-weise hebt Löffler, als Lehrer, vor allem jene Bildungs-politik Ernsts hervor, voran die Einführung der allge-meinen Schulpflicht, die sich bis heute quer durch die Systeme als wahre Höllenstrafe auf Erden bewährt. Immerhin verschweigt er aber weder Ernsts Leidenschaft für polizeiliche Verordnungen noch seine besonders fromme Duldung der Hexenverfolgung. Zum Ausgleich für die „Dutzenden“ von Todesopfern dieses Wahnsinns, darunter ein lebendig verbranntes neunjähriges Mädchen aus Schwarzhausen, machte der aufgeklärte Herrscher seiner Alten, ehedem Elisabeth Sophia von Sachsen-Altenburg, sage und schreibe 18 Kinder, an denen sie erstaunlicherweise nicht frühzeitig verendete. Elisabeth wurde 61.

Seit 1904 steht eine gewaltige Bronze vor dem häßlichen Gothaer Schloß zum Gedenken an ihren Gatten, den Herzog. Wie Löffler erwähnt, wurde es auch zu DDR-Zeiten nicht angetastet. „Einen besseren Herrscher“, so hatte Löffler schließlich zum Auftakt seines Kapitels verkündet, „hätte in jener fürchterlichen Zeit [30jähriger Krieg] das Land nicht haben können.“ Da kommen doch wieder Zweifel an der Klugheit unseres Schulleiters und Heimatforschers auf. Ich möchte fast wetten, sein Sohn hatte sich an dieser Stelle stark zu bezähmen, um nicht die Anmerkung einzuschmuggeln: Der bekannte Geist des Kleineren Übels. Herrschaft selber wird nie in Frage gestellt.



Siehe auch
Kapitel Waltershäuser Kot- und Angstlöcher
Kapitel Waltershäuser Misfitneßcenter, in der 2. Hälfte des Beitrags
Kapitel im ABC
°
°